Ausgabe 
25.3.1832
 
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Aus dem Leben Kaiser Maximilians J.

Diensteifrige Genealogen hatten dem deut⸗ schen Kaiser Maximilian I. seinmännliches, jedoch lang unterdrücktes Geschlecht bis zur Arche Noahs zurückgeführt. Da ließ dieser freundlich lächelnd die Worte fallen.

Ich bin ein Mann, wie ein anderer Mann, Nur daß mir Gott die Ehre gann;

Als Adam hackt' und Eva spann,

Wo war damals der Edelmann?

Name des Monats Maͤrz.

Der Name März ist aus dem lateinischen Martius entstanden. So nannte Romulus, Roms Erbauer und erster König, den ersten der zehn Monate, in welche er das Jahr getheilt hatte, seinem vermeintlichen Vater, dem Kriegsgotte Mars, zu Ehren. Der deutsche Name dieses Monats ist Lenzmonat.

Der 25. März ist dem Andenken an die Luc. I. 26. 38. erzählte Begebenheit, die der Maria ge⸗ wordene Verkündigung: sie werde den Welthei⸗ land gebären, geweiht.

Fastnacht, Aschermittwoch und F a⸗ sten zeit. i

Die ganze Zeit von dem Feste der heiligen drei Könige an bis auf den Aschermittwoch, deßgleichen der Tag vor dieser Nacht, heißt Fastnacht. Die Art und Weise, wie diese Tage noch an vielen Orten begangen werden, hat ihren Ursprung von einem heidnischen Feste, dem Narrenfeste, welches die Römer am Anfange des -Jahres mit Belustigungen aller Art feierten.

Sie kleideten sich kostbar, zierten ihre Thü⸗ ren mit Kränzen, zündeten Freudenfeuer an, schickten einander Geschenke, führten Schauspiele auf, und tanzten lärmend durch die Stadt. Mannsleute steckten sich in Frauen⸗ und Frauen⸗ personen in Mannskleider; viele zogen Felle von Thieren, vorzüglich von Hirschen an, oder setzten sich wenigstens die Köpfe derselben auf; man vermummte sich auf verschiedene Weise, und beging nicht selten die gröbsten Ausschweifungen. Man überfüllte sich mit Speise und Trank, und trieb den schändlichsten Muthwillen.

Obwohl nun die ersten Christen Freuden di ser Art verabscheuten; obwohl die Aae Kirche gegen solche Ausschweifungen eiferten nachdrücklichst davor warnten, und die Christen vielmehr zu Gebet und Fasten an diesen Tagen aufmunterten, so schlich sich doch im siebenten Jahrhunderte ein ähnliches Fest in der christli⸗ chen Kirche ein. Man hat im Scherze Bischöfe Aebte und Aebtissinnen erwählt. Diese wurden mit den Kleidungsstücken und Ehrenzeichen die ihrer Würde angemessen waren, versehen und mußten am Neujahrstage in den Kirchen das, was einem Bischofe oder Abte zusteht, verrichten. Dann wurde im nämlichen Orte ein kostbares Gastmahl aufgetischt, und mit großen Lärmen genossen. Die Freude zeigte sich wih Man sang, tanzte und berauschte sich. Es er folgten manchmal Schlägereien und bisweilen Blutvergießungen. Das Bet- und Lehrhaus wurde in ein Tollhaus verwandelt. Endlich ver⸗ mummte sich Alles; der Bischof oder Abt der großen Buben wurde in einen Wagen gesetzt und durch alle Gassen zur Schau geführt. Seine Begleiter trieben den frechesten Muthwillen, um sich und das Volk zu belustigen. Noch im Jah; re 1444 herrschte dieser schändliche Mißbrauch.

Auch heut zu Tage sind die sogenaunen Fastnachtstage die Zeit einer allgemeinen Freu⸗ de, die jedoch von jener der erwähnten Zeiten sehr verschieden ist, und sich größtentheils in den Schranken der Mäßigkeit und eines edlen Anstandes erhält. O möchte man doch nie ver gessen, was der Dichter singt:

Der weisen stillen Fröhlichkeit Darf jedes Herz sich weih'n, In Unschuld und mit Mäßigkeit Des Lebens sich erfreu'n.

f Der erste Tag in der Fasten ist der Ascher⸗ mittwoch, wo man nach geschlossener Fast⸗ nachtslustbarkeit in der kathol. Kirche die Fasten damit anfängt, daß man in der Kirche die Chri⸗ sten äschert, das ist, mit geweihter Asche bestreut. Der Priester spricht, wahrend er den Christen die Asche auf das Haupt streuet, die Worte: Bedenke, o Mensch, daß, weil du Erde und Asche bist, du auch wieder zu Erde und Asche werden mußt!

Nedaction und Verlag der Brühl'schen Buch⸗ und Steindruckerei.