Ausgabe 
29.1.1832
 
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i wegen seines untersetzten Körperbaues duct Fach gentgelenkt worden und dieser so zur Herzogswürde gelangt.

Piast herrschte 19 Jahre(842 861) und entsprach zur Genüge den Erwartungen, welche das Volk sich von ihm gemacht hatte. Er ver⸗ legte den Hofsitz von Kruschwitz wieder nach Guesen, wo er, geliebt und geehrt von seinen Unterthanen, lebte und starb. Ihm folgte sein von den heiligen Männern gesegneter Sohn Zie⸗ movit, welcher das Kriegswesen ordnete, die Böhmen und Kassuben besiegte und nicht nur die nach Popiels Tode verloren gegangenen Landes⸗ theile wieder erlangte, sondern auch seine Staa⸗ ten ansehnlich erweiterte. Nach des wackeren Ziemovit Tode wurde die Herrschaft seinem Soh⸗ ne Lechus übertragen, welcher, den biederen Ahnen nachstrebend, gleich ihnen von seinem Volke geliebt und geehrt wurde. Gleichen Ruhm erwarb sich sein Sohn und Nachfolger Ziemo⸗ mislaus, welcher, ohne Furcht zu kennen, durch Liebe zum Frieden sich auszeichnete. Ein Kum⸗ mer nur trübte des Ziemomislaus Leben; er hatte einen einzigen Sohn und dieser war blind gebo⸗ ren. Als aber dessen achter Geburtstag gefeiert wurde, an welchem der Landessttte zufolge ihm das Haar abgeschnitten und ein Name beigelegt werden sollte, saß der bekümmerte Vater wäh⸗ rend der Tafelfreuden in Wehmuth versunken da, und gedachte in stillem Gebete des unglück⸗ lichen Sohnes. Da erscholl plötzlich der Ruf: der Knabe sei sehend, und von ihrem Sitze erhob sich die Mutter, die Wahrheit des Gerüchtes zu erkunden. Wirklich war der Blindgeborne zum Gebrauch seiner Augen gelangt und hocherfreut führte die Mutter den Lichtbegabten dem Vater und den Gästen zu. Dieser Sohn, Miecislaus genannt, erhielt nach des Vaters Tode(964) die Herrscherwürde. Durch ihn wurde das Chri⸗ stenthum in Polen eingeführt, daher sein Bei⸗ name, Auge der christlichen Religion.

(Fortsetzung folgt.)

Der Leuchtthurm auf der Insel Pharos. (Hierzu folgt nächstens die lithographirte Abbild ung, Tafel J.)

Pharos hieß eine Insel bei Alexandrien in Aegypten. Auf dieser Insel, welche den Hafen von Alexandrien schloß und deckte, ließen die Ptolemäer, Nachfolger des Eroberers Alexan⸗ der in Aegypten, durch den Baumeister Sostra⸗ tus von der Insel Knidos einen Leuchtthurm

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errichten, damit die Seefahrer nächtlicher Weile beim Einlaufen in den Hafen von Alexandrien das seichte Ufer von Aegypten und die Klippen dieser kleinen Insel vermeiden könnten.

Dieser Leuchtthurm, welcher unter dem Na⸗ men Pharos bekaunt ist und als der berühmteste unter allen Leuchtthürmen des Alterthums zu den sogenannten Wunderwerken der alten Welt ge⸗ rechnet wird, war auf der östlichen Spitze der Insel auf einem Felsen erbaut, und seine Mau⸗ ern wurden vom Wasser bespült. Er hatte eine Höhe von beinahe 531 Rheinländische Fuß; war in seinen Fugen mit gegossenem Blei eingelegt und bestand aus acht gewölbten Stockwerken, die mit Gallerien umgeben waren und von Mar⸗ morsäulen getragen wurden. Er war viereckigt und seine äußeren Flächen waren von blendend weißen Marmorquadersteinen aufgeführt, wel⸗ ches den Schifffahrenden bei Tage um so mehr zu statten kommen mußte, da die Strahlen der Sonne auf den Ost⸗, Nord- und Westseiten die⸗ ses Denkmals in den Vor- und Nachmittags⸗ stunden gleichsam wie auf einer Spiegelfläche gebrochen und mit einem bewunderungswürdi⸗ gen Glanze auf eine erstaunlich weite Entfer⸗ nung ins Meer zurückgeworfen wurden.

Auf seinem abgeplatteten Gipfel ward des Nachts ein Wachtfeuer unterhalten, welches alle Abende angezündet werden mußte.

Außerdem zierte die Höhe dieser Warte ein großer aus polirtem Stahle verfertigter Spiegel, dessen Richtung nach der Seeseite gerichtet war und der den Beobachtern auf der Warte zu ei⸗ nem Hülfsmittel diente, die aukommenden Schiffe in einem dem bloßen Auge fast unerreichbaren Abstande wahrzunehmen. Wenn das unbewaff⸗ nete Auge noch nicht die geringste Spur von einem in der größten Entfernung sich der Küste nähernden Schiffe sehen konnte, so war das ganze Bild eines solchen Fahrzeugs schon auf der Fläche dieses Spiegels sichtbar. Man konnte an den Flaggen sodaun erkennen, welcher Na⸗ tion oder welchem Seehandel treibenden Staate

s zugehörte.

Dieses Riesengebäude ist wahrscheinlich un⸗ gefähr 283 J. v. Chr. Geb. vollendet worden und hat 4600 Jahre lang gestanden. Welche Natur⸗ kraft, welche furchtbare Begebenheit dieses Denk⸗ mal menschlicher Kühnheit zertrümmert habe, hat die Geschichte nicht bis auf uns gebracht.