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„Caplus erat princeps uon Marte sed urte Philippus, Cum bene manitum destrueretur opus.
MNominis hoc patrü Ludovicus amore refecit Anno bis septem lustra sequenle nouo.
Principe dignus honos, patriae sarcire ruinas, A quibus Hassiacos, Christe, luere polos.
Und als Ludwig IV.(1604) stirbt(mit ihm erlischt auch seine Linie), erwächst gar bald eine bedauerliche Spannung zwischen den Gliedern des fürstlichen Hauses. Zwar hat Ludwig IV. in seinem letzten Willen verordnet:»Marburg soll eine Ge- sammtuniversität, so wie das stattliche Zeughaus in Giessen mit seinem reichen Kriegsbedarf unzertrennt, der evangelisch- lutherische Glaube bei allen Nachfolgern aufrecht bleiben und endlich das Testament selber in voller Kraft.“ Aber alle diese Satzungen vermögen den Unfrieden zwischen den Linien Darm- stadt und Kassel nicht zu ersticken. Endlich wird ein Aus- tragsgericht, um den Zwist zu schlichten, bestellt, und dies entscheidet also:»der Kasselschen Linie soll die Universität Marburg, der Darmstädtischen die Festung Giessen mit dem Zeughaus verbleiben.“ Aber auch damit ist die Irrung noch nicht ausgeglichen. Sie nimmt vielmehr zu, als Landgraf Moritz von Hessen-Kassel die reformirte Glaubenslehre in Marburg einführen will, und zwar mit Gewalt,— das schlechteste Mit- tel, um religiöse Ueberzeugungen zu begründen. Welche Be- ziehung hat dies für Giessen? Es scheint: keine; und den- noch ist's eine wichtige, in einer Zeit, wo eine religiöse Form noch so vielen Brennstoff in sich trägt. Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt nimmt nämlich die lutherisch- gesinnten Theologen und Professoren von Marburg, welche sich weigern, die sogenannten Verbesserungspunkte des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel zu unterschreiben und desshalb flüchtigen Füsses aus Marburg fortziehen, mit offnen Armen in seinem Lande auf. Er stiftet nach Uebereinkunft mit seinen Land- ständen 1605 in Giessen ein„gymnasium illustre“ und ein „paedagogium trilingue“. Erster Rektor des Gymnasiums ist Johann Winkelmann. Aber damit ist der eifrige Landgraf Ludwig V. nicht zufrieden. Eine Hochschule soll sich in


