Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Bericht

über die

landwirthſchaftlichen Verhältniſſe

Gemeinde Ober⸗Roden, KRreis Dieburg,

erſtattet von

Bürgermeiſter Wolz zu Seligenſtadt unter Beihülfe ſeines Sohnes Carl Wolz, Oeconomie⸗Verwalter.

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Allgemeines.

Ober⸗Roden liegt im ſ. g. Rodgau, 20 Kilometer von Darmſtadt und 20 Kilometer von Frankfurt. Die nächſte Bahnſtation iſt Dieburg mit 10 Kilometer Ent⸗ fernung. Die Gemeinde hat 1937 Einwohner in 257 Häuſern und 373 Haushal⸗ tungen, darunter 3 Familien iſraelitiſcher Confeſſion mit 12 Perſonen, die Ellen⸗ waaren⸗, Spezerei⸗Handel und Metzgerei betreiben. Die Ghriſtliche Bevölkerung iſt faſt ausſchließlich katholiſch. Die Einwohnerſchaft iſt eine ſeit langem angeſeſſene. Die Auswanderung iſt in den letzten Jahrzehnten eine unbedeutende, größtentheils wandern ledige Perſonen aus. Durch Heirathen gehen zahlreiche Perſonen nach aus⸗ wärts; faſt die gleiche Zahl kommt auch durch Heirathen in den Ort.

Der landwirthſchaftliche Boden der Gemarkung umfaßt im Ganzen 974,6 Hectar in 12905 Parcellen; hiervon ſind 716,8 Hectar Ackerland und 257,8 Hectar Wieſen. Die hier angegebene Zahl der Parcellen iſt aus dem Grundbuche entnommen; in der Wirklichkeit iſt die Zahl durch Zuſammenkauf eine geringere geworden. Das Land vertheilt ſich auf 735 Beſitzer, wovon 502 weniger als ein Hectar, 186 ein bis fünf Hectar und 47 fünf bis zehn Hectar bewirthſchaften.

Die direkten Steuern für die Gemarkung Ober⸗Roden betrugen für 1883/84 17108 Mk. 62 Pf. An Communalſteuern hat die Gemeinde für 1883/84 9500 Mk. erhoben. Letztere betrugen im Jahre 1880 5600 Mk., 1881 7860 Mk., 1882/83 7937 Mk.

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