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c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend?
d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche?
Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weitgehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang?
a. Die Gemarkung hat im Allgemeinen eine gegen Oſten ſanft abfallende Lage und iſt von Weſten nach Oſten von drei Mulden durchzogen, deren Tiefen mit Wieſen ausgeſtattet ſind. Im Norden und Nord⸗Oſten durch Nadelwald begrenzt, der jedoch wegen zu niedriger Lage nur geringen Schutz gewährt, ſonſt iſt das Terrain frei und offen und vorzüglich im Frühjahr den kalten Winden blosgeſtellt. In geognoſtiſcher Beziehung hat der Boden zur Grundlage zu etwa ¼ das Urgebirge(Granit) und zu ¾ Sandſteingebirge. Der Oberboden iſt etwa zu ⅛ Sand⸗ und Kiesboden; der größere Theil Lehmboden, deſſen eine Hälfte jedoch durch den undurchlaſſenden Unter⸗ grund an Näſſe und Kälte leidet, und auch eine nur wenig tiefe Ackerkrume beſitzt. Der Reſt iſt guter Lehmboden mit durchlaſſendem Untergrunde. Der Boden trägt Klee, aber keine Luzerne. Die Fruchtbarkeit iſt demnach im Allgemeinen nur als eine mittlere zu bezeichnen, doch durchläuft der Boden alle Abſtufungen vom guten Lehmboden bis zum nur wenig lehmhaltigen Sandboden.
Es beſitzt die Gemarkung:
Ackerland 1. Claſſe 16,59 Hectar, 2.„ 92,69„
3.„ 134,75„ 4.„ 38/73„ Wieſen 1.„ 11,96„ 2.„ 9,32„ 3.„ 23,68„
4.„ 18,18„
b. Nur Acker und Wieſe kommen als Culturland in Betracht, deren Verhältniß von 1:4 nicht beſonders günſtig iſt. Die Wieſen ſind mittlere bis gute Feldwieſen ohne namhafte Bewäſſerung, aber durch Compoſt und künſtlichen Wieſendung gut gedüngt und gepflegt, erſetzen ſie einigermaßen die geringe Anzahl; ebenſo die Feld⸗ grasſaaten.
c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte ſind Getreide und Heu; von erſterem namentlich Spelz und Korn, beſonders im Gemenge, dann Hafer und Weizen, die übrigen Producte Kartoffeln und Rüben, etwas Gerſte ꝛc. werden faſt nur zur Verwendung in der Wirthſchaft gebaut.
Der Obſtbau, der neuerdings mehr Beachtung findet durch Anpflanzung junger Bäumchen, ergab im Jahre 1883 nach der ſeatiſtiſchen Aufnahme: 800 Ctr. Aepfel,


