Ausgabe 
8.1.1832
 
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Acker oder irgend eine Sorge; zu wem sie gerade kommen, da finden sie Nahrung. Anderer Be⸗ sitzthum verschwendend, eigenes verachtend, bis kraftloses Greisenalter sie so rauher Tapferkeit nicht mehr gewachsen seyn läßt.

Aus Gießens Vorzeit.

Nullus in orbe locus Gissa praelucet amocena An Gießens Aumuth reicht kein Ort der ganzen Welt; rühmte einst Conrad Bachmann, der 1605 Lehrer bei der Universität und dem Gymnasium war, von der Lage und Umgegend Gießens. Hoffentlich werden nachstehende Notizen von Gießens früherem Zustande vielen Einwohnern der Stadt nicht unangenehm seyn.

Gießens erster Name scheint Dewungen gewesen zu seyn, ein Dorf oder Flecken, um wel⸗ ches herum, oder nicht weit davon, die Dörfer Selters(Saltrissa, Seltrissa), welcher Name schon unter Karl dem Großen mehrmals genannt wird sodann Astheim,(Aster) und Kropbach gebaut wurden. Aus der Vereinigung dieser Dörfer entstand dann Gießen, das man sonach zu den ältesten Städten Hessens rechnen muß. Sein Ursprung fällt der Wahrscheinlich⸗ keit nach in das eilfte Jahrhundert. Abra⸗ ham Saur, Advocat in Marburg, äußert sich über Gießens Ursprung in seinem im Jahr 4593 herausgegebenen theatro urbium par vo S. 200 auf folgende merkwürdige Weise: Gies sen ist vorzeiten ein klein Nest oder Dorf gewesen, Dewungen genannt, in einem Schlampf oder Sumpf ge⸗ legen und nachmals vom Regenwas ser, so hauffenweiß daselbsthingeflos sen kommen, Giessen, conkluentia bluvialis genannt worden. Es ist

ein Heingrabe umhero, und wie man sagt, auf dem Markt so tief gewesen, daß die Wagen bis an die Axen seyn eingegangen. Man weiß aber nicht, wenn es zu bawen(bauen) seye an⸗ gefangen worden).

Die meisten Geschichtschreiber nehmen an, daß der Name Gießen soviel bedeute als zu den Gießen: d. h. zu den Gräben, oder Bä⸗ chen so wie auch ein Theil der Stadt Straß⸗ burg Gießen genannt wird. Dieser Annahme scheint indeß die älteste Schreibart dieses Na⸗ mens: Geyzen, Giezin, zu widersprechen. Diejenigen, welche vermuthen, daß sich in den vorgenannten Dörfern eine angesehene Familie Giezonen oder Gissonen aufgehalten und ihre Namen der neuentstandenen Stadt ge⸗ geben habe, scheinen die größere Wahrschein⸗ lichkeit für sich zu haben. Schon im Jahr 1008 kommt im Oberlahngau ein Gaugraf Giso vor; nach Heinrich IV. ein Giso II. und 1120 ein Giso III., Vogt des Klosters Hersfeld, der sich Graf von Gudensberg nennt.

(Fortsetzung folgt.)

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Strafe der Verlaͤumdung bei den alten Sarmaten.

Bei den alten Sarmaten!) mußten diejeni⸗ gen, welche überwiesen worden waren, einen ihrer Mitbürger verläumdet oder seinem guten Rufe durch übele Nachrede geschadet zu haben,

*) Obgleich der gelehrte und um hessische Alterthums⸗ kunde hochverdiente Professor Nebel an der Echtheit dieser ersten Benennung Gießens zweifelt, so kann man doch nicht gut annehmen, daß diese Angabe gerade ganz und gar auf keinem histori⸗ schen Grund beruhen sollte. 5

**) Sarmaten wurden von den Alten die Bewohner der Nordländer in Europa und Asien genannt:

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