Ausgabe 
7.4.1852
 
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worden, daß die schönste, wir dürfen fast sagen einzig schtae Maske, des Abends in seine Farben

gekleidet war. Da wir nicht zu ihren ofsiziellen Anbetern gehören und bis dato mur die Ehre haben von Anseben ihr bekannt zu sein,' dür- fen wir unbefangen die Worte des Dichters auf sie anwenden 5 Sahst Du die Jungfrau dort? fürwahr Ein lieblich Wesen, anmuthsvoll und schönz Kam wohl von Lesbos herr Byron. Schöne Phil-lina, noch so jung und schön und schon so boshaft, wie viel Körbe wirst Du noch geben; warum erhörst Du nicht die Blicke Deiner schmachtenden Verehrer? Verstehst Du sie vielleicht zu wohl, weißt Du vielleicht, daß es das Metall Deiner Stimme ist, nach dem sie lauschen? Dein Lieb doch halt!gefähr- lich ist's den Spanier wecken seine Eifersucht fürchte ich und sein Schwert, mit dem er den Mohren scklug und denChrist. Zwei Dinge bewunderte er, sie und seine Beine. Eh bien! Slolz will ich den Spanier sehen und sey's auch nur auf dicke Waden; doch wo Niemand Kopf gezeigt har, darf man mit Beinen nicht renom⸗ miren. Mit unsrer Phil line konnte nur ein Mädchen in die Schranken treten; das gepuderte Haar stand dem feinen Gesichtchen, die altfränki sche Kleidertracht dem schlanken Wuchse allerliebst und selbst der 15te Ludwig müßte ihr Beifall gelächelt haben. Die übrigen Damenmasken wa ren meist geschmacklos und sehr zusammenge stoppelt.(Die haute- volée pflegt näm ich in Krähwinkel viele Kinder und nicht viel Geld zu haben oder knausert) und unschön entsprachen sie meist den Gesichtern, unter denen eines besonders garstig war. Auf einen solchen äußern Menschen sollte man nicht durch Putz und Flitterstaat ge⸗ walisam die Kritik he aufbeschwören; doch für ein garstiges Gesicht kann man nichts, grelle Farben sind Geschmacksachen.

Zwiegespräch.

Canalmüller: Awwer gestern, Hammelche, hab' ich mich emal recht geschähmt.

Schlammbeißer: Ei worim dann, warschte villeicht emal nichtern?

Canalm.: Reddt mer nitt so ahnziglich, Hammelche,'s paßt nitt. Na, aich war zon Schulerame eigeladde unn da habb aich gemerkt, daß dei junge Flegel gar nix mieh lerne. Fregt der Mahjister mein Guttlieb,Goitlieb Canal⸗

nalmüller, wie groß Deitschland? unn konnt

der lausige Bubb nett emahl dei lausige Frag beantworte, er lachte so dommköppig, verdrehte sei Aage unn guckte uff dei Annern, dei Klotz⸗ köpp wußtes awwer holl mich der Deiwel all mitmnanner nitt. Aich habb mich fast geschähmt daß der Jung mei Eigedumm. Na, wei solls

da noch gieh, wann dei Jugend nett emahl wahß, wei grouß Deitschland, ihr eigedümmliches Vad⸗ derland.

Schlammb.: Deß domm Kameel, wann e doch noz dei Zung erausgehängt hät, dann warsch schond gout, dann wahr doch wenigstens Dei Ehr gerett; hahßts nitt:sou weit dei deitsche Zunge reicht?.

Canalm.: Doas isses ja ewe, aich ging bestännig herim unn hatt mei Zong bis iwwer dei Crawatt wei e gehetzter Hond rausgehängt, se begriffes owwer all nett, im konträre Gege dahl, se lachte m ich noch aus derbei!

Schwarzenberger: No, Davitt, De bist anerkannt einer der gescheitste Mitberger hier, hast die viele Redde gehalte, werschte mer auch emahl das Räthsel rathe, in was die Docter unn die Soldate Aehnlichkeit hawe?

Eckelsberger: Waß dei fehr Aehnlichkeit hawe?

Schwarz.: Ja.

Eckelsb.: Dei Docter unn dei Soldate?

Schwarz.: Ja ja!

Eckelsb.: Daß will ich der korzer Hand sahn.

Schwarz.: No, dann druff!

Eckelsb.: Daß wahß aich nett.

Schwarz.: No, se prakteziren alle beide die Mensche mit Pulwer ins ewige seelige Le- ben; unn waß das Schönste dabei, daß sie's auch noch bezahle müsse.

Eckelsb.: No, Schwarzenberger, De hast doch damahls aach iwerall dei Maul uffgerisse unn wollst üwer mer sei, sah mer dann aach emal, waß fehr en Unnerschied zwische eim brave Soldat unn em ächte Frauenszimmer?

Schwarz.: Du stichelst gwiß auf dem Dings sei Frau?

Eckelsb.: In kahnem Fall!

Schwarz: No, dann weiß ichs niit.

Eckelsb: Ei der Soldat hat's Herz unn. d's Frauenzimmer's Maul uff'm rechte Flecke!

Scene aus dem Leben eines Professors.

Herr Schwentzer GPartikulier).Ah, gu⸗ ten Abend Herr Professor, wie befinden Sie sich? warum muß ich Sie noch hier sehen, so viel ich weiß haben doch die Ferien begonnen, werden sie keine Reise machen?

Professor(ärgerlich): Ach nein! ich habe Stadt- Arrest, weil meine verdammten Zuhörer (Commilitones humanissimil) ihre Collegien⸗ Gelder noch nicht bezahlt haben.

Herr Schwenzer(verwundert): aaaah!!