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könne, als es ohne Störung der öffentlichen Ord⸗ nung geschehen kann.— Wahrhaft frei ist nur derjenige Mensch, welcher alles dasjenige zu thun vermag, was, ohne den Rechten und Be⸗ fugnissen Anderer zuwider zu seyn, seine eigene und seiner Mitmenschen Glückseligkeit begründet. — Eine wie große Kluft liegt zwischen dieser wahren Freiheit und jener Scheinfreiheit, welche von Wahn und Irrthum verblendete Völker, uneingedenk ihrer Wohlfahrt, zu erstreben such⸗ ten.— Selbstsüchtlingen hingegeben, aus wel⸗ chen ihnen die grausamsten Zwingherren erwuch⸗ sen, eilten sie, die um ihre köstlichsten Besitz⸗ thümer Betrogenen, unausbleiblichem Verderben entgegen.— Glücklich sind diejenigen Völker zu preisen, bei denen weise und muthige Bürger wahre Freiheit zu begründen unablässig bemüht sind.— Wie aber sollen sie dabei zu Werke gehen?— Sie sollen vor allen Dingen die er⸗ sten und die wesentlichsten Feinde ihrer Freiheit bekämpfen und zwar da, wo solche am gefähr⸗ lichsten und mächtigsten sind,— jeder in sich selbst.— Soll wahre Freiheit in einem Staate blühen, so müssen seine Bürger und vorzüglich die angesehensten unter denselben sich selbst von dem Joche ihrer Vorurtheile, ihrer unordentli⸗ chen Begierden, ihrer Leidenschaften, kurz von der Zwingherrschaft der Einbildung frei machen; alle ihre Wünsche in die glücklichen und beschei⸗ denen Grenzen einschränken, welche Natur und Vernunft gebieten, und nichts verlangen, was den Gesetzen, der Ordnung und der Gerechtig⸗ keit widerspricht.— Sie müssen die wahren, die dem Zufalle, der Ungerechtigkeit und der Bosheit nicht unterworfenen, die dem Menschen eigenthümlichen Güter umfassen und sich durch den Besitz derselben in die vollkommenste Unab⸗ hängigkeit setzen, in eine Unabhängigkeit, durch welche sie sich uͤber alle Streiche des Glückes und über alle Macht der Erdenverhältnisse er⸗ heben.— Nur durch Weisheit und Tugend kann wahre Freiheit erworben und behauptet werden; — frei ist allein derjenige zu nennen, welcher unter allen Lagen des Lebens sich selbst zu be⸗ herrschen vermag. Nach Isaak Iselin.
Raͤthsel. Gott sieht es nie, der Kaiser selten,
Anekdote
Räthsel. Der es macht, der will es nicht; Der es trägt, behält es nicht; Der es kaufet, braucht es nicht; Der es hat, der weiß es nicht.
Auflösung des Räthsels und der Charade in Nr. 3. Branntweinbrenner.— Rosenthal. 5
Die Antrittspredigt. Wie, sprach zu Kunz Herr Pastor Brede, Gefiel wohl meine Antrittsrede, Die ich hier hielt vor Jung und Alt? So sehr, sprach Kunz ganz unbefangen, Daß Alle brennen vor Verlangen,
Ihr Abschiedswort zu hören bald. N—.
Nuͤtzliches Allerlei. 2. Mittel gegen Frostbeulen. e) Noch einige bei verschiedenen Vol N kern gebräuchliche Heilmittel.
Bei den Engländern bedient man sich zut Heilung der Frostbeulen warmer Asche, inden man dieselbe zwischen Leinwand legt und auf die geschwollenen Theile bindet. Die engländischen Matrosen legen mit warmem Essig angefeuch⸗ tete Lappen auf die leidenden Theile. Die Schwe⸗ den heilen Frostbeulen durch Aufschläge von er⸗ frornen und zerstoßenen, mit ungesalzener Butter vermischten Rüben; die Russen durch Einreiben mit einer Mischung von 2 Unzen Terpentinöl, 5 Unzen Olivenöl und /½ Unze Schwefelsaͤure. Die Lappländer halten ein Stück Käse an das Feuer und salben die Frostbeulen mit dem von
Doch alle Tage Bauer Velten.
demselben abtröpfelnden Oele.
Redaction und Verlag der Brüͤh l'schen Buch⸗ und Steindruckerei.


