Ausgabe 
18.3.1832
 
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che am meisten unter allen der guten Sache der Freiheit geschadet; sie sind es, die den kugend⸗ haftesten der Menschen zum Tode geschleppt und die Verbannung und Aechtung der ange⸗ sehensten Bürger bewirkt haben. Indem ich zu Ihnen von der Hinrichtung des unglücklichen sechszehnten Ludwigs reden will, ist mir Herr Berrier in allem dem, was ich über solche zu sagen beabsichtigte, zuvorgekommen, als er Ih⸗ nen alle Tugenden dieses trefflichen, gegen alle göttlichen und menschlichen Gesetze auf das Blutgerüste geschleppten Fürsten in das Anden⸗ ken zurückrief, Sie erinnerte an dessen edele Ge⸗ mahlin, vor deren Heldenmuthe die Richter er⸗ blaßten, und an jene junge Fürstin, Muster aller Tugenden, in Wahrheit ein Lamm ohne Flecken, deren ganzes Leben in der Bethätigung aller edelen Gesinnungen und der Ausübung einer Wohlthätigkeit dahinfloß, deren Erfolge immer unter ihren Wünschen waren. Ach! meine Herren, ein schmerzlicher und rührender Anblick ist der Anblick des Dahinsterbens der unglückli⸗ chen Tugend und Schönheit durch die Hand des Scharfrichters. Sieh, mein Sohn, wie man gegenwärtig sich ausspricht, vielleicht selbst von Seiten derjenigen, welche in den Zeiten der ersten Staatsumwälzung der Ver⸗ blendung hingegeben, für den Tod des guten Königs gestimmt haben.

(Fortsetzung folgt.)

Charade.

Bei Musik, bei der Vögel Schaar Wird nimmermehr mein erstes Paar In ihrem Chore fehlen.

Der Waidmann selbst, spitzt er den Mund, Bedient sich ihrer, um dem Hund Despotisch zu befehlen.

Obschon mein Drittes oft der Thor Dummstolz erhoben trägt empor:

So spricht man's ihm doch ab.

Beim weisen und gelehrten Mann Glaubt man es nur zu treffen an, Ob's gleich Gott beiden gab.

Mein Ganzes, eine Dampfmaschin', Ist's angebrannt, so muß darin,

Nutzlos, in kräft'gen Zügen, Ein Kraut in Rauch verfliegen. A. L. Nosenthal.

Auflösung

des Räthsels und Buchstabenräthsels in Nro. 11.

1. Nebel Leben. 2. Lahn, Bahn, Zahn, Hahn, Wahn.

Edler Sinn und edle That.

Nach der Schlacht bei Arcole durchsti Buonaparte, als bloßer Officier gekleidet, hi Nacht das Lager. Er fand eine Schildwache eingeschlafen, mit dem Kopfe auf den Flinten kolben gestemmt. Buonaparte nimmt den Mann, legt ihn sanft auf die Erde, ergreift das Ge wehr desselben und steht Schildwache. Nach zwei Stunden kam man die Schildwache abzu⸗ lösen. Wie erstaunte aber der erwachte Soldat, als er einen Officier für sich auf dem Posten stehen sah! Aber sein Staunen verwandelte sich in Schrecken, als er in dem Officier Buonapar⸗ ten erkannte. Doch dieser sprach:Beruhige Dich, Camerad; nach solchen Strapazen ist ez einem tapfern Manne wohl vergönnt, der Nuhe zu pflegen; aber ein anderes Mal nimm Deine Zeit besser in Acht. n

J.

Naß sieht man seines Geistes Sohn Noch von der Druckerpresse triefen, Da pocht der Zeitungsträger schon Mit des Papas Gevatterbriefen.

Dietrich Menschenschrech

II. An Dietrich Menschenschreck.

Den überlegten Schritt, sich selbst zu recensiren, Denn dem gebührts allein, sein Buch zu kritistren, Der es allein gelesen hat.

verehelichte Menschenschreck.

Redaction und Verlag der Brühl'schen Buch- und Steindruckerei.

Dit Unrecht tadelst Du, was er so weislich that,

Ursula, Blandina Lachtaube,