Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Bericht

über die

landmirthſchaftlichen Verhältniſſe

Gemeinde Ober⸗Moſſau, Kreis Erbach i. O.,

erſtattet von

Friedrich Horn zu Babenhauſen.

AIllgemeines.

Ober⸗Moſſau liegt im mittleren Odenwald, ca. 342 Meter über der Meeres⸗ fläche und iſt etwa 7 Kilometer in weſtlicher Richtung von den Stationen Erbach und Michelſtadt entfernt. In einer Länge von nahezu einer Stunde dehnt ſich der in einem freundlichen Thale, das von Norden nach Süden zieht, gelegene, 410 evangl. und 7 kathl. Einwohner zählende Ort aus. Die Bauerngehöfte liegen längs des Thales zerſtreut und die dazu gehörigen Wieſen, Aecker und Waldparcellen ſchließen ſich unmittelbar an dieſelben an.

Ober⸗Moſſau, das ſchon im Mittelalter unter dem Namen Moloſaha vorkommt die Johanniter hatten hier Beſitzungen bildet mit dem nur ¼ Stunde ent⸗ fernt liegenden Unter⸗Moſſau ein Kirchſpiel. Die örtliche Bevölkerung bewohnt 48 Häuſer mit 89 Haushaltungen, wovon 64 Landwirthſchaft treiben, die übrigen arbeiten im Taglohn oder treiben kleinere Gewerbe.

Auswanderungen kommen dann und wann bei jüngeren Leuten vor, bei Fami⸗ lien ganz ſelten. Die Heirathen finden größtentheils innerhalb der Gemeinde ſtatt, weshalb die geſchloſſenen Güter ungetheilt bleiben. Das Holz aus dem Gemeinde⸗ wald wird verkauft. Die Haide⸗ und Moosſtreu wird loosweiſe an die Einwohner verſteigert und der Erlös hiervon ohngefähr 34 Mk. per Bürger an die⸗ ſelben vertheilt.

Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen eine Fläche von 890,65 Hectar in 521 Parcellen, wovon 284,80 Hectar Ackerland, 82,43 Hectar Wieſen, 504,06 Hectar Wald und 19,34 Hectar Hofraithe, Gärten,

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