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hegt. spricht sich laut bei jeder Gene aus; die Steuern, welche zu keiner Zeit so übermäßig gewesen sind, bereiten Auftritte vor, die das Herrscherthum eines Marat und Robespterre 8 vermögen werden.
ee e Pechke⸗s
Der Heirathslustige.
Freund, hör' ich recht, so willst Du frei'n? Gut, ich wil Freiersmann Dir seyn. Ein Mädchen, Freund, weiß ich für Dich; Gebildet, schön, fein tugendlich, Ein Engel dieser Welt!— Kalt sprach der Heirathskandidat, Die Tugenden, die Diese hat, Sind Dinge, die annehmbar sind. Doch Freundchen, sage mir geichwind! Han wet die n— Geld? a A. L. Ro senthal.
Bemerkung von F. L. B.
Ich hörte einmal auf einer Neise am Wirths⸗ tische zwei Schlossern zu, wie sie über Welthän⸗ del und Staatseinrichtungen sprachen, und sie hätten für talentvolle A-B⸗C⸗Schützen in die⸗ sen Fächern gelten können, wenn sie in der Nähe ihrer Esse und ihres Schraubstoc 8 geblieben wã⸗
ren. Endlich aber bekamen sie es, in ihren eige⸗
nen Unsinn verwickelt, genug und gähnten einander an.
Vetter!— sagte endlich der Eine,— das war doch eine andere Zeit, wo wir uns über das große Schloß zur Amtskasse wochenlang alle Abende unterhielten und stritten. Du hast Recht!— versetzte der Andere;— ich wollte, die Zeit käme wieder.
R A T he.. In trüben Wintertagen Erfülle ich die Luft. Und Thier' und Menschen klagen Ob meinem gift'gen Duft.
Doch rückwärts mich gelesen, Besteht die Welt durch mich;
Und Alles müßt' verwesen, et die Erde ich. N A. L. Ne sent hal
Buchstabenraͤthsel.
Mit 2 bin ich ein Strom im lieben Chatten⸗ lande. Mit B liebt mich im Schnee ein jeder Un⸗ bekannte. q Mit Z zermalme ich das härteste zu Brei. Mit H verkünd'ge ich den Tag durch mein
Geschrei. Mit W everdrehe ich oft manchen graden Sinn. Nun rathe wie ich heiß und was ich allt bin.
An L. Rosenthal, Auflösung der Homonyme in Nr. 9: Nagel.
Heinrich IV. und sein Schneider.
Der Schneider Heinrichs IV.*) übergab demselben einen Plan zu besserer Verwaltung des Reichs. Der König nahm lächelnd das Papier; als aber der Schneider wieder kam und wahr scheinlich in seiner Einbildung sich schon zum Günstling bestimmt sah, klingelte Heinrich IV. und sagte zu einem eintretenden Kammerdiener: Ruf' mir den Minister, daß er mir Maaß neh⸗ me zu einem Kleide; denn mein Schneider wird künftig Staatsverfassungen zuschneiden.
Europa und der Friede.
Die Jungfer, deren Bild vor Homanns Atlas prangt,
Europen, hört ich jüngst hold mit dem Frieden kosen:
Komm, sei mein Bräutigam! und brich mit ir die Rosen 5
Getreuer Lieb und Lust, wonach mein Herz ver⸗ langt!— 5
Gern schmeckt' ich, sprach der Gott, mit ne Muth dein Gosen,
Versalzten mir die Lust nicht deine—, 1 — Franzosen!—
*) König von Fiäntteich von 1589— 1610.
Nedaction und Verlag der Brü lh lichen Buch und Stelndluckerei, 9 701


