Allgütigen, dem Allweisen, dem liebevollen Vater seiner Kinder, der über seine verflossenen Lebenstage wachte, sie durch manche wonnevol⸗ len Freuden verschönerte, ihm, dem Geber alles Guten, zollt er warmen Dank für die ihm er⸗ zeigten Wohlthaten, warmen Dank auch für die Leiden, welche dessen weisheitsvoller Nathschluß ihm beschied, überzeugt, daß sie zu seiner Läu⸗ terung, zu seiner Veredlung dienten,— er⸗ messend, daß die Zahl der heiteren Lebensstun⸗ den die der düsteren weit überwog, der Freu— denblumen mehr, als der Dornen auf seinem Lebenswege sproßten.— Erwägt er die Be— gebnisse seiner kürzeren oder längeren Pilgerschaft auf Erden,— wie staunt sein Geist, wie de⸗ müthiget er sich vor der weltenlenkenden All⸗ macht, vor der die Fülle der Weisheit in sich schließenden Vorsehung,— erkennend, daß auch in den unscheinbarsten Verhältnissen seines Le⸗ bens eine höhere Hand wirksam war, die Fü⸗ gungen, denen er sich unterwerfen mußte, eine ununterbrochene Reihe von, sein Bestes bedin⸗ genden, Folgen ausmachten, gerade das, was seinem blöden Auge als unheilbringend erschien, zu seinem Heile diente.— O! er wird schon durch die Beachtung seiner eigenen Lebensschick⸗ sale der trostreichen Wahrheit inne: eine all⸗ waltende Fürsorge weile über ihm, uͤber den Seinen, über Allen, die nicht blindlings unlau⸗— teren Trieben, der Thorheit und dem Wahne folgen, so, ihrer Menschenwürde sich begebend, ihre erhabene Bestimmung verfehlen und siche⸗ rem Verderben entgegen eilen. Er beugt sich unter seines Gottes Willen, der der Welten und der Wesen Heere zusammenhält; er betet an und spricht mit erhebender Zuversicht: Vater, deine Hand hat mich gut geführt, deine Hand wird fernerhin segnend, schützend über mir, über den Meinen, über Allen, die deinem heiligen Wil⸗
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die Bande des Blutes an mich ketten, die gez meinsame Abkunft von Einem Schöpfergeiste mir verbindet, hinleiten zum Ziele, wo die Wirren, welche so oft störend in das Erdenleben eingrei— fen, sich lösen, und innige, keiner Störung, keinem Wechsel unterworfene Uebereinstimmung herrschet. (Schluß folgt.)
Der Chätten Wohnsitze, Koͤrperban und Sitten. (Schluß.)
Und was bei andern Völkerschaften der Ger⸗ manen hin und wieder einzeler Kühnen Brauch ist, nach erreichtem Jünglingsalter Haar und Bart wachsen zu lassen und allererst nach Töd— tung eines Feindes die der Tapferkeit heilig angelobte Hülle des Angesichts abzulegen, das hat bei den Chatten zu allgemeiner Sitte sich gestaltet. Ueber Blut und Beute enthüllen sie die Stirne und dann erst glauben sie ihrer Ab kunft sich werth gemacht zu haben, des Vater⸗ landes und der Ahnen würdig zu seyn. Feigen und Unkriegerischen bleibt der Wust. Jeder die— ser Tapfern trägt überdieß einen eisernen Arm— ring, diesem Volke gleichsam eine schmachvolle Fessel, bis er durch Feindesmord davon sich löset. Der Chatten Mehrzahl liebt diese Beklei⸗ dung, ja in Ehren ergrauen sie in ihr, Feinden zugleich und den Ihrigen bewährt). Aller Kämpfe Anfang bei diesen;— sie stets die vor⸗ derste, durch ihren Anblick befremdende Schlacht⸗ reihe. Denn nicht einmal im Frieden mildert
sich ihr rauhes Aussehen. Keinem ist Haus oder
*) Freiwillig namlich, um immer wieder zu neuen kriegerischen Thaten sich zu verpflichten, behielten
len sich unterwerfen, walten; mich, die, welche
ste, auch nach errungenen Siegen über ihre Feinde. diese Abzeichen bei.


