Ausgabe 
29.1.1832
 
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Als Beilage zum Giesser Anzeigeblatt.

Nro. 3.

Des Hessischen Boten 5 gesammelte Schilderungen und Betrach⸗

tungen des menschlichen Lebens.

Der Säugling. (Fortsetzung.)

In leisen Klängen verschmelzen der Orgel Harmonien; der ehrwürdige Diener Gottes wen⸗ det sich zu den Versammelten und redet:Ge⸗ liebte Brüder und Schwestern in dem Herrn, der goldne Frühstrahl des Morgens findet uns hier in dem Gotteshause zusammen, um einen neuen Ankömmling auf diese Erde, der noch auf keine Weise sich selbst fortzuhelfen fähig ist, unserer liebevollen Fürsorge anzuvertrauen, und dem guten Geiste, dem Geiste des Lichts und der Wahrheit, zu weihen. O, erfassen wir doch alle recht innig den hohen Ernst dieser fei⸗ erlichen Morgenstunde; wichtig, unendlich wich⸗ tig sind die Verpflichtungen, welche wir in der⸗ selben übernehmen, Verpflichtungen, von deren treuer oder nachlässiger Erfüllung das Wohl oder Wehe eines Menschenlebens abhängig ist. Dieses zarte, in der ersten Entfaltung seines

Erdenlebens begriffene Kind ist unserer Obhut und treuen Sorgsamkeit übergeben, wird von allen denen, welche die Bande des Bluts oder

soustige Verhältnisse an dasselbe knüpfen, einst

Sountag den 29. Januar

zurückgefordert werden; möge darum unter ihrer Wartung und Leitung es freudig zunehmen an Leibeskrüften, nicht minder aber auch wachsen in Erkenntniß des Wahren und Guten, Gott, den Seinen und allen Menschen zum Wohlge⸗ fallen. Vertrauensvoll schmiegt es sich an die an, welche ihm das Leben gaben; mit der Un⸗ schuld heiterer Miene lächelt es allen, die es umgeben, entgegen, sie um ihren Schutz gegen feindliche Eindrücke, um ihre Mitwirkung zu seiner Entwicklung und Ausbildung anflehend. O, wer wäre vermögend, diesen rührenden Bit⸗ ten der harmlosen Unschuld zu widerstehen, wer wäre vermögend, ihr, in welcher ein höheres Leben sich spiegelt, seinen Beistand zu versagen! Die zarten Kindlein führen uns Erwachsenen die heitere Unschuldswelt vor Augen, in welcher wir alle unser Erdenleben hinbringen sollten. Sie wissen noch nichts von Trug und Täuschung, von Neid und Zwietracht, von allen den Nän⸗ ken, welche, ist die Frühlingszeit ihres Daseyns vorüber, im Weltleben ihnen aufstoßen. Eingewiegt von den Armen der älterlichen Liebe, ist Liebe nur der freundliche Morgentraum ihres jungen Lebens, und Himmelsfriede strahlt aus ihren unentweihten Blicken. In diesem Sinne sagt der göttliche Meister:Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Himmelreich nicht empfänget als

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