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Erinnerung an Wien.
Ja! do iß e so unnerirdisch das Elistum; do iß es aber scheen; do stieht mer Europa, deß iß auswendig dran geschriwwe, wann mer do e nei geht, do werd gedanzt; dann sieht mer Ame⸗ rika, deß iß aach auswennig dran geschriwwe, wann mer do enei kimmt, do werd awer gedanztz dann sieht mer Afrika, do sein se schwarz, und do werd gedanzt; in Aste, deß iß aach do, do werd aach gedanzt; do heert mer iwerall nix als Musik, und do werd gedanzt. 5
Vergleiche Limburgers Reisebeschreibung Bd. 1, neue Ausg. Gießen 1852.
Herr Wiener, warum lassen Sie sich denn immer Aepfelwein geben, da sie ja doch immer am Durchfall laboriren?
Dr. Eppelbuff mit den kalten Füßen.
Wahrheiten aus Christophels Tagebuch.
Wie man's treibt, so geht's, Wie man's pflanzt, so steht's, Wie man's wirft, so fliegts, Wie man's schnupft, so riecht's, Wie man's schleift, so schneivrs, Wie man's straft, so schreit's, Wie man's heizt, so bäckt's, Wie mans kocht, so schmeckt's, Wie man's füttert, springt's. Wie mans spielt, so klingt's, Wie man's jägt, so flieht's, Wie man's malt, so sieht's, Wie man's wirft, so fällt“, Wie man's näht, so hälts, Wie man's treibt, so geht's, Wie man's schmiert, so dreht's.
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In der letzten Nummer des Frankf. Jour- nals wird unter andern Produkten der Schweiz auch ein„Schweizermaiduft“ empfohlen. Indem wir an den Patriotismus aller redlichen Gießner appelliren, fordern wir sie auf, ihren Bedarf aus der ausgezeichneten Quelle hiesigen Orts zu be⸗
ziehen.
Gensdarme. Aber mon Dieu, in welchem Zustande, nicht gekämmt, nicht gewaschen? Gibts denn in Allemand keine Seifensieder mehr?
Deutscher Flüchtling: O ja, an Sei⸗ fenstedern ist uns kein Mangel. Auch war man im Begriff, mir den Kopf zu waschen, ich konnts aber nicht abwarten.
Fragen über Fragen aus Lich.
Warum macht Herr F. H. so schlechte Witze? Antw.: Weil ihm sein„Gewährsmann“ Raus Ladenbach fehlt.
Warum weiß Herr F. H. fetzt auf jede Frage eine Antwort?
Antw.: Weil er sich jetzt selbst die Fra⸗
gen stellt und im Examen die Professoren.
Welches ist der einzige Todtschlag, den ein Candidat der Theologie mit seinem moralischen Gewissen vereinigen kann?
Antw.: Die Zeit todzuschlagen. Und der einzige Diebstahl?
Antw: Unserm Herrgott die Tage zu stehlen. Si tacuisses— Hättst Du geschwiegen still!
Mit der Rose frischer Knospe schmücke
Anmuthsvoll Dir Deines Kopfes schöne Lockenzier! Theures Mädchen! und vergiß nicht Lilien
Un dem Kranz, der Deines Lebens schönes Sinnbild ist: Lilien deuten Deiner Seele Unschuld,
Deiner Tugend Schönheit aber gleicht die Rosenknospe: Ewig daure diefer schöne Bund!
Chev. Couil. A. d. Poir.
Dame(zu ihrem Dienstmädchen): Lieschen gehe sogleich zu Herr X. und frage ihn, ob er auch ganz bestimmt kommen werde. Wenn er nicht kommen sollte, müssen wir einen andern Herrn einladen, da für jedes Frauenzimmer nur ein Herr gerechnet ist. Verstehste!
Sachsehäuser Höflichkeit.
Anno 1848 befand sich in der Paulskirche zu Frankfurt bei großem Gedränge auf der Gallerie auch ein etwas hagerer Schullehrer, auf ihm ruhte ein mit Aeppelwein angefüllter Sachsehäuser und dieser wiro wieder von andern Körpern gedrängt. Der Schullehrer fängt an zu keuchen und zu husten durch den Druck des Aepfelweinränzchens und als des Sachsehäusers feine Nerven davon ergrif⸗ fen wurden, kragt er den Schullehrer ganz zärtlich: „Gottverdamm mich, schanir ich Ihne villeicht, „sou sahn Ses, dann haag ich Ihne ahns, daß 1s Uhnglick krige.“
Räthsel. Warum wird jetzt nur die demokratische Presse beschränkt? 8
Weil die andere nicht mehr beschränkter werden kann.


