lag er in Prozeß und Fehde. Aergerlich über das Geheul seines Buben hieß er ihn das Maul halten und trat ans Fenster; da sahe er denn, wie die schmierigen Nachbarskinder mit dem Korb seines Schlägers, dessen Farben kaum noch zu er⸗ kennen waren, nach aufgestellten Holzscheitern ke— gelten.— Da dachte er wieder an die Ju b end— zeit und an die blanke Klinge, die man schon lange als Ofengabel benutzte, aber es rührte ihn nicht— er war versuttert. (Wird fortgesetzt.)
Aus dem Hörfaal.
(Fortsetzung.)
Meine Herren! Was ist ein Hahn? Sie seben hier einen Hahn, diese Röhre wird durch diesen Hahn verschlossen, ich kann einen Hahn öffnen und schließen, ich erlaube mir zu wieder- holen was ist ein Hahn? Meine Herren! ich hoffe Sie wissen was ein Hahn ist!—
Meine Herren! Sie sehen den Körper; den ich hier in der Hand habe, es ist dies ein Kör- per von äußerster Wichtigkeit, betrachten Sie sich genau diesen Körper, meine Herren! es ist dies ein Gläschen von Glas!
Rechtfertigung des Spaniers, der auf dem Selzerberg gesehen worden sein soll.
Mein heißes Blut entbrennt, wird wild, Sobald es der Ehre, dei Liebchen gilt! Ich bin ein furchtbarer Matador Und kämpfe mit jeglichem Gladiator!
Wer hat mich gesehen stolzieren Vor ihr? mich gesehen geriren Wie liebend, wie rasend, sagt an? Fürwahr, ich bin der rechte Mann Der also dumm sich stellte an!
Meine Liebe, sie gleichet der Sonne Die Geliebte beschein ich mit Wonne, Doch wehe der Fleug' die waget Mich anzutasten, die saget Sie hat mich gesehn im Mantille Schleichen zu ihrer Camarille!
Mir rollen die Augen, ich werde zu wild, Ich kann nicht viel sprechen, wo es Han⸗
deln gilt! (Er zückt seinen Dolch und verschwindet.)
Meinen Freunden und Bekannten mache ich hiermit die traurige Mittheilung, daß auf dem Balle einer rheinischen Stadt meine hochgeliebte Nase bei einem, von mir mit ungeheurer Grazie und Geschwindigkeit ausgeführten grand pas de deux, den ich mit meiner Auserwählten tanzte,
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durch plötzliches Ausgleiten und Hinfallen, so be— deutend Schaden litt, daß sie zur Größe einer Faust anschwoll und die prachtvollsten Regenbo⸗
genfarben zeigte. Ich brachte deßhalb den größ⸗ ten Theil des Balles am Büffet zu, wo ich durch Eisaufschläge und etliche Flaschen guten Weines meinen Schmerz zu lindern suchte, was mir be— sonders durch letztere Mittel auch sehr bald ge— lang.
8 Don Juan Monde- Douleur.
Stud. Nicht⸗Werra(beim Durchlesen des ihn betreffenden Artikels):„So kann man ohne sein Zuthun Berühmtheit erlangen!“
— Dv
Als neulich ein Candidat der Theologie ge⸗ fragt wurde, warum er in seiner Examenfrage die Heiden nicht selig gesprochen habe, antwortete er: Es thut mir zwar leid um diese armen Menschen; allein die Herrn Professoren sehen es nicht gerne.
Frage: Woher kommt es, daß in Gießen so viele Gänse feilgeboten werden?
Antw. Weil die Studenten damit gefüttert werden sollen.
Eduard: Sag' mer emal Rother(Du bist doch Jurist) weun e Bäckergesell unn e Schorn⸗ steinfeger widder enanner renne unn se verklage sich gegeseitig. Der Bäcker behaupt, der Schorn⸗ steinfeger hätt'n schwarz gemacht unn der Schorn⸗ steinfeger, der Bäcker hätt'n weiß gemacht, wer von dene zwei kriegt dann Recht?
Rother: Ei der Bäckergesell, denn der hats schwarz uff weiß. 5
Ein begeisterter Sänger, der im Olymp einen Pathen hat, beschliesft aus Entrüstung zu verhungern.
Diese Welt, dies elende Compactum, O edler Zeus, o lege sie ad actum! Es zeigt sich wahrlich kein Delphin, Der den Sänger trüge zum Helikon hin; Die Welt ist verdummt, verthiert, gesunken, Ich habe hier lange genug geblunken, 2 Drum edler Zeus nimm meine Aetherseele auf, Wenn sie vollendet ihren Erdenpilgerlauf! (Er legt sich an den Fuß des Selzer⸗ berges und verhungert.)
Ein Student, dem der Weltschmerz schon ganz in seinem Gesicht ausgeprägt ist, wurde neulich für todt von der Straße nach seiner Woh⸗


