Ausgabe 
31.3.1852
 
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Nur einen Schutzgeist haben. Darum lieben

auch

Studenten bunte Farben's ist ein alter Brauch,

Macht sich famos. Ich kannte einen kleinen Jungen,

Man wär' verächtlich mit ihm umgesprungen, So aber sprang er selbst verächtlich mit euch um. Er gieng im Anfang anspruchlos durch Gießens

Gassen, Doch, seitdem er sich zum Concneibanten machen 8 lassen, Und eine Cereviskapp trägt, sein schwarz und weiß,

So glaubt er Wunder, was er ist und weiß. Er fühlet sich, als sey er wohlgeboren,

Er rollt die Augen kühn, reckt Nas' und Ohren Als wär, wie Vileams Roß im alten Testament, Er ein Prophet geworden! Sakerment,

Ich Esel, war ich doch nur auch Student.

So aber darf ich nur die bunte Narrenkappe

tragen Doch will ich mir die Grillen aus dem Kopfe * schlagen;

Es gibt ja auch im Himmel Seraphin und or⸗ dinäre Engel

Drum gibt es auch in Gießen Studios und ganz gemeine Bengel,

Und zählt man mich auf Erden zum Gesindel

So dank ich dies allein der groben Windel

In der ich lag; wär ich statt dessen nur in Seide

Gehüllet worden, ja, dann sprächen alle Leute

Wohl anders mit mir, als per:Er!

Holt mir geschwind mein Schnappsbuttelchen her,

Ich will eins trinken die Canaille lebe

Eh ich zurseck nach Gießen mich begebe!

.

Außerhalb des Salons.

Häusliche Unterhaltung einer Bergistin mit ihrem Vater.

Fräulein: Vater, ich gehe heute auf den

Clubb. Vater: Gehe nicht hin, meine Tochter. Fräulein: Auf alle Fälle werde ich hin gehen. Vater: Nein, Du wirst nicht hingehen;

Du mußt nicht überall tanzen, wo gepfiffen wird. Fr.: Nun so gehe ich auf die Gallerie. Vater: Auch dahin kannst Du nicht allein. Frl.: So werde ich meine Freundin mitzuge⸗

hen überreden.

Vater: Es ist nicht anständig; Du mußt zu Hause bleiben. Frl.: Nein, ich werde hingehen.

Vater. Nun, lassen wir sie laufen. Der Vater sprach's, die Tochter ging. Schnell und kühn einen Kranz in die wilden braunen

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Locken geflochten, die schöne Buͤste ausstaffirt und fort zur Freundin! Im tönedurchrauschten Saale hüpfen, wie Raben, die schwarzen tape zierten Werthers und Romeos durch einander. Die Lorgnetten schießen ihre Blitze nach allen Sciten und alle Gläser suchen etwas und klap pern sich unbefriedigt wieder zusammen; denn sie fanden nicht, was sie gesucht. Auch ich war un⸗ ter den unbefriedigt Suchenden und suchte nach Dir hinter jeder Säule, in jedem Sophaeck, aber vergebens! Trostlos warf ich mich auf meinen Stuhl und träumte vor mich hin und sah im Traume, wie Du bei Deiner Freundin saßest, mit dem Kranze in dem schönen Haare und sprachst über das Mißgeschick, daß der harte die Saalthüre verschließt; und es rollten Deine großen braunen Augen wie zwei verheerende Feuerbrande, und es pochte Dein Busen voll Sehnsucht und Verlangen nach dem Balle und nach mir. Ha, wie sprang ich erfreut auf! Und ich kann nicht umhin Dir hier meine Freude auszusprechen: O, erhabenes Fräulein, Sie sind zu gütig!

Ein Mann in G. wettete einst, daß er ein ganzes, 40 Pfund schweres Kalb auf einen Sitz verzehren wolle. Als er etwa drei Vieriheil da von zu Braten u. s. w. zubereitet verspeist hatte, glaubte der gute Mann immer noch, das Kalb würde ihm in seiner ganzen Gestalt aufgetragen werden, und man wolle mit diesemVoressen nur seinen Appetit etwas schwächen. Ach! sagte er endlich, wenn aber jetzt das Kalb nicht bald kommt, so muß ich die Wette aufgeben, um so mehr, da ich zum Martinsessen im Promenade⸗ haus aufgeschrieben bin und präcis 7 Uhr er- scheinen muß!

A.: Du willste dann nitt aach bald heu rathe?

B.: Aich, na, do sein aich schond vill ze ahlt derzou.

A.: Ach waß ahlt, do hott sich vehr e paar

Tag ahner vun hei e Bräu genomme, der dein Vatter sei kennt mitm schneeweiße Löweköppche. B.: No, aich laß mersch am Enn noch ge⸗ falle, wann se Geld hott. A.: Mahn ich dann, dei bottsen, der ihr Vatter hott's gern mit Milliohne ze duhn.

Schwarzen berger! Awwer David, sag mer emahl, de gingst ja gestern widder so wackelich, daß mer hätt glauwe könne, der Albch hätt Dich gedrickt.

Eckels berger: Beunrouhige Dich von wege dessentwege nitt unn laß D'r dadriwer kahne

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