Ausgabe 
12.2.1832
 
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Als Beilage zum Giesser Anzeigeblatt.

Nro. 7.

Sonntag den 12. Februar

Des Hessischen Boten gesammelte Schilderungen und Betrach⸗ tungen des menschlichen Lebens.

1. Der Säugling. (Fortsetzung.)

Nur der Mensch, der edlere Sohn der Natur ist nicht in diese weisheitsvollen Schranken ein⸗ geschlossen; er könnte wohl in ihnen sich be⸗ wegen, und das zu seinem Heile; doch er windet bald aus ihnen sich los, zieht ungebun⸗ den seine eigene Straße, und das zu seinem Wehe; denn er erkennt: auf diesem Wege sei sein Heil verscherzt, und Sehnsucht nach dem verlornen Gute treibt ihn hin und her. So gibt es für ihn ein doppeltes Seyn, ein Seyn der Gesetzmäßigkeit, das Heil, ein Seyn der Ungebundenheit, das Unheil mit sich führt. Stimmt dieß zu der Weisheit, die in der ewigen, nach dem Gesetze des Ebenmaaßes des Einklangs und der Dauer schaffenden Natur sich offenbart? Ist dieß nicht Widerspruch?

Scheinbarer Widerspruch nur, der bei tie⸗

ferem Eingehen in dein Selbst, o Mensch, bei gehöriger Ergründung deines Verhältnisses zu der dich umgebenden Welt nicht nur verschwin⸗ det, sondern auch die hohe Würde, welche der Weltenschöpfer dir verliehen hat, dich erkennen

lehrt. Die äußere Gestaltung, welche die Natur dir gab, dein Leib steht, so kunstreich auch sein Bau ist, mit denen der Thiere auf einer Lebensstufe, würde denselben zwingenden Ge⸗ setzen, wie diese, unterworfen seyn, wäre er nicht mit der Fähigkeit begabt, einen höheren Bewohner aufzunehmen, der seiner als Werk zeug sich bediene. Dieser höhere Bewohner ist nicht mit den Sinnen zu erfassen, gleichwie der, welcher das Weltall schuf, lenkt und erhält, mit den Sinnen nicht begriffen wird. Er ist ein Geist und soll, wie der, von dem er ausgeht, im Großen wirkt, im Kleinen wirken; er ist, wie der Urgeist, der alles gestaltet, nach dem ihm eigenthümlichen Gesetze des Ebenmaa⸗ ßes, des Einklangs und der Dauer, nicht von seinen Gestaltungen abhängt, sondern alle Lebenskräfte in sich schließt, sich vollkommen ge⸗ nügt, unabhängig von der Körperwelt, be stimmt in dem Leib, der die Fähigkeit ihn auf⸗ zunehmen besitzt, wirksam zu seyn nach dem, auch ihm gegebenen, Gesetze, das Ebenmaaß, Einklang und Dauer in die Gestaltungen bringt. In dieser Beziehung sagen die heiligen Ur⸗ kunden: Gott habe den Menschen ihm zum

Bilde geschaffen, demselben die Herrschaft gege⸗

ben über die Erde. Der Mensch ist also sei⸗ nem Geiste nach über der Naturgesetze Zwang erhaben, theilhaftig des Gesetzes, das von ihm Uebereinstimmung in allem seinem Thun und

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