Ausgabe 
10.4.1852
 
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sein, aber er bleibe bei seinem Leisten; ein guter Ballarrangeur muß er graue nicht sein! Einer paßt sich nicht für Alles; Jeder sehe, wie er's treibe, aber sehe auch, daß er nicht falle. Du und Deine Helfershelfer seyd, wenn auch nur

zum Theil schuldig durchgefallen; Euer Masken

ball war über alle Maaßen erbärmlich.

Der Wein.

Aus der Traube in die Tonne, Aus der Tonne in das Faß,

Aus dem Fasse, welche Wonne! Durch die Flasche in das Glas. Aus dem Glase in die Kehle,

In den Magen durch den Schlund, Aus dem Blute zu der Seele, Aus der Seel' als Wort zun Mund Aus dem Worte eiwas später Schwingt sich ein begeisternd Lied, Das durch Wolken zu dem Aether Mit der Menschheit Jubel ziehe. Kehrt der traute Frühling wieder, Senken sich die Lieder fein

Auf die lieben Reben nieder

Und sie geben wieder Wein!

Zwiegespräch.

Schlammbeißer: Mei Guttlieb kimmt nu ennlich aus der Schul unn do sein aich erscht reecht innr Verlegeheir, woas aich en soll wern lasse?

Canalmüller: Lass'n en Schuster wern, ich mahne da hält e grad en Kopp derzou?

Schlamm b.: Na, doas Geschäfft ewe zou pech ös.

Canalm.: der?

Schlamb.: Nah, do horre erschtlich kahn Sitzflaasch derzu unn dann bringt er aach sei Bahner nitt sou üwernanner, weil dei ze mau⸗ schelfermig gewackse sei.

Canalm.: Lassen dann Landstand wern?

Schlammb.: Deß währ mer ewwe noch am leibste, wann aich gewiß wißt, daß sen noch uff die Lehr nemme. E Bett unn e paar Gulde Geld wollt aich gern drah hänge,'s kimmt ja widder doppelt raus; isser lusgesproche, sou kritte den Tag 2 Dahler, brach nix ze douhn, kann in seiner Kammer schlahfe unn hatt Aussichte uff'm Ministerportfell.

Canalm.: Wannmer narchsche Repoblik kriege?

Schlammb.: No, da kann e sogahr noch en Ferscht wern.

No, dann en akademische Schnei⸗

awwer konschtuzmo⸗

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Canalm.: Awwer dann, lieb Hammelcher, lasse mer uns alle zwa beide mitnanner adlige. Unn wann dann sou en Herr kimmt unn saht: Herr von Canalmiller mechte se nitt mit mir Schaafskopp spiele? Sahn ich gleich Mui!

Schlammb.. Do kannste Gifft druff nemme, aich freu mich aach schond druff. Wann da so e Frauenszimmer kimmt unn saht: gnädiger Herr von Schlammbeißer, woll'n se nitt so gefällig sei unn mir mei Schachtel uffn Bahnhof trage? Sahn ich gleich: Les ja wui ja!

Gefundenes.

Gestern wurde auf dem Seltersweg ein Brief chen gefunden, dessen Inhalt so interessant ist daß ich nicht umhin kann, ihn zu veröffentlichen

Meine lieben academischen Mitschwestern!) Unterzeichneter beehrt sich, seine academischen Mitschwestern zu einer Tasse Kaffee auf heute Abend 7 Uhr einzuladen. In der Hoffnung auf Gewährung meiner Bitte, verbleibe ich Ihr academischer Mitbruder Mondschein, Studios. Theol.) *) Zwei Hebammen aus der Gegend von Dexheim. a) Der zwar nicht schön zu sein, doch Glück bei den Damen zu machen glaubt.

Guter Trost.

Ein Magistrat ließ die Fleischerzunft vor sich kommen und bedeutete sie, sie sollten nicht so viel Ochsen außer Land führen lassen, es möchte sonst die Stadt selber an Ochsen Mangel haben. Der Obermeister antwortete: Sein Sie unbesorgt, Herr Bürgermeister, so lange ich und mein Sohn le ben, soll es in der Stadt nicht an Ochsen fehlen.

Vermählungsanzeige.

In Watab, im Bezirke Minnesota(Nord⸗ amerika) heirathete vor Kurzem Herr Ma-ki-ko-ki-wa-ba-dotsch-ken das Fräulein Wi-hun-ni-ki-ku-scheh-ha-dst-kien.

Wie doch die Türken nach und nach alle europäische Untugenden sich angewöhnen. Die europäische Diplomatie hat dem guten Sultan einen geheimen Zauber ins Ohr geflüstert. Jetzt

pumpt auch der Beherrscher der Gläubigen bei dem Gläubiger aller Beherrscher, bei Ba⸗ Nun hat dieser auch noch Daß letztre sich nicht schon

ron Rothschilden. die Türken im Sacke.