Jahrgang 
01-12 (1867)
Seite
16
Einzelbild herunterladen

1

ganzt

das

fortſ

610

man

gron Ebeu welch⸗

. er orien.

mög iſt e

ſeine nen

neral

zwing treu

Sie recht

reich und vielen andern Ländern. Es kommt oft vor, daß nach beſtimmten Thieren bei Herrn Hagenbeck angefragt wird, und durch ſeine Geſchäftsfreunde iſt er ſehr oft in den Stand geſetzt, das Verlangte, falls er es nicht gerade vor⸗ räthig hat, wenigſtens in nächſter Zeit liefern zu können. Sein wichtigſter Concurrent iſt der Thierhändler Jamrach in London, ein Deutſcher, und früher gleichfalls in Hamburg, welcher auch viel nach Deutſchland verkauft und zugleich einen Handel mit Naturalien und ethnographiſchen Raritäten hat. Ich zweifle nicht, daß er auch die Keule haben wird, mit welcher Cook erſchlagen wurde, da man dieſelbe ſo häufig zu ſehen bekommt.

In Deutſchland ſcheint Herr Hagenbeck, wenn auch ähnliche kleine Ge⸗ ſchäfte in Bremen u. ſ. w. beſtehen mögen, keinen eigentlichen Concurrenten zu haben, denn das Geſchäft von Loſſow in Berlin handelt hauptſächlich mit Geflügel, und die zoologiſchen Gärten beſchränken ſich ſelbſtverſtändlich darauf, nur das zu verkaufen, was ihnen durch Züchtung oder Geſchenke entbehrlich wird. Selbſt in Hamburg, wo man, wie ſchon angedeutet, die Abſicht zu haben ſchien, einen eigentlichen Thierhandel mit dem zoologiſchen Garten zu verbinden, dürfte man von dieſen Ideen bald zurückgekommen ſein. In der That hat der Hamburger Thiergarten um ſo weniger Urſache, den rein kauf⸗ männiſchen Standpunkt einzunehmen, als er durch die koſtbarſten Geſchenke an Thieren von Nah und Fern ſo gefördert wird wie kein anderer. Aber freilich, ſo lange man ſich von Künſtlern, welche aus der Ferne hinreiſen, um Thier⸗

16

Rechnung finden und höchſt wahrſcheinlich eine ihm bisher unbekannte Sceh

ſtudien zu malen, noch das tägliche Eintrittsgeld zahlen läßt, bekundet dier daß man eben noch nicht alle Principien angenommen hat, wie ſie einem! chen Inſtitut ziemen. 8 Für die Beſitzer der kleineren wandernden Menagerie, deren Verbindu gen nicht über Deutſchland reichen, iſt Hagenbeck der unentbehrliche Liefera deſſen, was ihnen fehlt. Auf Verlangen wird er es ſtets übernehmen, ſu⸗ einen Anfänger eine kleine Menagerie, welche das Nöthigſte enthält, binn kürzeſter Zeit zu lieſern. Ebenſo dürfte Hagenbeck von jedem neu zu eröffne den Thiergarten ziemlich ausgiebig in Anſpruch genommen werden. Geſchäftsverluſte kommen ſelbſtverſtändlich auch hier vor, wenn einzen Thiere den Wiederverkauf nicht abwarten und vorher ſterben, und in einzelnen! Fällen, d. h. bei koſtbaren Thieren ſind ſolche Verluſte manchmal recht empfind⸗ 4 lich. Schneller Umſatz iſt daher auch hier die Hauptſache. Welche Sunmen] übrigens in dieſem Geſchäft bewegt werden, mag man daraus erſehen, da für die Scholzſche Menagerie in Leipzig 15000 Thlr. gefordert und ſpat wohl auch ziemlich bezahlt wurden. Schließlich kann ich jedem nach Hambuu Reiſenden den Rath geben, Hagenbecks Handelsmenagerie zu beſuchen. Wen nicht den Comfort zur Hauptbedingung jeder Unterhaltung macht, wer 1 1

einem wilden, regelloſen Bild die maleriſche Seite zugeſteht, wird dabei ſein

geſchäftlichen Treibens kennen lernen. wos.

Die TDimes und der Erfinder des Zündnadelgewehrs.

In Folge unſerer Reclamation bei dem Editor of the Times er- hielten wir, ſeit unſerer letzten Mittheilung(Jahrg. 1866, Nr. 52) ein zweites ſehr höfliches Entſchuldigungsſchreiben von demſelben wegen des an unſerm Blatte verübten Plagiats, und in der Times ſelbſt erſchien an demſelben Tage (20. Sept.) folgender Artikel: 8

Der Erfinder des Zündnadelgewehres. Vor 2 oder 3 Wochen wurde ein Brief mit vorſtehendem Titel in der Times als von un⸗ ſerem Berliner Correſpondenten veröffentlicht. Der Brief war in Wirklichkeit eine von jenem Herrn gemachte Ueberſetzung eines Originalartikels aus dem Daheim, einem Leipziger Journale. Wir bedauern, daß dieſer Brief durch Unachtſamkeit(inadvertence) von unſerer Seite als ein Original⸗ beitrag ſtatt einer Ueberſetzung gedruckt, und daß die gebührende Angabe ſeiner wirklichen Autorſchaft nicht gemacht wurde.

Als weiteren Beitrag zur Kenntniß der engliſchen Preßverhältniſſe fügen wir eine Bemerkung hinzu, mit welcher der Morning Star die gewiß höchſt ehrenhafte und anerkennenswerthe Entſchuldigung ſeiner alten Gegnerin commentirt.Es iſt kaum nothwendig, ſagt er,unſere Leſer daran zu er⸗ innern, daß wir zur Zeit auf den ſeltſamen Fehler der Times oder auf die ihr widerfahrene Fopperei(hoax) hinwieſen. Wir zeigten, daß der Bericht in der Times in ſeinen Hauptſtellen identiſch war mit einem der Daily News(auchvon unſerm Berliner Correſpondenten) vom vorhergehenden Tage, und daß beide augenſcheinlich nur Ueberſetzungen waren. Ein Correſpondent machte uns einige Tage darauf mit dem Namen des Journals, dem Daheim, bekannt, aus dem jene Erzählungüberſetzt war. Die Erklärung und Entſchuldigung der Times kommt alſo durchaus nicht zu früh.

Von einem indiſchen Schlachtfelde.

Zur Zeit des großen indiſchen Aufſtandes im Jahre 1857, nach einem blutigen Gefechte, lag ein indiſcher Sipahiſoldat aus der hohen Brahmanen⸗ kaſte ſchwer verwundet auf dem Schlachtfelde. Es war bedeckt mit einer großen Anzahl ſterbender oder bereits todter engliſcher Soldaten, welche die abziehenden Truppen ſich außer Möglichkeit ſahen, zu entfernen. Der indiſche Sipahi war wohl der einzige Hindu, welchen ſeine Kameraden im Stiche ge⸗ laſſen oder vergeſſen hatten, mit ſich zu nehmen. Ohne alle und jegliche Hilfe, umgeben von ſchaudererregenden Bildern, verzehrt vom brennendſten Durſie, mußte der Unglückliche einen glühend heißen Nachmittag und eine entſetzliche Nacht im Freien zubringen. Am frühen Morgen, als die Sonne aufging, hörte er Geräuſch; er blickte auf und ſah Leute, welche gekommen waren, die Todten auszurauben und zu plündern.Waſſer! Waſſer! wim⸗ merte er mit dem letzten Aufgebote ſeiner erlöſchenden Kraft. Alle Foltern des qualvollſten Todes hatten ihn überfallen, und dennoch konnte eine Kleinig⸗ keit, ein Trunk friſchen Waſſers dieſelben ihm lindern, oder auch vielleicht für immer von denſelben ihn befreien. Wirklich nahte die heißerſehnte Hilfe;

einer der Leichenräuber trat zu ihm heran, ward bei dem jammervollen An⸗ Und unn werden Sie Sich aleka zu Liner nahen Quelle und kehrte mit einem blicke von Mitleid ergriffen, eilte eue aoten Erquickung zurück. Schon großen Kruge der erflehten, ſehnſüchtig erwarle⸗ 5Hauch des Labetrunkes fühlte der Verſchmachtende den feuchten, erfriſchendent 8 A

an ſeinen verbrannten Lippen, ſchon leuchtete ſein brechendes Lebensluſt durchglüht: da mit einem Male richtete er ſich hoch eid mit einer Geberde des Abſcheues den Krug von ſich. daß das Waſſer Sand floß, und verſchied lautlos wenige Augenblicke ſpäter.

Was war es nun, empfand er plötzlich einen e den einen Mann aus niederer Kaſte entdeckt, a gegenzunehmen für ihn Befleckung geweſen wäre, eigenen hohen Kaſte nach ſich gezogen haben würde. war bei dem Hindu das Beſtreben, ſeine Kaſte rein

Briefe und Sendungen ſind zu richten an

-,

ſo heftigen Abſcheu? Er

die

Unter Verantwortlichkeit von A. Klaſing Verlag der Da⸗. an von Velhagen a K

A 7

uge, von neuer

ihn ſo ſehr erſchreckt hatte? Ans welcher Urſache dos ihn lorſuhſedlc boule in dem Hilfebringen⸗ aus deſſen Händen etwas ent⸗ welche den Verluſt ſeiner

Aber ſo tief gewurzelt zu erhalten, ſo ſehr durch⸗

Am FJanilientiſche.

in Bielefeld, herausgegeben von laſing in Bieleſeld und Berlin.

Redaction des Daheim in Le

drungen war er von dem Gefühle der Wichtigkeit derſelben, daß er den qun! vollſten Tod dem ſchrecklichen Schickſale vorzog, dieſelbe etwa verlieren a können.Grauenhaft, aber heroiſch, ſagte ein in ſeiner Nähe liegenden ebenfalls ſchwer verwundeter engliſcher Officier, der ſich natürlich nicht ſcheu das Waſſer aus denſelben Händen zu empfangen, welche der Hindu ſelbſt i höchſteodespein verächtlich zurückgewieſen hatte. R. v. S.

Räthſel für das große und kleine Daheim. I

Die zwei erſten Silben. Seltſam wahrlich, und doch iſts kein Wahn: Meine Blüthen ſetz' ich unterm Kolben an; In Merkurs Umarmung werd' ich roth; Naht ein Funke mir, ſterb' ich deu Flammentod. Die dritte Silbe. Von meinem eignen Kleid umarmt, Jetzt iſt das Blühen abgethan. Von mildem Sonnenſchein erwarmt, Jetzt bin ich kalt, um andere zu erwärme Setzt' einſt auch ich noch Blüthen an; Die ſich um meinen Tod nicht härma Das Ganze. Das Ganze iſt klein, wiegt kein dreißigſtel Loth, Und beinat doch dem großen dritten den Tod. Erſt gelb, wirdes blau; und zuletzt wird's voth, Und ſetzt Häuſer und Straßen und Stadle in Norh. Doch eh' es andern ein Leides droht, Stirbt es erſt ſelbſt den Flammentod. II.

III. Jahr

Un ſie d 1 ſentten 5 We MMis möglich llite war ſie

und geſ

Ein jedes Vöglein hat's im Neſte, geweſen Im ſtillen Lager jedes Thiee, 4 Es bergens Hütten und Paläſte, Doch Ein Dach nur gewährt es dir Unddennoch, ſchlägt dein Herzerh Zu dem, was über dieſer Welt,

So harrt es dein nur erſt dort obes, Und bleibt dir dort, wenn's hier zeiſ

Ein Wörtlein, traulich allen Ohren, Welch ſüß Behagen ſpricht es aus

Du fandeſt es, wo du geboren,

Du biſt's im lieben Vaterhaus.

Du fühlſt es warm am eignen Herde, Da ſonnſt du dich in ſeinem Licht.

In allen Fernen dieſer Erde,

Wohin du ſchweifſt, du findeſt's nicht.

troß ihres enenoit ihre Augen

ahte Augen fortm Entgeg 4

enkommend . n Ulend lich feſt diht

Rnett

J. ad

Wir beginnen aufs neue im dritten Jahre in dieſem Plauderſtübchen unſre Unterhalle 3 aac, und d 1 mit denjenigen unſrer freundlichen Leſer und Leſerinnen, die uns mit Briefen, Rathſchli ſomera I Lu p i) lch, 5

d do kommen heut . 1

Ein etwas

a welche dies eelhe dies

bait

k ſtn ſiſche Armee finden.

der Sache, daß es ganz Herrn Theod. W-r. in Hamburg. Wie Sie ſehen, war uns der Fall, der durch alle Bli

gelaufen iſt, nicht entgangen. 1 Herrn W. C. in L.

ier S. iſt

gezogen. Beſten Dank für Ihre Aufmerkſamkeit.

und munter, ſcheint ſich aber vor dem Beifall, den ſein Brief gefunden, ſchüchtenn

ſteckt zu haben. Fräulein Clara B. in K. Für die kommenden Winter erden

alſo die regelmäßigen 2 Bogen doppelt willkommen ſein. A. M. in Poſtert

wartet ein Brief auf Sie. Viel Glück auf den Weg; ſchneien Sie nicht d bringe

relchen Stoͤff veim fur uifreoiir. des Kan

Inyalt⸗ Friede! Gedicht von Karl Gerok. Das Weib Novelle von M. Ben Aron. Bilder aus dem Seeleben. Ein Ball auf Von Capitän Werner. Friehe! Originalzeichnung von A. von Will Ein Beſuch beim General vonNoltke. Mit Illuſtr. Sonderbares Gef Mit Illuſtr. von Leutemann.+ Am Familientiſche.

igig, Poſtſtraße Nr. 17.

Dr. Robprt Koenig in Leipzig. Druck ſon Liſcher* Wittig in Leipzig..