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Crofdorfer Walde und findet sich so auf dem Ausgangs- punkt seiner Wanderung wieder angelangt.
Ungefähr eine halbe Stunde von Gleiberg gegen Westen liegt auf einem frei emporsteigenden Berge die Ruine des Schlosses
Vetzberg.
Nicht so umfangreich und stattlich wie die Gleibergs, nimmt sie sich doch äusserst malerisch aus; und, wenn auch mehr zerfallen, blickt sie doch gar hell und freundlich auf das schöne Thal ringsum herab. Das zerklüftete Mauerwerk lehnt sich gleichsam an den schlanken Thurm, als suche es bei ihm Schutz; dieser selbst blickt(wie ein Sohn zum Vater) zu dem alten ernsten Thurm Gleibergs hinauf. Unterhalb der Ruine schmiegt sich das ärmliche Dörflein an den Berg; kein Gottes- haus ladet die Bewohner mit Glockentönen zu sich ein; einst— doch das ist wohl schon an vierhundert Jahre her— stiegen sie zur Burgkapelle hinan, welche jetzt in Trümmer zerfallen ist. Nahebei liegt der Vetzberger Hof. Welch' einen mäch- tigen Eindruck auch die Ueberreste Gleibergs und das gross- artige Panorama von dessen Thurm hervorbrachten,— es ver- lohnt sich doch der Mühe, nach Vetzberg hinüberzuwandern und dessen Trümmer in der Nähe zu beschauen.
Woher der Name»Vetzberg« stammt? Man hat schon mancherlei verschiedenartige Ableitungen desselben versucht. Einige meinen: er stamme vom Worte Vogt(im Volksmund: „Voit“ oder»Fond), weil ein Landvogt hier im Schlosse gesessen. Andere nehmen an, ein gewisser Vodo habe dies Schloss erbaut, und daher heisse es ursprünglich„Vodosberg«. In alten Ukmsln kommt der Name in den Varianten»Vodin- burg, Voitsberg, Näisbeig, Voydesberg, Nogedenberg und Fondsberg« vor..*
Wie Vetzberg Descheiden und friedlich neben dem stolzen trotzigen Gleiberg liegt, 80 folgt auch seine Geschichte einem gleichen Verhältniss. Es ist nicht das Stammschloss eines eige- nen Herrengeschlechts. Die adeligen Vasallen der Herren von Gleiberg bauten sich auf dem benachbarten Berge an und er-


