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Aber braucht ein böses Weib Uns zur Gegenwehr, Rückt sie fechtend dir zu Leib, Ei! so laufe sehr! J. v. Gnirnoc.
Auflösung des Räthsels in Nr. 8: Europa— Polen.
Aphorismen.
Religion, wie groß, wie mächtig ist deine Wunderkraft!— Du wandelst Nauhheit um in Milde, Drohungen in Segnungen; du zähmest verwilderte Sitten, hemmst im lauten Kriegs⸗ getümmel oft das Schwert, mit dem der Krie— ger schonungslos des Verbrüderten Haupt zu spalten droht; lösest zugellose Grausamkeit auf in herzinniges Erbarmen; hältst aufrecht Gesetz und Gerechtigkeit; bringst näher die, welche einander fremd und feindlich gegenüberstanden, und lässest auf Schlachtgefilden, wo eben noch Tod und Verwüstung wütheten„ Altäre des Friedens entsteigen.— Du bist es, auf deren unerschütterlichen Säulen der Erdbewohner Heil gegründet ist.— Wohl! darum den Völkern, in deren Mitte du weilest, bei denen deine Tempel aufrecht stehen!— Wehe! dagegen den Landen, in welchen man dich gering achtet, in welchen deine Tempel der Zerstörung Preis gegeben werden.— O schlugen doch aller Menschen Herzen dir entgegen; hielten doch alle dich aufrecht; ließen doch alle sich von deinen Segenstrahlen erwärmen!— Des Elends wür⸗ de auf Erden weit weniger seyn.
Name des Monats Februar.
Der Name Februar kommt von dem latei— nischen Worte lebruare, reinigen, her. In die⸗ sem Monate, welcher ehedem der letzte des rö— mischen Jahres war, wurde nämlich das römische Volk durch Sühnopfer(kfebrualia) von allen im Laufe des Jahres begangenen Sünden ge⸗ reinigt. Der deutsche Name dieses Monats ist Hornung, welches Wort einige aus dem alten Hor, Koth, mittelst der Anhaͤngsylbe ung her⸗
geleitet wissen wollen, weil in diesem Monat gewöhnlich Thauwetter einfällt, besonders bei nicht lange anhaltendem Winter oder auch weil die Landleute in demselben ihre Felder düngen. Andere vermuthen: das Wort Hor⸗ nung komme von Horn her und der Monat sei deßwegen so benannt worden, weil in ihm die Hirsche ihre Geweihe ablegen und neue be— kommen.
Der in diesen Monat fallende Festtag ist
Mariä Reinigung oder Lichtmesse.
Nach dem mosaischen Gesetze*) war eine Wöchnerin nach der Geburt eines Knaben vier⸗ zig Tage unrein, und mußte, waren diese Tage abgelaufen, ein Reinigungsopfer im Tempi darbringen, welches bei Wohlhabenden auz einem Lamme und einer Taube, bei Unbemit— telten nur aus zwei Tauben bestand. a
Um dieses gesetzlich vorgeschriebene Opfer darzubringen und ihren Erstgebornen dem Ge— setze gemäß mit fünf Silbersekeln von der Ver⸗ bindlichkeit zum Tempeldienste zu befreien), begaben sich auch Jesu Aeltern nach Jerusalem, und thaten, was erforderlich war.(Luc. II. 22 fg.). Zum Andenken an diese Begebenheit wurde nun oben genanntes Fest von dem Pabste Gelasius I. im Jahre 492 angeordnet. Licht messe, Lichtfest, Lichtfeier wird es genannt, weil es an die Stelle eines heidnischen großen Lichtfestes trat, welches die römischen Frauen im Anfange des Februars feierten. Dieselben liefen nämlich mit angezündeten Fackeln durch die ganze Stadt Rom, zum Andenken, daß die Göttin Ceres ihre von Pluto, dem Gotte der Unterwelt, entführte Tochter Proserpina mit einer brennenden Fackel gesucht habe.
Pabst Sergius befahl im Jahre 689, daß jährlich am 2. Februar Gott dem Herrn Wachs⸗ kerzen geopfert, angezündet, und in einer feier⸗ lichen Procession mit Singen und Beten in der Kirche herumgetragen werden sollten, theils um sich die Darstellung des Kindes Jesu im Tempel sinnlicher vorzustellen, theils um die Ankunft des Heilandes in die Welt auszudrücken, den Simeon ein Licht nannte zur Erleuchtung der Heiden.
*) 3. Mos. XII. 1 fg.
a) 4. Mos. III. 47— 49.
Nedaction und Verlag der Brühl'schen Buch⸗ und Steindruckerei.


