Tiefe möchte ich sagen ein ewig dunkles Nichts
zu verstecken und dennoch als ein Etwas auszu-
posaunen wußten. So sind denn nun auch vor—
herrschend die gelehrten Heirathskandidaten, und
man kann sich denken, daß eine meist geringe
Besoldung in den Augen auch einer nur halb—
vernünftigen Jungfrau jene Charlatanerie aufzu⸗
heben nicht im Stande ist, und so kommt es
denn, daß meist mit einem solchen Cbarlatan sich
eine sogenannte Galanteriedame verbindet, und da denken Sie Sich, was das für einen Haushalt und Kinderzucht gibt.— 2.) Geht doch die letz tere so weit, daß man von denen selbst, welche am besten über Erziehung geredet und geschrieben haben, allgemein annimmt, daß ste die eignen Kinder am schlechtesten ziehen. Nun sind aber, doch zu allen Zeiten die Gelehrten zur Erzie⸗ hern ihrer Umgebung berufen und beschäftigen sich mit derselben, d. h. geben vor es zu thun, indem sie nur eine geistige Fütterung der Welt, ihren Kindern aber dazu noch eine leibliche ver- schaffen, unbekümmert um die Leitung der dar- aus entstehenden Kräfte und Strebungen. Rein, sagen sie, müsse das Wissen gehalten werden und bedenken nicht, daß der Mensch fühlen, wissen und handeln zugleich muß um Mensch zu sein. Gehen sie doch so weit nunmehr auch wissende Frauen zu begehren, nicht fühlende, da doch das Gefühl des Weibes Stärke ist. Was aber ge— lehrte Frauen im Haushalt verstehen, das wissen Sie, liebe Muhme, von den wenigen Schrift⸗ stellerinnen, weiche bei unserer Flohnation auf⸗ getreten sind.—
Ein weises Liedlein.
Und wie wär' es nicht zu tragen, Dieses Leben in der Welt?
Täglich wechseln Lust und Plagen, Was betrübt und was gefällt. Scplägt die Zeit Dir manche Wunde, Manche Freude bringt ihr Lauf; Aber Eine sel'ge Stunde
Wiegt ein Jahr von Leiden auf.
Wisse nur das Glück zu fassen, Wenn es lächelnd Dir sich beut; In der Brust und auf den Gassen Such es morgen, such es heut. Doch bedrängt in Deinem Kreise Dich ein flüchtig Mifgeschick, Lächle weise, hoffe weise
Auf den nächsten Augenblick.
Nur kein müßig Schmerzbehagen! Nur kein weichlich Selbstverzeihn!
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Kommen Grillen, Dich zu plagen,
Wiege sie mit Liedern ein.
Froh und ernst, doch immer heiter. Leite Dich die Poeste,
Und die Welle trägt Dich weiter,
Und Du weißt es selbst nicht, wie.
Schlammbeißer: Saag emohl Canalkopp, woas iß dann aigentlich en Bibeljodekahr?
Canalmüller: Doas iß ahner, der den Staab von de Bicher blähst unn en Kadalog meecht. Schl.: No, waß iß awwer en Kadalog? Canalm.: Doas iß, wann ich dersch reecht zergliddere will, e Enthaltsamkeit vo Bicher, wo alle in ahns geschmisse wern?
Schl.: Hurrjesses, doas muß ja sou dick wern wei e Haus, wei lang dauert dann doas?
Canalm.: Doas dauert ewig, dann der mechts, wie de Penelope, woas er bei Dag in
de Kadalog schreibt, doas straicht er bei Nacht
widder aus.
Schl.: Dann hott er ja bei Dag unn Nacht kahne Rouh?
Canalm.: Deßwege sein ja aach sei Haare vehr der Zeit sou grau geworn.
Unterzeichneter macht einem hochgeneigten Pu⸗ blikum die ergebenste Anzeige, daß er nächsten Freitag, Nachmittag 4 Uhr, in einem wohlge⸗ bauten Luftballon vom Seltersberg in Begleitung seines Pudels aufsteigen, und nach Erreichung der größt möglichen Höhe(von 7000 Metern) vermittelst eines Fallschirms sich herablassen und in der Sonne Samstag wohlbehalten zwischen 9 und 11 Uhr Morgens ankommen wird.
Gießen 1852.
Peter Frack, Luftschiffer und Furwerker.
In Paris war dieser Tage ein Comödienstück angekündigt, welches den Titel führte:„Gute Ehemänner machen gute Frauen!“ Halb Paris lief ins Theater, um zu erfahren, wie dieses Kunststück zu bewerkstelligen sey.
In Toskana herrscht eine trübe und ge⸗ drückte Stimmung. Die Zeitungsschreiber be⸗ richten, daß weder der tiefdunkelblaue Himmel Italiens, noch die Straußischen Walzer, welche die Oestreicher den Italienern vorspielen, noch die alten Feste, die man hervorgesucht, vas Volk aufzuheitern vermögen. Wenn jetzt in Florenz ein Großer der Regierung nicht geföllt, wenn er vielleicht irgend eine mißliebige Aeußerung


