Ausgabe 
5.5.1852
 
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thut, da heißt's gleich:er muß aufs Land und er wird auf sein Landgut verwiesen. Wer kein Landgut hat wird eingesperrt.

Im Interesse der Wissenschaft theilen wir bie mit mit, daß vor einiger Zeit hier eine bis jetzt unbekannte Schmarotzer Pflanze gefunden wurde, der einige bedeutende Botaniker den Na⸗ menDragliape gegeben haben.

Eine weitläufige Beschreibung dieser Pflanze behalten wir uns auf später vor.

Schwarzenberger: Sag' mer emal, Da- vitt, an Deiner Stell däht ich auch emal'nen Staatsstraich riskire, unn wie der Lou de Fran- zose, Deiner Ahlt's allgemeine Stimmrecht oe⸗ troiyre.

Eckelsberger:'s allgemahne Stimurecht bei meiner Berwil, Du leiber Gott, Carl, da derzou brach ich wahrhafftig kahn Staatsstraich nett, bei Dere komm eich so niit zom Wort.

Unterzeichneter macht hiermit bekannt, daß er mit höchster Bewilligung, seines seitherigen Na⸗ mens müde, denselben vertauscht und sich mit dem NamenZionswächter belegt hat.

E. Motz am fwege.

Canalmüller: No, Hammelcher, soll dann dei Guttlieb doch werklich Landstand wern?

Schlammbeißer: Na, der hatt mer das Temperament se bisselche zou lebhaft.

Canalm: Wei so?

Schl.: Ei ich hab' etzend erscht bemerkt daß der sogahr im Trahm reddt, wann sollt dann da der Landtag all wern?

Canalm.: Wahste waß, Hammelcher, laß'n liewer Houtmacher wär'n, unn thu'n nach Schles wig⸗ Hollstei.

Schl.: Worim dahi?

Canalm.: Wahste dann nitt, wann de Holl⸗ stahner die Däne nett bis üwer de Hüffte griße, wern se gekeilt, wei müsse da de Hüth entzwah gieh? Hurrjesses, wei vill Compelmente hatt Deuschland schond dene Däne gemoacht?

Schl.: Emill, wei faß ich Dich, De bist uniwertrefflich! wer blies den Gedanke inn? daß mieh wei Doppelkimmel!

Ein nach Amerika Ausgewanderter erzählt folgende Geschichte: Auf einer der Süd see⸗ inseln war alle Donnerstage christliche Abend

unterhaltung, wo die neubekehrten Christen im

es nicht übel, lieber guter Herr!

Misstonshause zur Erbauung zusammen kamen. Eines Donnerstags verbreitete sich der fromme Misstonär unter anderm auch über die Vorzüge des christlichen Ehestandes. Er sprach lange und erbaulich, und als endlich die Unter haltung zu Ende war, sprach er zu einem der anwesenden Indianer:aber Jack, warum hast Du grade heut Dein liebes Weib nicht mitge bracht? wie manche gute Lehre würde auch ste von meiner Belehrung mit nach Hause genommen haben. Jack blieb etwas verlegen die Antwort schuldig. Ist Dein Weib krank? erkundigte sich theilnehmend der fromme Seelsorger. Ach nein! tönte es kläglich aus Jack's Munde. Nun, wa⸗ rum' hast Du sie da nicht mitgebracht, mein Sohn? Ach, lieber Herr, bekannte endlich Jack reuemüthig, Du mußt es nicht übel nehmen

ich habe sie gefressen! Ich hatte, seit ich

ein guter Christ geworden, kein Menschenfleisch gegessen, und da überkam mich's neulich mit Allgewalt, ich konnte nicht widerstehen. Nimm Man kann sich denken, welches Entsetzen sich auf dem Ge⸗ sichte des frommen Seelsorgers abmalte, welcher unmittelbar zuvor von den Vorzügen des christ⸗ lichen Ehestandes gesprochen.

Hospital- Arzt: Wie viel Tode heute?

Wärter: Blos ntun Stück.

Hosp. Arzt. Neun? ich habe doch für zehn Medizin gegeben?

Wärter: Ja, einer hat sie nicht einnehmen wollen!

Ohne Ei gibt's keine Henne

Ohne Henne gibt's kein Ei;

Ist das Ei ein Kind der Henne Oder Henne Kind vom Ei?

War im Anfang erst die Henne Oder war zuerst das Ei? Deutscher Philosoph o trenne

Dich don Deiner Träumerei: Werde endlich frisch, froh, frei, Friß die Henne und das Ei!

Herr: Aber schämt Ihr Euch nicht, in später Nacht zu betteln?

Bummler: Verzeihen Sie, lieber Herr, ich bettele auch bei Tage.

Herr: Ihr seyd aber noch kräftig und könnt arbeiten. Was treibt Ihr denn fuͤr ein Handwerk?

Bummler: Ich? ich bin ein Chemiker und bitte um etwas Silber, was ich in Spiri- tus auflösen könnte.