— 111
Ei ich trinke Zuckerwasser, Blau-
Philipp: bärtche. Blaubart:
Ja, au diesem Getränk sind schon die edelsten Männer gebliewen, gewiehn dersch awwer ab, sonst giehste in de Niß, Vieh⸗ lippche!
Eine Magd zu einer andern, die einen Schub⸗ karren voll Erdkohlraben fährt:„Ei Lisbeth, wos moacht'r dann alleweil noch mit dei unner— erdsche Kollerawe?“— Antwort:„Ei dei brache mer bleeslich fehr onsere Sturrente unn fehrsch Voih!“
Aus Thaliens Tempel.
Warum bin ich vorgestern nicht herausge— rufen worden, da ich doch durch mein Sviel das Publikum so lebhaft amüsirte?
Donna Clara.
8 Ich verbiit' mer alles eraus rufe. Sebastian, Zigeuner aus
Frankfurt.
Canalmüller: De hast neilich doch reecht, Hammelcher, mit dem Schneirer, der die Klarer mit Dampf mecht unn mer kei Nähmedercher mehr bracht.
Schlammb.: Gelte Abler! Awer das kof— frire, waß das iß, begreif ich nett. Canalm: Ach deß iß warscheinlich, mer e Kuffertche hinne druff stelle kann.
daß
Es ging vor Zliten sehr behende
Ein Diener sehr oft ein und auf
Er wäschte sich gar oft die Hänge
Mit unserem kleinen Bürger Lauf. Doch endlich hat ers so getrieben
Daß alles nach dem Gunst ihm stel, Drei Häuser hat er aufgetrieben,
Gott weis es nur durch welch ein Spiel. Zuletzt nimmt er sich noch die Frechheit Die armen Spatzen einzulatten,
O sprecht ihr Menschen von den Hagen Wie euch das Schicksal nur bedrücht. Ein jedes Kind liebt seine Motter
Und jede Motter liebt ihr Kind,
Waß soll man zu dem Schicksall sagen Daß 80 in einem Loch verstinkt.
Dav. Eckersp.
aach die Stell war vergewe,
Eine Frau von auffallendem feurigen Aeuße⸗ ren kam eines Abends von der Feldarbeit nach Hause und wollte nach ihrer Wanier schnell ein Essen bereiten. Dazu wählte sie Pfannkuchen zu backen, hatte aber zum Unglück nicht so viel Fett als stie dazu brauchte. Als nun das Fett, welches sie noch hatte, verbraucht war und sie nun in der g ößten Verlegenheit war, schüttete sie mit aller Geistesgegenwart eine Quantität Wasser mit den Worten in die Pfanne:„wann s geräth isses d'r ganz Mühlgaß gebatt.“
Schlammbeißer: Ei zom Donner, Ca⸗ nalmüllerche, waß haste vehr, kimmst uffgedon⸗ nert im schwarze Frack, mer mahnt, de häst ahn ze verthaidige?
Eanalmüller. Daß nitt, erscht will ich mer e Kimmelche an de Lippe halte, um mer de Aerger ze vertreiwe, unn dann—
Schl.: Fang noz eweil ahn, ich sein ver; dammt neuschierig.
Canalm.: Da hattese mer neilich en Fluck hinnersch Ohr gesetzt unn sahre, beim Liebhawer⸗ thiader wolltese doas liederliche Kleeblatt spille unn's fehlten ahner, der die versoffene Roll üwernemme deht. Do dacht ich, doas währ so waß fehr mein Mage unn prodezirte mich ewwe beim Vorstahnd. Waß mahnste nu, waß se mer fehr en Bescheid gawe?
Schl.: No wie?
Canalm.: So ahn hättese nitt nethig, dei Roll kenmese all selbst iwernemme.
Schl.: Deß hätt ich d'r aach gleich sage könne. Canalm.: Ich ließ mich awwer doch noch
nitt fortutze unn offerirt mich als Speditör, wanns als eppes de Trepp erunner ze werfe gibt. Awer die hott der Herr v. Rölhök mit so em verroppte Schnorrbohrt, deß soll en Mahster in dem Fach sei.
Schl.: Ja, ja, es iß ewe heitzetag alles iwersetzt.
Aus einer hiesigen Schule.
1) Anfang eines Gebetes, von Perser (vulgo Phankast.) O du, der du den die das All beleuchtende Sonn' erschaffenden Gott anbetest, du de. 2) Seene. Perser: Weißt du, was du bist? Schüler: Nein 0) Perser: Nun, was man so recht eigentlich im gewöhnlichen Leben einen Dummbart nennt. Schüler: Was ist denn das? Perser: Das brauchst du 19 85 zu wissen. Aha jetzt weiß er?


