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Gießen, 31. März 1852.
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Höchst verderbliche Ansichten eines gereisten Gesindelgesellen über die hochedele Ludowieiana.
. II. Ich wax in Hindostan, war auch bei den Kalmucken Und auch in China, wo geschlitzt sie gucken, Bei Negern, Muselmännern und Franzosen
Bin ich gewesen einst zur Zeit der Ohnehosen, Und überall, wohin ich nur mich wand;
Fand ich viel Unsinn, Narrethei und Unverstand.
Der Türkenfürst ließ seine Unterthanen spießen
Und die Studenten paukten sich in Gießen,
Ihr wißt nicht, was das ist? So stellt euch für
Es sagt euch einer: Esel, dummes Thier,
So sagt ihr: Gut und angenommen
Laßt euch darauf'nen scharfen Strickstock kommen—
Der andre thut ein Selbiges,— und drauf
Nimmt dann die Pauckerei den Lauf.
Ihr ritzet euch die Nase, haut euch blutig
Und kratzt euch, wie zwei Gickel, muthig.
Dann ist der Esel und das dumme Thier ver— schwunden
Und weil ihr euch geprügelt und geschunden
Seis ihr gescheid und brav und burschikos!
Drum rath ich jeglichem von euch, geh los.
Denn durch dies edle Pauken werden
Die„ dummen Jungen!“ die gescheidtesten auf Erden.
Doch halt! O wie bedaur' ich euch, ihr Armen,
Ihr dürft es nicht, euch mag sich Gott erbarmenk
Denn nur Studenten können auf so leickie Weise
Aus dumm gescheid, aus unklug werden weise—
Und nicht einmal die all, denn nur bestimmte Klingen
Vermögen es, so ungeheures Heil zu bringen,
Sie müssen farbig sein und einem Corps gehören
Denn dieses nur allein kann einen Narrn be— kehren,
Für Menschen ohne Farben hat man keine Klingen
Die prügelt man mit andern Dingen.
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Doch still davon, sonst weiß ich ganz gewiß,
Hört der S. C. so was, er steckt mich in Ner- schiß,
Und dieses ist vor allen Dingen hart,
Denn als der Bierwirth Leib verschissert ward,
Da konnte er sein Bier fein selbsten trinken,
Man sah in Noth und Pein den Armen bald versinken—
Wie man deßhalb auch bei jedem sehen kann
Der von dem Papste wird in Bann gethan.
Drum ist's kein Wunder, wenn ein Chorstudent
So stolz und aufgeblasen durch die Straßen rennt,
Was fehlt ihm auch? Gehöret er nicht zur Elite
Der Studio's, zu Gießens Blüthe?
Ich kann's drum warlich nicht den Herrn ver⸗ denken,
Wenn sie aur mitleibsvolle Blicke den Kameelen schenken; 1
Frei ist der Bursch! Er har sein eigenes Gericht,
Das über ihn sein Urtheil spricht. 5
Deswegen ist man erst beim Ministerio e kommen a
Und dieses hat mit Freuden jolche Bilt' per- nommen„
Denn treibt ein Studio die dumme Politik
Und spricht das Schwurgericht ihn frei,
So ist dem Umzversilätsgericht das einerlei,
Es jagt den Esel fort, mag er sein Glück
Bei Panguce's suchen! Auch die Polizei
Verlor nicht das Geringste bei
Der neuen Einrichtung, sie faßt Studenten ab,
Die sie gesehen überkneipen wie Herrn D.—
Wiewohl derselbe gar nicht sichtbar war,
Doch Unsichibares sieht die Polizei ja auch
Das war bei ihr seit Olim's Zeit Gebrauch—
Sie ist in der Beziehung gerade comerär
Dem Herren Eisenmann, weil der, was war,
Nicht sah.— Ink essen ist beneidenswerth
Der Studio, er wird pousstret und verehrt
Von zwei verschiednen Krägen, von dem rothen
Und von dem blau'n, indeß die Kaffern und die Knoten


