Ausgabe 
24.4.1852
 
Einzelbild herunterladen

Z wiegespräche.

Schlammbeißer: Sah mer emal Jost, worim stiehn dann dei Corpsstudente alleweil so frih vom Esse uff?

Justus: Ahler Schlammbeißer! Wahste dann nett, daß se alleweil jeden Mittag um halb ein schon an der Eisebahn sei, daß se die Bahn unn die Post nitt verbasse, vun wege de Fichs, die se glücklich oder unglücklich mache wolle.

Schlamm b.: Ah drim, guck gestern Obend ahner vunnen, vom Hörnche bis an de Post im Drapp neberm Postwage hergelahfe, daß er mit de Stiwwel Funke uff'm Plaster geschlage hat, als deht mer mitFeuerstei druff kloppe.

Am Brunnen.

Kathrine: Ach, wann aich's doch emol so gout hätt wei dou.

Lisbett: Ja De errscht Dich gewahltig, aich hunns lang nett mieh wei verig Jahr, alleweil die Greht fort, unn do hunn aich de Koih, dei Säu unn de Sturennte.

Schlammbeißer: Hurrjesses Hammelcher! haste dann aach schund geheert daß e Schnepp en Haas verfolgt hatt? 8

Canalmüller: Gieh Dreidroth! En Haas isser Schnepp nach, unn damit sei ja kah Viggel nett gemahnt!'s gitt aach e Art Schneppestrich, z. B. wo Dou en Freind vo bist.

Schl.: Ah! in der Art, alleweil gitt mersch Nachtlicht uff, deß wahr uff der Baddeburg?

Canalm.: En ja, deß war uff Patrizius⸗ tag won dei Leit Butterblumme unn Kreiter suche solle unn do hatt der Haas dei Schnepp bis uff de Wies verfolgt unn als se sich uff'n Biernbahm reterire wollt, war kahner nitt da.

Schlam b.: Ei worim suchtse dann Biern⸗ bähm? Canalm: Ach Schlammbkopp! ei weil se

uffm Bahm höher sitze als uffm Haas.

Eine Frau sagte zu ihrem Manne bei ir⸗ gend einer Gelegenheit: Du wählst Dir auch immer das Schlechteste.Leider ja, erwiederte dieser, mit Dir hab' ich angefangen. Derselbe erzählte einem Freunde:als ich heirathete, wollte ich meine Frau vor Liebe auffressen: nun thut es mir leid, daß ich es nicht gethan habe.

Es diene zur Nachricht, daß der neulich auf dem Schnepfenstrich gewesene Haase bedeutende

Eroberungen gemacht hat, ohne die geringste

Schlapp erlitten zu haben.

Rasche Antwort.

Als der Kurfürst Maximilian Josevh von Baiern in Gegenwart seiner Mutter und einiger Damen gefragt wurde, warum das weibliche Oe schlecht früher mündig werde als das männliche, erwiederte er:weil Unkraut schneller wächst.

Verlobungs-Gesuch.

Einige junge Damen aus denhöheren Ständen von 10 12 Jahren, wünschen sich, um hinter einigen ibrer Freundinnen nicht zu⸗ rückzustehen, zu verloben. Offerten unter Lit. S. M. poste restante besorgt die Stadtpost.

Cabinet zum Haarschneiden.

Da ich mich für das nächste Semester hier zu etabliren gedenke, so bitte ich alle Studirenden sich meiner kunst geübten Hand anzuvertrauen und verspreche ibnen reelle Bedienung. Für zu dünne Haare, sowie besonders für die häufig auf der Stirne wachsenden lästig werdenden Haare weiß ich die beste Abhülfe.

Schulschad, Seltersw. Lit. N.

Cu riosum. Vom nächsten Sonntag an ist auf dem Sel⸗ tersberg ein von Heidelberg kommendes lebendi⸗

ges Perpetuum mobile zu sehen. Menges.

Sommertheater auf der Pulvermühle.

Erste Vorstellung in der ersten Abonnements⸗ abtheicung:der Kampf im Dunkeln, oder Fried und die Nachtigall. Lustspiel in 1 Akt mit tragischem Schluß. Hierauf folgt.die zer⸗ brochene Taschenuhr oder der Docter mit dem Rasirmesser Die Handlung spielt in den alien Wauten gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts. (Manuseript.)

Telegraphische Depesche.

Sicheren Nachrichten zu Folge ist zwi⸗ schen den Engländern und Kaffern ein dauernder Friede abgeschlossen worden sie fraternisiren; Lady Reböl heirathet ei⸗ nen Kaffernhäuptling, Lon-Refu. Lord Reböl läßt sich bei den Kaffern nieder und hat versprochen die lästige Sitte des Schaltragens abzulegen.