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Doch ich muß Dir sagen, was das ist. Es ist nehmlich ein hiesiges Blatt, so gemein, wie noch nichts existirt; alles was nohel und gebildet ist, wird angetzriffen, meine besten Freundinnen standen schon darin, ich danke Gott daß mir“s noch nicht passirt ist. Wir halten es natürlich nicht allein ich bin doch immer recht begierig darauf, unser Mädchen bringt mir amen heimlich eine Nummer. Nun kurz, die Musiker kamen nicht: diese Meuschen trinken auch lie⸗ ber Bier auf ihren Kneipen. Uebrigens wird in unserer Gesellschaft auch Wein getrunken; der Wirth sagte dem Vater im Vertrauen, das Letztemal seyen 4 Flaschen ge⸗ 7 worden und er hätte lange so keine gute Einnahme gehabt. 8 Gestern waren die Herrn zu liebenswürdig; mich führte der schön gewac sene Docter zu Tisch— Du sayst ihn einmal auf einem Clubb und meintest aber, es sey ihm nicht zu trauen— er spricht auch manchmal wirklich von Dingen, daß man sich dumm stellen muß. Der dicke Rath machte zu schöne Spässe.— Ach Gott, wann der Mensch nur eine bessere Taille hätte und nicht so viel tränke, er soll Tausend Gulden Besoldung haben und doch— Der junge Bereiter mit dem schwarzen Barte— das Tanzen fällt ihm. in Folge eines Sturzes sehr schwer— giebt sich aber mit uns Mädcher nicht mehr viel ab; was nur der Mensch für ein Vergnügen hat, sich mit jungen Frauen zu unterhalten— er machts wirklich zu deutlich.
Im Allgemeinen sind die jungen Leute der Gesellschaft meistens Heirathskandidaten; die Chemiker zwar eigentlich nicht, es sind dies Söhne reicher Eltern, die beim Heira⸗ then mehr auf hohes Salair, als auf gute Behandlung se⸗ ben, sie machen einem zwar entsetzlich die Cour so lange sie hier sind— doch vergessen sie einem aber schnell, indeß hat sich einer mit einer Freunden von mir versprochen— drum will ich sic nie t alle verdammen
Am Mittwoch war Clubb; mir waren aber nicht dort,
es wird nach und nach zu bürgerti ct..
0 Antworte bald Deiner
Cornelie.
B. S. Eben kommt Vater und sazt mir, wir seyen zu dem zeichen Herrn Von zu einem Valle eingeladen. Da wirds gewiß schön, denn der Mann hat viel Geld und auch gewiß Zeit, etwas hübsch zu arran⸗ giren.
Aus dem Salon. Gras(zu seiner Schönen, die er schon
während des ganzen Abend nebst einem Haufen
blaufärbender Bienen umschwärmt): Ach, ach, mei Freilei, deß Roseknezselche da, bitte, bitte, bitte recht schen: schenke Se mer's.
„Awwer hern se, der Wein im Klub—
brrrr!!!“ 5 0
„„Der Tanzwein 4 ausgezeichnet sag' ich Ih⸗
nen.— Was meinen Sie denn was das geben
sollte, wenn man den Studenten einen besseren Wein binstellen wollte? ganz kluge Vorsicht—““
„No die dehte sich erscht nach dem Ball be⸗ trinke— was läg dann dra? awwer so iß ganz nadirlich, daß ei'im manchmal die Unterhaltung sauer werd;— unn wo ähm e Treppche auf die Handschuh fällt, gibs Lecher und Flecke.
Witverständuiß,
Er liebte sie mit heißer, mit köchiger Liebesglutb, Er hätt' für sie verspritzet den letzten Tropfen Blut,— Sie fühlt in ihrem Herzen nicht eine gleiche Qual,
7— 11
koppl deß iß am Krieg unn Exellen
ihr zum Walzer, zum ersten engagirt
ibr und hat sie zur Reihe schnell geführt, vom Liebes rausche, henfliegt er durch den Saal, Herz vor Freude— und ihr ist er fatal.
ij zuende, verstummt des Basses Gebrumm. Hirn und Herze, er preßt die Hand ihr
1 umm,
Und führt sie trunknen Blickes vom Tanze aus dem Saal,—
Die kehrt sich um und ank wie ist der Mensch a a rutal. i l
Frage: Meinen Sie daß ich Fräulein K. gleichgültig bin?
Antwort: Gleichgültig gewiß, aber nicht gleichgüldig!
Dampf: Das iß doch e verflucht Blatt, das Laternemännche, mer muß sich weiß Gott in Acht nehme, daß mer nett auch enei kommt!
Lungenthaler: Ja, deß glaab ich daß Du Aengste driwer hast, besonnersch wege Deiner Heklageschicht, dadriwer geheert dersch awwer aach. Sieste ich bin e armer Kerl, hab mich als Stu⸗ dend so dorchschlage müsse unn bin alleweil noch e Lump, awwer das Blätiche halt ich mer doch damit ich nett enei komme.
Kasper: Haste dann agch deß Nordlicht
neilich gesehe, was de Chemiker gemacht hawwe?
Kasper: Ei wer hots gemacht? du Schaafs⸗ u Himmel eutstanne, unn bedeit
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Wenn einige Leute behaupten, der Welt⸗
schmerz wäre mir in Branntwein e Brod eingege⸗
ben worden, so ist dies nicht nur eine schamlose Verläumdung, sondern auch ein Eingriff in des Männcheus heiligste Rechte.
14% diu Der Kleine Leu.
Durch die Anwesenbeit meines Freundes Haubach bin ich in den Stand gesetzt, die über mich herrschenden Gerüchte, als ob ich zuweilen
münchhausene, zu widerlegen. s
Fuss.
Neueste Telegraphische Depeschen.
Grünberg, 14. März, 84 Uhr Abends. So eben trifft die Nachricht hier ein, daß unser allgeliebter Landesmann Julius Ola sor, bes kannter unter dem Namen„dicker Mann“ das Examen glücklich bestanden hat. Grünberg ist in sieberhafter Aufregung. Die Schulen sind ge⸗ schlossen. Es bereiten sich Deputationen vor.
——
„nun. ale
In Nr. 12, Seite 47, Zeile 2 von oben muß bei den füßen Mägdlein das„aber“ wegen des Verses weg. ales eu
haben zwar alle Mägdlein ihr„Aber“, aber bei diesen sind
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Im Gegentheil— aux controlleur— er war ihr der üblen„Aber“ schon so-viele, daß. dieses den Vers ver⸗
i e e e edanztegal.
derbende„Aber“ füglich weggelassen werden dar,.


