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Giessen und seine Umgebungen : mit sechs Stahlstichen / geschildert von Eduard Duller
Entstehung
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kommt die Burg(ich spreche nämlich bis jetzt noch immer von der oberen Burg, der eigentlichen alten Stauffenburg, nicht von der unteren, vor welcher wir eben stehen) unter den Benennungen:»Stauffinberg, Stoyphenberg« u. s. w. vor, und zwar, soweit geschichtliche Nachrichten reichen, im Besitze der Grafen von Ziegenhain, welche Stauffenberg von der Abtei Fulda zu Lehen trugen. Durch Vermählung mit einer Erbtochter von Ziegenhain erhielt Friedrich, ein Sohn des Landgrafen Ludwig des Eisernen von Thüringen(er lebte von 1186 bis 1229) nebst einem Antheil an den Besitzungen des Geschlechtes Ziegenhain, auch einen an der Stauffenburg. Bei dem Vergleich über die Erbschaft zwischen Thüringen und Ziegenhain aber, welcher nach Friedrichs Tode im Jahre 1233 vorgenommen wurde, verzichtete Landgraf Konrad auf die Stauffenburg. Im Jahre 1296 wurde sie durch Kaiser Adolf den Nassauer mit einem stattlichen Heere belagert und zwar aus folgendem Anlass: Landgraf Heinrich von Hessen hatte das Land zwischen seinen Söhnen getheilt und darüber entstand ihm ein Streit mit seinem Sohne Otto, der eine Hausfrau genommen hatte wider des Vaters Willen. Da begab es sich, dass der Landgraf schwer erkrankte und schon für todt gesagt wurde. Als Otto diese falsche Botschaft bekam, zog er gen Kassel und liess sich huldigen, und vein Schwager Graf Gottfried V. von Ziegenhain bestärkte ihn in seinem Be- ginnen. Da schickte der Landgraf Klagebriefe an den Kaiser Adolf und bat ihn um Hilfe. Der Kaiser kam herbei und der Landgraf erhob sich alsbald vom Siechbette und zog mit dem Kaiser und vielen Herren und reisigem Volk vor die feste Stauffenburg. Nun versprach Gottfried von Ziegenhain in der Bedrängniss, er wolle seinen Schwager Otto zur Unter- werfung bewegen. Und solches geschah auch nach langem Bedenken, also dass Otto die Theilung annahm, wie sie sein Vater bestellt hatte. Elisabeth, die Tochter des Grafen Ludwig von Ziegenhain, erhielt bei ihrer Vermählung zur Aussteuer die Hälfte der Stauffenburg; 1305 wurde diese von Mechtilde, der Wittwe des Grafen Gottfried von Ziegenhain, erkauft. 1314 nahm Graf Johann von Ziegenhain den Grafen Johann von Solms als Burgmann von Stauffenburg auf. 1341 schloss