Teil eines Werkes 
Abt. 1./2 (1806)
Entstehung
Seite
527
Einzelbild herunterladen

Auch durch das Athemholen wird die in der eingeathmeten atmosphaͤriſchen Luft befindliche Le⸗

bensluft in ihre Beſtandtheile zerlegt. Der Sauer⸗ ſtoff verbindet ſich mit dem Blute und ſetzt dieſes

in den Stand, das Herz zum Zuſammenziehen zu reitzen und dadurch den Kreislauf des Bluts zu be⸗ wirken. Der dadurch frey oder fühlbar gewordene Waͤrmeſtoff vereiniget ſich gleichfalls mit dem Blute und verbreitet ſich bey dem Kreislauf deſſelben durch den ganzen Koͤrper. Die eingeathmete Stickluft und Luftſäͤure werden unveraͤndert wieder ausgeath: met, und zwar enthaͤlt die ausgeathmete Luft weit mehr Luftſaͤure als eingeathmet worden iſt, indem ein betraͤchtlicher Theil der letztern Luftart in der Lunge gebildet wird. Reine Lebensluft einzuathmen wuͤrde unſern Koͤrpern nicht zutraͤglich ſeyn, wie dies Verſuche mit warmbluͤtigen Thieren beweiſen, welche dadurch bald in einen fieberhaften Zuſtand verſetzt werden; daher ihre heftige Wirkungen durch die Vermiſchung mit Stickluft von der r Natur ges maßigt worden ſind.

Soll nun die atmosphaͤriſche Luft zur Untert haltung des Athemholens tauglich, d. i. reſpirabel

ſeyn, ſo muß ſie auch den erforderlichen Grad von

Reinigkeit haben, d. i., ſie muß einen hinlaͤnglichen Antheil Lebensluft enthalten. Ferner muß ſie auch

von fremden Subſtanzen moͤglichſt rein, und alſo

auch nicht feucht ſeyn. Ihre Temperatur darf nicht zu warm, auch nicht zu kalt, auch ſo viel als

mozlich gleichfoͤrmig und nicht einer zu ſchnellen

8