Ausgabe 
24.4.1852
 
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Erster Jahrgang.

Erscheint wöchentlich mal. Preiß für Stadt und Umgegend mit Bringerlohn monatlich 12 kr. Einzelne Nrn 2 Kr.

MA.

der übliche Postaufschlag eintritt.

Aus den Memoiren eines Klohes.

Ich suchte nicht lange, so fand ich einige Handwerksbursche, Zimmerleute, denen ich meine Noth klagte. Dem Mann kann geholfen werden meinte der eine, und alsbald befanden wir uns an dem oben berührten Seil und begannen es zu zer⸗ hauen. Schon lief der Schweiß in Strömen von uns, obwohl wir Rock und Weste abgelegt hat ten, da that es einen kleinen Ruck und gleich darauf einen heftigen Schlag. Das Seil war zerhauen, die Maschine war geöffnet, und die Jungfrau hatte den von Natur ihr zugemessenen Raum erfüllt, so weit es das Obergewand zu⸗ ließ. Bestürzt war sie aufgesprungen, und merkte nicht, daß unter ihrem Rock etwas fiel, das ich Anfangs für ein Fensterkissen zu halten geneigt war. Doch ich hatte nicht Zeit es genauer zu untersuchen, denn einer meiner Helfer war bei der Exploston des Mädchens so stark gepreßt worden, daß nach mehreren Erbrechungen Gefahr für sein Leben war. Glücklicherweise gelang es mir ihn wieder herzustellen, und nun trieb es mich jenen gefallenen Gegenstand näher zu be⸗ trachten, aber ich hötte sicher dessen Bestimmung nicht erkannt, wären nicht zufällig meine Gesellen damit vertraut gewesen. Wir sind, sagten diese, mit diesem Ding von Paris bierhergekommen, wo man derlei in großer Menge macht und es ist ein Mittel um durch stärkeres Hervortreten des weiblichen H..... 8 die Taille noch enger erscheinen zu lassen. Jetzt erklärte ich mir den Unfall, ich hatte nämlich wit meinem Beile zu weit unten gewirthschaftet. Zürnt mir nicht ehrbare Flohjungfrauen, aber denkt euch, einen Theil, den wir gerne verbergen, auf diese Weise erst recht hervortreten zu lassen, ganz ab gesehen, daß dies wie auch jene Zwangsjacke statt der sanften runden Formen des Körpers mit ihren unmerklichen, weichen Uebergängen, eckige und stark abgesetzte Formen darbieten. Ich ließe

mir das roch bei andern Umständen gelten. Meine Brille fand ich noch an demselben Ort, aber in Folge der Exploston tief in die Haut des armen Mädchens eingedrungen, das überhaupt in der ganzen unteren Gegend der Brust in Folge jenes Cürasses etwa so aussah, wie wir, wenn wir die Strumpfbänder zu stark anziehen in der Hoffnung dadurch wenigstens einen Schein von Waden zu bekommen, und noch etwas blauer. Auf dem Nachhauseweg ermittelte ich, daß jenes Mädchen sehr dichte, weite Hosen trug, eine Klei⸗ dung, wogegen ich in unserem Klima namentlich bei jungen Leuten Vieles einzuwenden habe, und daß auch der oberste ihrer Unterröcke, deren sie außer jenem verlornen Kissen etwa sechse trug, mit feiner Stickerei versehen war. Ich fand dazu die Erklärung erst später, meine nunmehrige Her rin hatte nemlich die Gewohnheit auf nicht ganz reinen Wegen ihr Oberkleid auf dem Arm zu tragen wie einen Schwal, auf schmutzigen dage gen ihre Unterhosen in zierlicher Weise zu pro⸗ dueiren und war darunter etwas stiefmütterlich ausgestattet. Euch, meine Leser und Leserinnen, überlasse ich die Beurtheilung dieser Gewohnhei ten. Hier und da angestellte Bohrversuche brach ten mich zur Erkenntniß, daß das menschliche Blut allerdings feiner ist als das der meisten Thiere, aber die Gefahr des Aufenthalts beim Menschen, namentlich beim Frauenzimmer ist zu groß, als daß ich denselben für einen günstigen Colonisationspunkt erklären konnie.

Meine Herrin und ihre Mutter hatten un- terdessen ihr Schlafzimmer erreicht, und ich er⸗ staunte, als diese nicht nur die bei uns üblichen Kleiver neben jenen oben genannten, ablegte, son⸗ dern auch Zopf und Zähne neben sich auf den Nachttisch legte.(Später fand ich auch wattirte Waden bei Herrn und Tänzerinnen, wattirte Vrust an Westen und Röcken, wattirte Schenkel, kurz ich fand, daß kaum ein Theil am menschlichen Leibe ist, auf dessen Echtheit man steh verlassen kann. Da sind wir Flöhe doch andere Kerle,