Ausgabe 
19.2.1832
 
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dem, was die Wahrheit uns gebietet,

Zur Laͤnder⸗ und Voͤlkerkunde.

In Dahomey, auf dem Westrande von Hoch⸗ Afrika, betrachten sich alle Einwohner als Sclaven des Königs, dessen Haupteinkommen im Verkauf seiner Unterthanen besteht. Nur für ihn leben und fechten sie in ihren Schlachten. Was er über sie gebietet, wird ohne Widerrede Daher werden die Kinder den Ael⸗ tern entrissen und erhalten eine Art öffentlicher Erziehung. Die Ausübung der blutigsten Grau⸗ samkeiten ist dem Könige als ein Gottesgericht zugestanden. Sein Ruhm ist der Ausspruch: Der König geht im Blute von seinem Throne bis zu seinem Grabe und bewässert jedes Jahr die Gräber seiner Vorfahren mit Menschenblut. Es ist Verbrechen zu behaupten, der König von Dahomey sey sterblich; esse und trinke und schlafe so wie andere Menschen. Bei der Thronbestei⸗ gung erklärt der Monarch, daß er Niemanden kenne und kennen wolle, sondern nur die Ge Er hat das Monopol, Nur wer 20,000 Kowries bringt und sich vor das Thor des Palastes in den Staub wirft, erhält eine Frau. Hofsänger besingen die Thaten des Königs und seiner Feldherren. Als Fetisch verehren sie den Tiger und sagen den Europäern: Wir müssen mit diesem zufrieden seyn, weil ein besserer Gott, der den Weißen so Vieles gegeben hat, sich uns.

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vollzogen.

rechtigkeit handhabe. die Frauen zu verkaufen.

noch nicht kund gethan.

Mittheilungen aus der Geschichte von Polen. 2

Boleslaus Chrobry, der erste König f von Polen.

(A. G. 999 1025.) (Schluß.)

Brennend vor Begierde, Polen über alle nordischen Mächte zu erheben, griff nun Bo⸗

so unser wahres Wohl verscherzen, und von Reue gequält sehnsüchtig ringen nach dem, was allein Friede uns zu gewähren im Stande ist.

(Fortsetzung folgt.)

leslaus aufs Neue den Plan auf die fru dem Reiche von den Nussen kugebgten Ga trächtigungen zu rächen. Die Umstände waren diesem seinem Plane äußerst günstig; denn Zwie⸗ tracht und Bürgerkriege tobten in dem Russen⸗ reiche, seit dessen Herzog Wlodomir es unter seine zwölf Söhne getheilt hatte. Nach manchen blutigen Kämpfen, welche das Lebensende des alten Vaters beschleunigt hatten, mußte Snan⸗ tepolk, der ältere Bruder, dem jüngeren Jaris⸗ laus weichen. Er flüchtete sich nach Polen und bestürmte den Voleslaus mit Bitten und Flehen, ihm wiederum zu dem Besitze seiner Erbstagen zu verhelfen. Mit einem gewaltigen Kneags⸗ heere drang Boleslaus in das Innere des z, ßen Russenlandes ein, und erst der reißen Fluß Bog), an dessen jenseitigem Ufer Jari, laus mit seinen Kriegerschaaren sich aufgestelt hatte, drohte ein weiteres Vordringen zu ver, eiteln. Da stellte, nach mehreren vergeblichen Versuchen, über den reißenden Strom zu ii tzen, der kühne Boleslaus seine Reiterei so auf, daß durch selbige der Gewalt des Stromes Gren. zen gesetzt werden konnten, und vertraute mit seltenem Muthe sein Leben den trügerischen gl then an. Die tapfern Polen folgten ihrem hy denmüthigen Könige, und schwammen in g schlossenen Reihen nach dem jenseitigen ufer hin. Trotz dem Widerstande der Nussen kamen sse glücklich hinüber, griffen die Feinde an, siegten, und drängten sie tiefer ins Land zurück. Die Stadt Kiovia⸗) wurde belagert und durch Hun, ger zur Uebergabe genöthigt; die daselbst von den Herzogen der Russen aufgehäuften Schätze aber sielen in die Hände der Sieger. Suante⸗ polk erhielt den Besitz seiner Staaten wieder, And die Anstrengungen des Jarislaus, ihn abermals zu verdrängen, scheiterten alle an der Wachsamkeit und Tapferkeit des Polenherrschers und seiner Helden.

Doch von Polens Könige so ganz abzuhän⸗ gen, das erbitterte den stolzen Suantepolk, und o des schnöden Undanks! er war darauf aus, ihn mit seinem ganzen Heere hinterlistig nieder machen zu lassen.

Aber Boleslaus ereilte den treulosen Ver⸗ räther, als er eben seinen schändlichen Plan in Ausführung bringen wollte, zwang ihn zu einer

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) Nebenfluß des Dnepr, Dniepers.

**) Kiew am linken Ufer des Dnepr.