dies Thal bildeten, und, o Schrecken, ich erkannte mehrmals deutlich das Auge meines Herrn, der wie ich dachte, meinen gewagten Sprung beo— bachtet hatte. Ich war dadurch in nicht geringer Verlegenheit als Deserieur requirirt zu werden, allein entweder schützte mich die Dunkelheit, oder es bestand kein Cartellvertrag zwischen ihm und seiner Dame. Meine Brille fand ich bald in einer traurigen Lage so fest eingebohrt zwischen dem Körper der Jungfrau und jener schiefen Mauer, daß ich sie nicht losbringen konnte. Was war zu thun? Ich mußte mein Eigenthum auf— geben oder Hilfe suchen. Mit Vorsicht kletterte ich also an jener Wand hinauf, deren innere Bedeckung ich als das leinene Untergewand jener Dame erkanate, aber denkt euch mein Erstaunen, als ich auf der andern Seite wieder herunter⸗ kletterte, ermittelte ich, daß jene Wand ein eu— rem Leibchen entsprechendes aus Stahl undzFisch⸗ beinen mit seidenem Ueberzug versehenes Klei⸗ dungsstück der bezeichneten Dame war. Man nennt es Corset, und es ist ein Mittel die weib⸗ liche Taille bis auf eiwa die Hälfte des natür⸗ chen Umfangs unter gewaltsamem Hinaufdrängen der Brust zu verengen. Manche dieser Vorrich⸗ tungen sind noch mit Mitteln zur Ausgleichung schiefer Schultern, Hüften und mit künstli— lichen Lilienhügeln aus Watte versehen. Wenig⸗ stens eine Menschenkraft ist nach meinen vielfa⸗ chen Beobachtungen nothwendig um eine Men—
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R.: Dofehr hoste gout Rouh, se wern sich heure. H.: No wann mir onn dei Metzeler, onn
schenjungfran mit Hülfe starker Seile in jenem
Apparat die anständige Form zu geben, und Ohnmachten bei und nach der Operation sind nicht selten. Auch Herren, namentlich Krieger und z. B. in jener Universiiätsstadt einige junge Juristen tragen ähnliche Vorrichtungen aus star⸗ kem Riemenwerk. Die Hoffnung, euch meine Muflöhe und Flöhinnen, vor ähnlichen Verun⸗ staltungen zu bewahren, bewegt mich noch eine Notiz aus meinem Tagebuche mitzutheilen. Ich sah nemlich in einer angtomi chen Sammlung verschiedene Skelette mit verbogenem Rückgrat und schiefen Rippen. Der anwesende Professor verstcherte meinen Herrn, daß dieß Folgen von zu engen Schnürbrüsten seien. Doch nun wieder zur Reisebeschreibung.(Forts. folgt)
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Z wieg espräche.
Hannes: Sah mer emal, Roßbart, woas hällste vo den neue Gemeindewoahle, werscht Du dann aach wehle awer nett, gefällt d'r das be⸗ richtigt Woalgesetz?
Roßbart: Joa Hannes s gefellt mer nett
mächtig, aich wehl awwer doch. H.: Du wehlst an der Stehwoageklaß, thouste mich dann aach wehle, wannich uffgestellt wer'n.
dei, dei Schaaf hale, zesamme haale, kenne mer offstelle wen mer wolle.—
R.: Das wäre mir nicht lieb unn wär auch nicht zu wünschen) wann euere Konne dorch—⸗ genge, dann ihr soargt immer erscht fehr euch, awer an Daich iß gar nitt ze denke, dann dorch Dei viel Späßmache unn Offbenne gellste in d'r ganze Stadt fehr en Lügener, dem mer nix noach⸗ verzähle kann, so Leut gehern nett uffs Roath⸗ haus.
H. Gieh domm Ooos, etz glaab aich baal waß der Fucks gesaht hatt Du werscht kinnisch, wann mer emol en Spaß mecht, iß mer immer noch kahn Lügener.
*) Spricht zuweilen deutsch und liebreich.
Hans: Gute Morje Gevatter Steffel!
Stephan: Ei do sitz ich un breche Eppel.
Hans: Eich hab Euch ja gegruͤßt!
Steph.: ech wahs nit, sein se sauer odder sein se sieß.
Hans: Eich glab, ehr heert net wohl?
Steph.: Jo der Bahm hängt noch so ziem⸗
lich voll.
Auch eine Liebeserklärung.
Einige Damen und Herrn von hier begeg⸗ neten einem Eseltreiber mit Eseln. Sehen Ste, mein Herr, das ist Ihr Bruder, sagte die eine Dame, auf einen Esel deutend.— Wie wär' es, wenn er Ihr Schwager würde, fragte der angeredete Herr:— Herzlich gern! rief die Dame und fiel dem Herrn um den Hals.
Auch was Neues!
Obschon man bis jetzt geglaubt hat, daß blos Jöger auf den Schnepfenstrich gingen, so hat man am 3. Feiertage die Bemerkung auf der Badenburg gemacht, daß sogar ein Haase einer Schnepfe nachstrich.—
Hurrjesses wie deutlich!
Eine ganz neue Methode zur Ader zu las⸗ sen, mittelst eines Schlags auf den Kopf bringe ich einem vereyrlichen Publikum zur gefälligen Beachtung und empfehle mich besonders an Mark⸗ tagen, so auch an dem bevorstehenden, aufs erge⸗ benste zu dieser Operation.
Zimmergesell, Pract.


