lüte, daß ich ihm u Nach dieſen Veri
imſüänden verwandle eſtrafe in Rhnjährige ftrafe ſoviel verbüßt afhaft betrug, ſo iſt zu bringen, da ich
daß auch die letztere
um,“ antwortete er. A (Hhilippine geworden?
ondenz Welzers und finige Auskunft. Sie deit zu leben und hat ngen regelmäßig em⸗ Urtheils gewünſcht, —bin ſeines Nachlaſſes rden, daß er in ſeiner rerrichten. Hierauf ndte von ihm am ben könnten, und Gut an den Fiscus en haben, ſie aus zuzuwenden. Ich w. Kgl. boheit das machte es überflüſſig. Welzers, das nicht c immer die früheren
und der Großherzog eb jedoch ſehr ernſt afrieden zu ſei.
hfolgende an ihn ge⸗
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blendung 3
Gerechtigkeit war der Engel des Lichtes, in welchen meine unverſöhn⸗ liche Rachſucht ſich verkleidete. Gerechtigkeit ſucht keiner durch ſich ſelbſt, wohl aber Rache. Aber Mein iſt die Rache, Ich will ver⸗ gelten, ſpricht der Herr. Da ich meine Hand aufhob zum Morde und mir ſelber Rache nahm, habe ich mich an dem Vorrechte des allmäch⸗ tigen Gottes und an dem Vorrechte meines Landesherrn vergriffen. Und nicht das allein. Wo Gott geſagt hat: Liebet eure Feinde, ſegnet, die euch fluchen, thut wohl denen, die euch haſſen, bittet für die ſo euch beleidigen und verfolgen, da habe ich gehaſſet, gefluchet, übel⸗ gethan, verfolgt und gemordet und bin alſo zum Verbrecher geworden vor Gott und Menſchen, ein überwieſener, elender Sünder. Nun aber, da mir Gott durch mein Verbrechen die Augen über mich ſelbſt aufgethan, liegt es auf mir wie eine fürchterliche Bürde, und ich weiß nicht zu bleiben vor mir ſelbſt. Dieſes Leben kann ich nicht länger tragen, dieſes Leben, das mir von Gottes Geſetz und durch menſch⸗ lichen Richterſpruch abgeſprochen iſt. So lange ich es habe, fühle ich durch Mark und Bein, daß Gottes Gericht und Verdammniß über mir liegt und in all meinen Gliedern und Gebeinen nagt, bis ich mit meinem Blute gebüßt habe, was ich gegen Ihn geſündiget. Nicht meine ich, durch meinen Tod meine Schuld ſühnen zu können. Ein anderer hat es gethan, zu dem ich täglich rufe: Herr, gedenke mein, da Du in dein Reich gekommen biſt! Aber ich weiß, daß Er mir nur ſagen wird: Heute wirſt Du mit mir im Paradieſe ſein, wenn ich auch leide, was meine Thaten werth ſind. Denn Gottes Gnade iſt nicht ohne Seine Gerechtigkeit, und dieſer bin ich mein Blut ſchuldig. Darum bitte ich Ew. Königl. Hoheit fußfällig, nehmen Sie den Spruch zurück, der zwiſchen mich und meines Gottes Recht an mir tritt! Laſſen Sie die verdiente Strafe an dieſem elenden Leibe vollziehen, damit die Seele gerettet werde! Ich ſchwöre es Ihnen zu, Ew. Königl. Hoheit ſind übel berathen und falſch berichtet geweſen von dem, der Ihnen meine Begnadigung angerathen hat. Ich habe nicht darum gebeten, und es iſt keine Wohlthat für mich. Hat er es aber für eine Wohl⸗ that angeſehen, ſo hat er nicht bedacht, daß Wohlthaten niemandem auf⸗ gedrungen werden. Gott der Herr hat Ew. Königl. Hoheit Gerech⸗ tigkeit und Gnade anbefohlen, aber dieſe Entſcheidung iſt weder gnädig noch gerecht. Denn Gnade thut dem Armen nicht, was ihm leid, ſondern, was ihm lieb iſt, ſie verſagt nicht, warum er anfleht, ſondern ſie gewährt es, und nicht um Erlaſſung, ſondern um Vollzug meiner Strafe habe ich gebeten. Eine Gnade gegen mich armen Sünder iſt es, wenn mir geſtattet wird, mit meinem Blute für meine That zu büßen, und um dieſe einzige Gnade habe ich gebeten und bitte aber⸗ mals darum. Mein gnädiger Landesherr will gewiß nicht, daß in ſeinem Namen Gnade im Munde geführt und Ungnade geübt werde. Aber auch Gerechtigkeit will mein Großherzog üben, und im Namen des allmächtigen Gottes fordere ich mein Recht. Ew. Königl. Hoheit beſtellte und geſchworene Richter haben es mir zuerkannt, und ich habe es angenommen und Ja und Amen dazu geſagt, wie es mir zuerkannt iſt. Darum muß ich abermals ſagen, Ew. Königl. Hoheit ſind übel berathen und falſch berichtet geweſen von dem, der Ihnen gerathen hat, mir mein einziges, letztes, heiliges Recht zu nehmen. Er hat Ihnen zu einer Ungerechtigkeit gerathen. Denn wenn ich das Recht nicht aufgeben will, das mir im Namen Ew. Königl. Hoheit von Rechtswegen zuerkannt iſt, wer in der Welt iſt befugt, es mir zu nehmen? Gewiß doch am wenigſten Der, in deſſen Namen es ge⸗ ſprochen iſt!
„Mit zitterndem Herzen habe ich dies niedergeſchrieben. Zürnen Ew. Königl. Hoheit darüber nicht einem unglücklichen Miſſethäter, der nichts erfleht, als den Tod, der ihm gebührt. Gefangenſchaft iſt mir keine Strafe, mich leben zu laſſen, wäre eine Grauſamkeit, was wäre es vor Gott für meine blutige That, wenn ich auf meinem Lager ſtürbe, wie jeder andere? Darum flehe ich nochmals, nehmen Ew. Königl. Hoheit die Begnadigung zurück, die weder Gnade, noch Ge⸗ rechtigkeit gegen mich iſt, und bis über den verdienten Tod hinaus werde ich es preiſen, wie gerecht und gnädig Ew. Königl. Hoheit ge⸗ weſen ſind gegen den armen Sünder Joſeph Welzer.“
Bei dieſer Vorſtellung lag ein Höchſtes Reſcript an mich mit folgenden Worten:
„Die Bitte, welche in der beiliegenden, ſonderbaren Supplik enthalten iſt, kann natürlich nicht gewährt werden, was ich unter ſo ungewöhnlichen Umſtänden zwar bedauern, aber nicht ändern kann. Der Mann iſt bei ſeiner Geiſtesrichtung und dem Zuſtande ſeines
Gemüthes zu beklagen, und es wäre wohl beſſer geweſen, den Mörder
ſeines Sohnes nicht zu begnadigen. Es ſcheint mir nicht angemeſſen, dem Unglücklichen, der doch den beſſeren Klaſſen angehört, einen bloßen, abſchläglichen Beſcheid auf dem gewöhnlichen Wege zukommen zu laſſen, und es wäre mir lieb, wenn Sie ſelbſt ihn mündlich zu verſtändigen ſuchten, falls Sie nichts dabei zu erinnern finden. Er ſcheint mir einſichtig genug, um zu begreifen, daß es unmöglich für mich iſt, ſeiner Bitte zu willfahren.“
Nachdem ich die Höchſte Weiſung geleſen, überlegte ich, ob ich mir den Gefangenen zuführen laſſen ſollte, fand es aber angemeſſener, ſelbſt nach der Gefangenanſtalt zu fahren und meinen Auftrag mit einer ſchon länger beabſichtigten Reviſion derſelben zu verbinden. Ich ließ meinen Beſuch ankündigen und fuhr gleich darauf hin.
Der Inſpector und der Geiſtliche der Anſtalt, beide ein Paar ältere Männer, die ihre Stellen ſchon ſeit langen Jahren bekleidet, empfingen mich, führten mich umher, und ich fand alles in löblicher Ordnung, nur daß einer der Sträflinge in der Nacht zuvor, aller Wachſamkeit ungeachtet, ausgebrochen und entwichen war. Man hatte jedoch bereits Nachricht, daß er wiederum ergriffen ſei, und er⸗ wartete jeden Augenblick ſeine Zurückführung. Die Beamten erzählten, der Menſch ſei wegen zwiefältigen Raubmordes zum Tode verurtheilt und zu lebenslänglichem Gefängniß begnadigt worden. Er ſei einer der roheſten und verhärtetſten Böſewichter. Ich erkundigte mich bei dem Geiſtlichen, welchen Eingang ſeine Seelſorge im übrigen finde. Er klagte ſehr darüber und ſagte:„Zu den Zeiten des hochſeligen Großherzogs, der eher zu ſtrenge, als zu milde ſtrafen ließ, war es darin beſſer. Die ſchwereren Verbrecher entgingen dem Schaffot nicht, und unter ihnen waren wenige, die im Angeſichte des Todes nicht reuig in ſich gingen und ſich vor Gott demüthigten. Dieſe Bekeh⸗ rungen, und überhaupt der größere Ernſt, mit dem geſtraft wurde, wirkten immer heilſam auch auf die übrigen Sträflinge. Seitdem kein Todesurtheil mehr vollzogen wird, namentlich aber ſeit den letzten zahlreichen Begnadigungen, iſt keine Furcht mehr vorhanden, die Ver⸗ ruchtheit hofft auf Freilaſſung und neue Sünden, und die vorkom⸗ menden Bekehrungen ſind Heuchelei. Mein Amt iſt ſeitdem ſehr ſchwer geworden.“
Ich theilte den wackern Männern im allgemeinen mit, was ich Welzern zu eröffnen habe. Der Geiſtliche bemerkte, daß er dies vor⸗ ausgeſehen und dem Gefangenen daher von ſeiner Bitte abgerathen habe; dieſer aber habe nicht glauben wollen, daß ihm ein Verlangen abgeſchlagen werden könne, von deſſen Rechtmäßigkeit er die innigſte Ueberzeugung habe. Uebrigens habe Welzer vor kurzem auch einen Brief an die frühere Verlobte ſeines Sohnes geſchrieben, infolge deſſen Philippine nach der Reſidenz gekommen ſei. Schon geſtern ſei ſie bei ihm geweſen und habe ſo eben wieder um Zutritt gebeten, als ich mich hätte ankündigen laſſen.
Ich wünchte ſie zu ſehen, und da ſie ſich bei der Gattin des In⸗ ſpectors befand, führte dieſer mich zu ihr. Sie war in Trauerkleidern, eine ſtattliche, ſchlanke Geſtalt mit außerordentlich ſchönen, jugend⸗ lichen Geſichtsformen, aber bleich und zergrämt. Ich hatte ſie allein zu ſprechen gewünſcht, und nachdem man mich mit ihr bekannt gemacht hatte, entfernten ſich die andern. Sie zeigte keine Art Aengſtlichkeit, und ihre Haltung war ernſt und würdig. Ich bat ſie, ſich zu ſetzen, ſetzte mich zu ihr und ſagte:„Liebes Kind, ich bin hier, um mit dem unglücklichen Welzer zu reden. Vielleicht können Sie mir darin bei⸗ ſtehen. Ihr Verhältniß zu ihm, Ihre ganze Geſchichte iſt mir genau bekannt, und ich beklage Sie von ganzem Herzen, daß Sie in ſo hoff⸗ nungsvoller Jugend in ſo ſchwere Schickſale verſtrickt worden ſind.“
Sie ſah mich einen Augenblick prüfend an, ſchlug dann die Augen nieder und ſagte:„Ich bin daran nicht ſchuldlos. Ehe ich Leopold Welzer kannte, war mein Benehmen gegen andere, auch gegen ſeinen Feind, nicht wie es hätte ſein ſollen. Aber ich hatte keine Mutter, keine ältere Verwandte oder Freundin, die mich gewarnt hätten. Ich ſage das nicht um mein Benehmen zu entſchuldigen, nur um es zu erklären. Jetzt weiß ich es beſſer, aber ich habe es auf eine furchtbare Weiſe lernen müſſen.“
„Wir alle,“ entgegnete ich,„werden gar mannigfaltig geführt. Es iſt darin viel Geheimnißvolles, und ſelten ahnen wir im voraus, wohin Gott mit uns will. Sie waren geſtern bei Welzer. Wie haben Sie ihn gefunden?“
„Es iſt kaum zu ſagen,“ verſetzte ſie nach einigem Zögern.„Nie hätte ich es für möglich gehalten, daß jemand nach einem ſolchen Tode
ſo ſehnlich verlangen könnte. Gegen mich war er ſehr liebevoll, und
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d ſWeie allein in dem damme⸗


