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„Sie haben Recht,“ ſagte Lucy haſtig,„es bleibt mir keine Wahl, ich muß gehen und zwar gleich. Wenn Sie ſo gut ſein und einen Wagen beſorgen wollen, werde ich mich indes fertig machen. Es iſt die höchſte Zeit, mein armer Kopf ſchmerzt und iſt ſo verwirrt, o eilen Sie, mein Freund, eilen Sie.“
Er ergriff ihre Hand, zog ſie an ſeine Lippen und entfernte ſich ſchnell durch den Garten. Sie verſchwand im Hauſe, um gleich dar⸗ auf, zum Ausgehen angekleidet, wieder zu erſcheinen und dem Voran⸗ gegangenen zu folgen.
Als die Tante ſich aus ihrem Verſteck herauswagte, ſchlug das Rollen eines Wagens an ihr Ohr, und eine dichte Staubwolke, welche in der Ferne aufwirbelte, bezeichnete die Richtung, welche er einge⸗ ſchlagen. Das erſte, was die würdige Dame that, war, in einem Anfall von Zorn nach der Stelle zu laufen, wo die beiden zuletzt ge— ſtanden haben mußten, als könnten die Fußtapfen und Bäume am Wege ihr das Reiſeziel verrathen.
„Wenn ich eine Viertelſtunde früher gekommen, hätte ich das ganze Geſpräch gehört,“ ſagte ſie ingrimmig zu ſich ſelbſt,„und könnte Arthur ihnen auf den Ferſen nachſchicken.“ Wie ſie ſo da— ſtand mit den von Geſtrüpp zerzauſten Locken und einem grauen Ueberzug von Spinnweben über der weißen Florhaube, ein Bild troſtloſer Niedergeſchlagenheit und getäuſchter Hoffnung, flatterten mit kläglichem Geſchrei ein Paar Grasmücken aus ihrem Neſt, welche die heftigen Bewegungen ihres wie eine Senſe gehandhabten Sonnen⸗ ſchirmes aufgeſchreckt hatten. Wenn dieſe Frau eben ſo viel von einem römiſchen Auguren gehabt hätte, wie ſie die prophetiſchen Gaben einer Sybille beſaß, würde ſie vielleicht in dem Flug dieſer Vögel das Schickſal der Entflohenen geleſen haben. Da dies aber nicht der Fall, folgte ſie ihnen nur gedankenlos mit den Augen, wie ſie ſich in einiger Entfernung wieder niederließen, wobei ſie ein Blatt Papier bemerkte, das in der leiſen Luftſtrömung hin und her ſchwankte.
Nein, es war keine Sinnestäuſchung, es war wirklich ein feines, zierliches Briefchen, deſſen eleganter Parfüm bekundete, daß es noch nicht lange an dieſer Stelle gelegen haben konnte. Ein Schwindel des Entzückens erfaßte die Frau Räthin, als ſie mit Mühe, denn ſie hatte zum Unglück ihre Brille vergeſſen, die Aufſchrift entzifferte, welche an Lucy gerichtet und, wie ſie eben ſo ſicher zu erkennen glaubte, von Eugens Hand war.
„Ach, mein entflohenes Vögelchen,“ murmelte ſie, den köſtlichen Fund emporhaltend,„Du ahnteſt wenig, welch koſtbares Document Du uns zurückließeſt, jetzt werden wir durch Deinen Galan den ge⸗ heimen Theil des Romans erfahren, von dem das Ende ſo effectvoll war. Jammerſchade nur, daß ich die feine Schrift nicht leſen kann und auf Arthur warten muß.“
Im Hauſe erfuhr ſie von der Dienerſchaft nur, daß die Frau Doctor in größter Eile ſich Shawl und Hut gefordert, jede Be⸗— gleitung abgelehnt und ſich entfernt habe, ohne zu hinterlaſſen, wohin ſie gehe und wann ſie wiederkehre. So war denn die Frau Räthin gezwungen, ihrer Ungeduld noch eine Weile Zügel anzulegen, bis end⸗ lich der Hausherr erſchien.
Im Vollbewußtſein der Wichtigkeit ihrer Miſſion, durchdrungen von Mitleid für ſeine Blindheit und ihre ſcharfſinnigen Beobachtun⸗ gen in das rechte Licht ſtellend, erzählte ſie Wort für Wort und haar⸗ klein das heutige Erlebniß mitſammt ihren Combinationen über die gemeinſame Flucht. Ohne ihren Redefluß mit einer Silbe zu unter⸗ brechen, hatte ſie Arthur unbeweglich wie immer angehört, aber als ſie geendet, oder vielmehr erſchöpft inne hielt, ſagte er mit Ernſt und Würde:
„Ich hätte nicht gedacht, daß Verleumdung und niedriger Arg wohn es wagen könnte, die reinſte aller Frauen zu beflecken, welche ich die Ehre habe, meine Gattin zu nennen, noch weniger hätte ich ge⸗
dacht, daß eine Verwandte ſich zu dem abſcheulichen Gewerbe eines
Spions hergeben und unſchuldigen Handlungen ſolche Deutung geben könnte. Wenn ich Sie jetzt nur bitte, mein Haus, und zwar auf immer zu verlaſſen, ſo danken Sie es nur dem Umſtand, daß Sie eine Frau ſind und daß die Ehre der angeſchuldigten Dame keiner Rechtfertigung bedarf.“
„Blinder Thor!“ rief die entrüſtete Tante nach minutenlangem
⸗. beſtürztem Schweigen,„wenn Du nicht meinen Worten glauben
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willſt, ſo lies es denn ſchwarz auf weiß.“ Damit warf ſie als letzten Triumph den gefundenen Brief auf den Tiſch.
Kaum hatten des Doctors Augen die feinen Schriftzüge geſehen und die erſten Zeilen. Pberflogen, als ſein Geſicht aſchfahl wurde. Trotzdem er eine gewaltige Anſtrengung machte, um die innere Be⸗ wegung zu unterdrücken, gelang es ihm doch nicht, ſie den forſchenden Augen der beleidigten Frau zu entziehen, welche in triumphirendem Ton fragte:
„Nun, mein Herr Neffe, was denken Sie jetzt?“
„Kennen Sie den Inhalt dieſes Schreibens?“ fragte er, ſtatt aller Antwort, indem er ſie durchdringend anſah.
„Nein, ich hatte kein Glas.“
„Es würde Ihnen auch wenig genützt haben,“ erwiderte er ſchnell gefaßt,„denn der Brief iſt in engliſcher Sprache geſchrieben und enthält, um Sie nicht länger auf die Folter zu ſpannen, eine Einladung für Lucy von ihrer Couſine, die auf der Durchreiſe in P.... iſt. Das wäre denn die Löſung des Räthſels.“
Aufs tiefſte verletzt, um die kühnſte und ſcharfſinnigſte Combi⸗ nation ihres Lebens betrogen, mit dem Bewußtſein, daß ihr Neffe der undankbarſte aller Menſchen ſei, folgte Frau Räthin Wi band der ſtummen Aufforderung deſſelben und rauſchte entrüſtet durch die von ihm galant geöffnete Thür.„Mag er ſagen, was er will,“ wieder⸗ holte ſie unzählig oft, als die raſſelnden Räder eines Miethwagens ſie forttrugen,„mich täuſcht er nicht, es iſt doch nur ſein leidiger Stolz, der ihm die Lüge aufzwingt, denn ich ſah ganz deutlich, wie er erblaßte.“
Arme verachtete Sibylle, dies eine Mal hatteſt Du wenigſtens zum Theil recht geſehen.
Allein in dem Salon ſaß der Doctor vor dem entfalteten Brief und ſtarrte die Schriftzüge an, als wollte er Silbe für Silbe ſich einprägen, aber je länger er ſchaute, je düſterer und qualvoller wurde der Ausdruck ſeines Geſichts.
„Mein armes Mäuschen“— lautete der Brief der Lady Cowan —„muß ich, kaum in Deine Nähe gekommen, ſolche Dinge hören! Nicht genug, daß dieſer Barbar, über den Du Dich großmüthiger⸗ weiſe nie beklagteſt, aus purer Berechnung und hochmüthigem Stolz um Deine Hand warb, muß er auch noch ſeine Stellung in dieſer Weiſe mißbrauchen und Dich zur elendeſten Frau machen. Wenn ich mir meine ſchöne, zu allen Hoffnungen und Lebens⸗ freuden berechtigte Couſine an der Seite dieſes fürchterlichen Mannes denke, der ſo hart gegen die Schwächen anderer iſt und dem Moloch ſeiner Eigenliebe gewiſſenlos das Glück des holdeſten Geſchöpfes opfert, ſo überkommt ſelbſt mein vergnügungsſüchtiges, leichtſinniges Herz eine Bitterkeit, der ich nicht gebieten kann. Ach, warum warnte ich Dich nicht, warum ſchwieg ich aus falſcher Scham und entdeckte Dir nicht, daß er zu jener Zeit, wo wir ihn ſo viel in unſerem Hauſe ſahen, nur um meine Neigung warb, daß er noch an dem Nachmittage, wo Du ihm Dein Jawort gabſt, mir eine ſchreckliche Scene machte, weil ich klug genug war, der Sache ein Ende zu machen, indem ich meinen guten, traitabeln Lord Cowan wählte. Dem Himmel ſei gedankt, daß ich es that! Ehrlich ge⸗ ſtanden hatte ich damals ein kleines faible für meinen Lebens⸗ retter mit dem klaſſiſch⸗ſchönen Geſicht, aber ich konnte doch nie eine gewiſſe Furcht unterdrücken, die mir ſein gemeſſenes Weſen einflößte, und außerdem wäre eine Heirath mit ihm ein Nonſens geweſen!— Siehſt Du, da ſpielte er mir, wie ich damals dachte, aus Rache, wie ich mich aber jetzt überzeugt habe, aus bloßer lächerlicher Eitelkeit— denn dieſes Felſenherz liebt ja nichts, als ſich ſelbſt— den Streich, ſich mit Dir zu verloben, und da Du ſo unerſchütterlich feſt bliebſt und ſagteſt,„Wort ſei Wort“, ich auch glaubte, ihr würdet ſchließlich ganz glücklich werden, und meine eigenen Angelegenheiten mich ſo ſehr abzogen, ſagte ich:„ja.“— Meine liebe Lucy, verzeih mir und ſei überzeugt, daß, was in meinen Kräften ſteht, ich wieder gut machen werde. Zunächſt mußt Du Dich von dem Ungeheuer trennen, das Dich lebendig ver⸗ gräbt, denn in der Geſellſchaft kennt man Dich kaum dem Namen nach und hält Dich für, ich weiß nicht was, für eine unbedeutende, komiſche Frau.— Von Mr. Wentzel habe ich einzelnes, freilich mit großer Noth und Mühe erfahren, denn er wollte erſt gar nicht mit der Sprache heraus, und nur der Gedanke Dir zu nützen und meine Drohung, den Bären in ſeiner eigenen Höhle aufzuſuchen, löſte ſeine Zunge. Danach iſt Deine Stellung im Hauſe ſeit


