Ausgabe 
17.4.1852
 
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die Geschicht am End aus der ganze Sach nix werd, wei dann?

Balser: Daderfehr habb ich ausgesorgt, De kennst doch das ahlt Sprichwort vo Gethe:raich bei raich unn Bettel bei Bettel. Geld zwingt de Welt!

a M. H. von Altenbuseck richtete an einem Manne von Trohe wegen seiner Forderung bei Gericht nichts aus und er sprach daher zu dessen Frau:Nu häng ich en Pruzeß uff Dir, daß De taudt dran geihst. Und richtig der Prozeß ist angehängt und der Mann glaubt doch an die Möglichkeit, auf diese Art morden zu können.

In der Nöhe bei Alsfeld waren zwei Her ren auf der Jagd und da es an Wild ze. fehlte, machten sie sich das Vergnügen nach einem Schä ferhunde zu schießen, der sich aber nicht treffen ließ und bescheiden nach Hause eilte, den Herren aber mit den Flinten das Hüten der theilweise wild gewordenen Schaafe überließ, bis er mit seinem Herrn zurückkehrte und die blutdürstigen Jäger ablöste. Man sieht, der Mensch kann sich in alles fügen.

Gottverdammich, ahn Fehler reut mich mei Lebdag, daß ich damahls nitt nach Glarebach ging, dann kahm der Vogt nett nach Framfurt unn wer annersch als aich? Unn dann war Al- les gerett! Aich währ gleich mit'r Landflott nuff unn hätten korzer Hand gesaht:Wollter odder wollt'r nitt? Hättese gesaht nah! Hätt ich ge saht: No dann gebbt mer mei Geld aich gieh hahm unn's Parljement war fertig!

Volksredner Eckelsb.

Ein hochbeiniger Flamingo, früher mit ro them, jetzt grünem Kopf, grauen Flügeln und Rücken ist auf der Schoor entlaufen. Der red liche Finder wird gebeten, ihn bei Herrn O. Franz zurückzubringen.

Schlammbeißer: Wahste dann schond, Hammelcher, daß itzt die Weibsleit aach Weste trahn thun?

Canalmuͤller:

Schl.: gemahlt.

Canalm.: Weste?

Schl.: No, ich derkläre mer de Sache so: Siehste, se hawe los gekrigt, daß de Zehnte nitt unner de Haub kimmt, wann se kah Knöppe hat. Sou hawe se awwer Knöpp.

Ei waß De nett sahst? Ja, in der Morezeiring seinere ab⸗

Awwer worim trahn se dann

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Aufruf

an alle Priester Kpollo's und der Musen.

Geehrte Künstler- Collegen!

Bei den jetzigen Zeitverhältnissen, in de nen fast überall das Höhere vom Materiellen, die Poesie von der Prosa, die schönen Träume von der nackten kalten Gegenwart, die herrlichen Sonaten Beethovens, Mo⸗ zarts ꝛc. von dem elenden Gedudel eines H. C. ver⸗ drängt werden, von denen so zar zu befürchten steht, da? aus Apollos Laier ein Laierkasten werde, aus dem nur noch höchstens eine lender Walzer, oder einige schlechte Lieder. hervorgehen werden, ist es höchst noth⸗ wendig, daß die Wenigen, welche noch Begeisterung für Apollo fühlen, welche sich wirklich Künstlerseelen nen⸗ nen, und für ihr Ideal auch durch die That zu kämpfen bereit sind, daß diese sich einigen und anschwimmen ge⸗ gen die reißende Woge des Materialismus. Zeigt sich ja doch gerade Darin der rechte Künstlergeist, die wahre Poeste, daß man die höchsten Schwierigkeiten überwindet, und sich nicht abschrecken läßt, vom rohen Hohngeläch⸗ ter der Menge, welche unser künstlerisches Streben für eitel Affectation hält. Nein, um so fester müssen wir Künstlerseelen umfassen, um so eifriger müssen wir ar⸗ beiten, um dieser Menge zu beweisen, was ein ernstli⸗ cher Wille, mit Liebe und Eifer verbunden, vermag.

Darum schaart Euch Alle, die Ihr Verehrer der Kunst sein wollt, um mich; ein Je zer moge sein Schärf⸗ lein beitragen zur Erreichung unseres hohen Zieles, und gewiß, es wird gelingen.

Mit künstlerisch- collegialischem Brudergruß an alle Künstler⸗Colleqen.

S. Ziegen.

Hiermit will ich denen um mich Bekümmer⸗ ten zu wissen thun, daß ich meiner Braut die Lieb und Treue durchaus nicht entzogen habe, wie man mir vom dritten Feiertag her fälschlich nachzusagen sucht; im konträren Gegentheil habe ich mich inniger angeschlossen. Sobald ich wiede, von irgend Jemand diese schreckliche Ver- läumdung höre, werde ich denselben mit Bra banter traktiren.

Hawwer- Bäcker.

Telegraphisehe Depesche.

Badenburg, 13. April, Mittags 5 Uhr.

Erneuerter Aufstand der Kaffern ge⸗ gen die Engländer. Das weibliche Ge schlecht kämpft theils und flüchtet sich theils in Stückfässer. Lord Ruͤböl ist angekommen und leitet den Kampf. Die Urin Badenburg ist von den Kaffern ge⸗ nommen! Man hofft die Ruhe bald wieder hergestellt zu sehen.