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falls verlustig. Landgraf Moritz entließ fünf und fünfzig Theologen, welche die vier Hauptver⸗ besserungspuncte nicht hatten unterschreiben wollen. Ludwig V. sicherte den Marburgischen Theologen, Leuchter, Winkelmann und Mentzer seinen Schutz zu; beschied sie nach Darmstadt, und eröffnete den Ständen des Oberfürsten⸗ thums und der Grafschaft Katzenellnbogen auf einem Landtage zu Gießen: er wolle ein Gym⸗ nasium illustre, das heißt eine Universität grün⸗ den, zu welchem Zwecke auch die Stände eine gewisse Steuer bewilligten. Mit dem Gymna⸗ gium illustre wurde ein Paedagogium trilin- gue verbunden, worin die lateinische, griechi⸗ sche und hebräische Sprache gelehrt werden sollten.
(Fortsetzung folgt.)
Ueber Aufklaͤrung und Freiheit der Gedankenaͤußerung.
Aufklärung wird nicht in einem flüchtigen Zeitabschnitt errungen,— nicht mit einem Male über ein Volk verbreitet.— Wie das ge⸗ sammte Daseyn nur stufenweise seine Gestaltun⸗ gen entfaltet, und das nicht in lärmendem Tosen, in prunkendem Schaugepränge, sondern in geräuschloser Stille, in langsamer, unschein⸗ barer, aber sicherer Entwickelung zur Reife;— so erblüht wahre Aufklärung nur in der Werk⸗ halle des stillen Hauskreises aus der Veredlung des eignen Selbstes, der gegenseitigen Anre— gung für das Wahre, Gute und Schöne und der Kräftigung des Willens zur Ausübung der erkannten Wahrheit.— Von da aus verbreitet sie sich, ohne ungestümes Drängen, doch immer vester Wurzel fassend, segnend und beglückend uber ganze Geschlechter.—
Wie sehr mißkennen diejenigen, welche in unsern Tagen die Völker aufklären wollen, die wahren Bedürfniße der Menschheit.— Aus dem gemüthlichen Hauskreise suchen sie deren Glieder herauszureißen in das öffentliche Leben, wie sie ihre eigenen zu Markte gebrachten Staats⸗
klügeleien zu nennen belieben, und entfremden
so den wackern Bürger einem anspruchslosen Wirken für seine und seiner Mitmenschen Ver⸗ edlung; säen aus den Samen der Zwietracht und der Verderbniß.— Wie kann an ihren hochfahrenden Klügeleien, an ihren Umsturz der
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bestehenden Ordnung, Widersetzlichkeit gegen die heiligsten Gesetze predigenden Prunkreden der Volksgeist sich erleuchten, der Gesammt⸗ wille sich erstarken!— Der Volksgeist wird nur erleuchtet unter dem Schutz und Schirm weiser und kräftiger Gesetze, durch vorurtheilsfreie Hinweisung auf die in allen Zeiträumen her⸗ vortretenden, durch ihre Erfolge von ihrer Ver⸗ nunftmäßigkeit zeugenden Thaten der Edlen, der muthigen Freunde der Wahrheit;— der Gesammtwille wird nur erstarkt durch gegensei⸗ tige Anregung, dem Beispiele der Tugendhel⸗ den der Vor- und Mitzeit zu folgen, durch Er⸗ tödtung des schnöden Eigennutzes, des trüben Quell's alles Unheils, und durch Erstrebung der wahren und bleibenden Güter, der Tugend und der mit ihr verbundenen göttlichen Freiheit.
Wehe! allen denen, welche den Alltagsklu⸗ gen folgen, ohne selbst zu prüfen, deren mit heuchlerischem Selbstlobe gepriesenen Zwecke durch auf gleißnerische Weise erzielte Vereine und Geldbeiträge ünterstützen. Möchte doch die um ihre Augen geschlungene Binde fallen, ehe es zu spät ist;— das ihnen den nichts Arges Ahnenden vorgegaukelte Blendwerk zerstieben, ehe der schwarze Abgrund des Verderbens, wel⸗ chen dasselbe birgt, vor ihren geöffneten Augen klaffend sich spaltet, zu verschlingen alle dieje⸗ nigen, deren Werke der Vater der Lüge mit der Mutter der Finsterniß, der heillosen Unver⸗ nunft, erzeugte.
Rede- und Schreibfreiheit zu besitzen, ist fürwahr ein großes Gut.— Mögen immerhin Gegensätze sich bilden;— aus den Gegensaͤtzen geht die Wahrheit hervor.— Wie die Ueberein⸗ stimmung der Körperwelt aus der Wirkung und Gegenwirkung entgegengesetzter Pole hervorgeht, deren Dauer auf dem Gleichgewichte einander scheinbar befeindender Kräfte beruht,— so be⸗ steht auch das vernünftige Seelenleben der Ein⸗ zelwesen sowohl, wie der Gesammtheit in einer Verbindung mit einander in stetem Gegensatze stehender Kräfte, und das höchste Streben der mit dem Vermögen der Selbstbestimmung be⸗ gabten Geisteswesen muß dahin gehen, den Wi⸗ derstreit der Kräfte in Dauer begründendes
Gleichgewicht aufzulösen.— Nur der Staat, dessen Glieder ein solches Streben beseelt, ist
wahrhaft frei zu nennen;— nur ein solcher schreitet mit sichern Schritten der Verwirklichung des höchsten Staatszwecks, der möglichsten Ver⸗ edlung seiner Glieder unaufhaltsam, ent⸗


