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Giessen und seine Umgebungen : mit sechs Stahlstichen / geschildert von Eduard Duller
Entstehung
Seite
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die aus dem Thale hervoreilt, sie scheidet den Vorgrund vom Mittelgrund. In diesem letzteren erhebt sich die malerisch schöne Stauffenburg auf dem Gipfel des runden Berges, im Thalein- schnitt rechts liegt Mainzlar; dicht daran ein etwas niedrige- rer, aber gleichfalls scheinbar freistehender Berg, dann ein Wald- grund, vor welchem sich die Lahn hinwindet; zwischen diesem Wald und der Lahn liegt die Ruine der Badenburg. In gleicher Linie mit der Richtung von der Stauffenburg bis zur Baden- burg zieht sich darüber der Hintergrund hin, und über der Badenburg erscheint Schloss Nordeck in der dunklen Ver- tiefung des Thales, in welches sich rechts Berge vorschieben. Am Vorsprung der letzten ist die sogenannte Teufelskanzel, der Höhenzug selbst heisst der hangende Stein. Unter Mainzlar aber, im Vorgrund nämlich, also diesseits der Lahn, seh' ich Lollar, und unter der Badenburg Launsbach; und blicke dann zunächst auf den Wettenberg hinab, dessen eigenthümliche Formationen sich hier von der Vogelperspective aus am besten erkennen und überschauen lassen. Eine Volks- sage erklärt den Ursprung des Namens Wettenberg(We- dinberg) also: Es hätten in uralter Zeit drei Brüder gelebt, von denen habe der Erstgeborene eine Burg erbaut und weil sie gar fest gewesen, Festberg getauft(das ist Fetzberg); der andere Bruder aber habe auf dem nächsten Berge auch ein Schloss gebaut, gerade wie das erste und desshalb auch Gleichberg genannt und das sei eben der jetzige Gleiberg; der dritte endlich habe mit ihnen gewettet:»ich will euch ein Schloss auf dem drittnächsten Berge hinbauen, das die eurigen noch übertrifft;« und das ist der Wettenberg. Die Sage scheint nicht sehr alt zu sein und bedarf wohl keiner Widerlegung. Von dem Schloss, welches sie auf dem Wettenberg bauen liess, ist übrigens nur noch eine geringe Spur zu finden; aber ein Schanzenaufwurf ist noch zu erkennen. Nun blicke ich wieder über die Lahn und gewahre im Hintergrunde, hinter dem hangenden Stein, das unfern der Wieseck liegende uralte Pfarrdorf Altenbuseck, von welchen eine adelige Familie den Namen führt. Noch weiter hinten dehnt sich ein Höhen- zug aus; da liegt: Grossenbuseck mit seinem schönen weissen Schlosse. Dort, zwischen Grossenbuseck und Alten-