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den Worten dieſes jungen Menſchen zuhörſt— und wenn er ge⸗ eendet, dann will ich Dir einen Schwur thun, daß eine jede Silbe, die er geſprochen, Wahrheit iſt, und dann...“ „Und dann?“ fragte der Obriſt mit mißtrauiſchem Blicke. „Dann werden wir uns entfernen,“ erwiderte der Mönch ruhig, „und Dich Dir ſelbſt überlaſfſen. Dann haben die Menſchen ihre Pflicht Dir gegenüber erfüllt— die Wahrheit iſt Dir offen vor
Augen geſtellt, und Gott hat gewollt, daß der Menſch Herr ſeiner
„Handlungen ſei. Dann kannſt Du handeln, mein Sohn, wie es Dir beliebt, aber der Herr, der Dich einſt richten wird, wird Dir auch Rechenſchaft abfordern über die Gnade, die Er Dir erwieſen und die ſo viele andere entbehren— die Wahrheit der Thatſachen vorm „Handeln zu kennen.“
Und ohne die Antwort des alten Mannes abzuwarten, wandte ter ſich zu mir:
„Erzählen Sie, mein Sohn!“ ſagte er,„erzählen Sie.“
Welche Pſychiologen doch dieſe Mönche ſind— die ſo oft im Beichtſtuhl die verſtockteſten Herzen ſich ihrem Worte öffnen geſehen lhaben. Der Obriſt, vor einigen Minuten noch ein wie ein Wütherich ſſich geberdender Mann, ſank faſt willenlos auf einen Stuhl zurück tund gab mir mit der Hand ein Zeichen, daß ich beginnen könne.
Und ich erzählte mit kurzer, feſter Stimme bis in die kleinſten Details. Als ich von der Scene im Café della Concordia ſprach, two Salviati ihn einen Briccone genannt— lächelte er ungläubig. Fra Angiolo, der dieſes Lächeln bemerkte, unterbrach mich.
„Ich kann es bezeugen,“ ſagte er,„ich war dabei.“
„Sie Padre?“ ſagte der Oberſt erſtaunt.
„Ich!“ erwiderte jener kalt.
Nun kam ich an die letzte Nacht— ich wiederholte ſo gut ich konnte, alles, was mir Camillo von ſeinem Vater geſagt;— eine un⸗ willkürliche Rührung ergriff mich, als ich hinter mir ſchluchzen hörte zund an das geliebte Weſen dachte, deren Schickſal ſich jetzt entſcheiden mußte; die Augen des Obriſten ſahen mich ſtarr an, als wolle er mir die Worte aus der Seele ausſaugen. Als ich nun vom Duell ſpprach, als ich die letzten Worte des ſterbenden Camillo wiederholte, der ſeinem Gegner auft.„ dem verwaiſten Vater ein Sohn zu ſein, da hielt er es nicht länger mehr aus— wie ein Beſeſſener ſprang er vom Stuhle und ſchrie:
„Lügner!— er hat mich noch im Sterben verhöhnt! Lügen, alles Lügen!“
„Wahrheit!“ rief Fra Angiolo,„Wahrheit, ich ſelbſt habe dieſe Worte gehört.“
„Mönch des Teufels!“ brüllte der Obriſt,„warſt Du denn ſiberall?“
„Da war ich,“ erwiderte jener gelaſſen,„und ſah, wie Dein Sohn ſtarb und hörte ſeine letzten Worte.“
„Aber was thuſt Du in den Kaffeehäuſern und auf dem Duellplatze?“
„Damals war ich Huſarencapitän, und man nannte mich den Marquis Palla Caſſotti.“
„Palla Caſſotti?...“ ſtammelte Ginozzi.
„Ja, Herr Obriſt, und mein Bruder war fünfzehn Jahre lang mit Ihnen im ſelben Regimente— doch fahren Sie fort, mein Sohn,
ahren Sie fort!“
Und ich erzählte weiter und zeigte ihm den Brief, den mir ſein
Sohn noch wenige Stunden vor ſeinem Tode geſchrieben.
„Und das alles iſt wahr?— wahr?— wahr?“ ſchrie er,
achdem ich geendet.
ich Clelias Hand und zog die Theure an mich und führte ſie zu dem
„Auf meine Ehre!“ rief ich,„ich habe Ihnen keine unwahre
1 Silbe berichtet.“
„Beim allmächtigen Gott ſchwöre ich Dir,“ ſagte Fra Angiolo,
daß Dein Sohn Camillo den Tod fand, indem er die Beleidigung, ſi ſüe Salviati ſeinem Vater anthat, rächen wollte und daß ſeine letzten ſr Worte nur Liebe für ihn athmeten.“ 4
Der Obriſt ſtand plötzlich auf.. er war bleich wie eine Statue umd ſeine Arme fochten wie die eines Wahnſinnigen in der Luft
ſlerum.
Und faſt athemlos fiel er in ſeinen Seſſel zurück. Jetzt ergriff
alten Manne— ſie kniete vor ihm nieder und bedeckte ſeine Hand mit Küſſen und Thränen.
Lange lag er ſo regungslos, und ich begann ſchon mit dem Mönche unruhige Blicke zu wechſeln, als er plötzlich die Augen wie der aufſchlug, den Kopf beugte und auf Clelia niederſchaute.
Jetzt hatte ich Hoffnung auf einen günſtigen Erfolg, denn ein Marmorbild wäre nicht kalt geblieben, wenn es das ſanfte, ſchöne, liebevolle Geſicht Clelias geſehen hätte.
„Du biſt meines Sohnes Tochter“... ſagte er mit faſt ſanfter Stimme„wie ſchön Du biſt, mein Kind— Deines Vaters Mutter war auch ſchön, mein Kind.... und gut.... ja ſeelensgut war ſie... biſt Du auch gut, mein Kind?“
Und wiederum beugte er ſich rückwärts und lag einige Augen⸗ blicke ſinnend, dann ſich von neuem mir zuwendend ſagte er:
„Erzählen Sie noch einmal, mein Herr, aber alles... alles.. alles!“
Ich gehorchte, und dieſesmal endete ich nicht wie vorher, ſondern erzählte ihm auch die Abenteuer des vorhergehenden Tages, und da er mir ruhig, faſt freundlich zuhörte, wagte ich es ſogar, ihm von meiner, von Clelias Zukunft zu ſprechen. Gleich am Anfange meiner Erzählung hatte der Mönch Beppo einen leiſen Wink gegeben und dieſer hatte ſich entfernt, nachdem er einige Worte mit ihm ge ſprochen. Ich hatte noch nicht vollendet, als er wieder kam und ihm leiſe meldete, daß die bewußte Perſon gleich da ſein würde.
„Wo iſt Salviati?“ fragte der Obriſt, nachdem ich geendet.
Ich antwortete, daß er wahrſcheinlich noch am ſelben Abende in Turin ſein würde.
„O, ich möchte ihn ſehen!“ rief plötzlich der Obriſt und wollte ſich erheben— doch die Kräfte ſchienen ihm zu verſagen,— er war ſeit einer Stunde um zehn Jahre älter geworden.
Als er ſeine Schwäche bemerkte, kehrte merkwürdigerweiſe auf ſeinem Geſichte mit einem Male die frühere Energie wieder. Er hob leiſe Clelia von der Erde auf, betrachtete ſie noch einmal mit einem innigen Ausdrucke von Wohlgefallen, dann ſich an Fra Angiolo wen dend ſagte er:
„Padre, bittet einige Vorübergehende, daß ſie zu mir herauf⸗ kommen, ich gebrauche Zeugen für das, was ich jitzt thun werde.“
Fra Angiolo gab Beppo einen Wink, und dieſer entfernte ſich.
„Herr Obriſt,“ ſagte der Mönch,„die Aufregung, die Sie heute erlitten, kann Ihrer Geſundheit ſchädlich werden, ich habe auch nach einem Arzte geſandt.“
„Ich fühle mich in der That ſehr ſchwach,“ ſagte er ruhig,„ich möchte Salviati ſehen.“
Einige Augenblicke ſpäter traten vier oder fünf ganz verblüffte Spaziergänger ein, die Beppo auf der Straße getroffen, und mit ihnen der Arzt. Der Obriſt ſprach mit dem Mönch, und dieſer nahm aus einem Secretär ein verſiegeltes Papier.
„Meine Herren,“ ſagte der Obriſt mit vollſtändig ruhiger Stimme,„ich habe Sie rufen laſſen, damit Sie einſt bezeugen können, was heute hier vorgegangen iſt. Dieſes Papier hier iſt mein Teſta⸗ ment, das einzige, welches ich je gemacht habe.— Hören Sie, ich erkläre, daß kein zweites exiſtirt, und nun ſehen Sie, was ich mit dieſem Teſtamente mache, dem einzigen, ich wiederhole es, welches von mir exiſtirt.“
Und mit langſamer Bewegung zerriß er das Teſtament und warf die Stücke Papier neben ſich, dann ſich an Clelia wendend ſagte er:„Es iſt zu ſpät, mein Kind, als daß ich mein Unrecht wieder gut machen könnte, weiter kann ich jetzt nichts mehr für Dich thun, jetzt, wo ich ohne Teſtament ſterbe, biſt Du meine einzige Erbin.“
„O, ſchweigen Sie,— ſchweigen Sie,“ rief Clelia und warf ſich in ſeine Arme,„Sie müſſen leben.“
„Ja, mein Kind, ja!“ unterbrach der Obriſt,„aber ich möchte Salviati ſehen.“
Kaum hatte er das Wort ausgeſprochen, als wir das Geräuſch eines ſtillſtehenden Wagens vernahmen und einige Secunden ſpäter Beppo athemlos hereingeſtürzt kam.
„Der Cavaliere!“ rief er,„der Cavaliere!“
Eine dunkle Röthe überzog plötzlich das Geſicht des Obriſten; dann winkte er mich und Clelia wieder zu ſich heran, und indem er uns beide mit den Armen umfaßte, richtete er ſeinen ſtarren Blick der Thüre zu.


