Bericht
über die
landwirthſchaftlichen Verhältniſſe
Gemeinde Rodheim v. d. H., Kreis Friedberg,
erſtattet von dem Landwirthſchaftslehrer Leithiger in Alsfeld.
AIllgemeines.
Rodheim vor der Höhe im Kreiſe Friedberg gehört, ſeinen Boden⸗ und ſeinen klimatiſchen Verhältniſſen nach, der„Wetterau“ an. Nur die öſtlichen Ausläufer des Taunus ſtreichen noch in die Gemarkung. Es liegt circa 135 Meter über dem Meeresſpiegel, 7 ½ Kilometer von Homburg v. d. H., 9 Kilometer von der Kreis⸗ ſtadt Friedberg, 17 Kilometer von Frankfurt a. M. und 5 Kilometer von ſeiner nächſten Bahnſtation Nieder⸗Wöllſtadt an der Main⸗Weſerbahn.
Die Gemeinde zählt zur Zeit 1538 Einwohner in 300 Haushaltungen, hier⸗ von gehören 16 Haushaltungen mit 65 Einwohnern dem Judenthum an, während die übrige Bevölkerung chriſtlich evangeliſch iſt. Bis in die 1840er Jahre war die Bevölkerung in der Zunahme begriffen, Rodheim hatte damals 464 Ortsbürger, in den fünfziger Jahren gingen viele Familien nach Amerika, ſo daß die Ortsbürger⸗ zahl bis auf 370 fiel, ſeit den ſechsziger Jahren iſt die Bevölkerung mit dieſer Zahl ziemlich conſtant geblieben. Die Bevölkerung von Rodheim iſt eine faſt in ſich ab⸗ geſchloſſene. Heirathen nach auswärts und von außen nach Rodheim finden nur ausnahmsweiſe ſtatt. Bei der Erbtheilung theilen die Erben den Grundbeſitz, die Gebäude werden taxirt und verlooſt. Es liegt hierin die Urſache, daß die Güter in ihrem Beſtand fortgeſetzt den weitgehendſten Veränderungen unterliegen.
Die Gemarkung Rodheim umfaßt im Ganzen eine Fläche von 1664,95 Hectar, wovon 1216,83 Hectar Ackerland, 7,8 Hectar Hofraithen, 13,9 Hectar Gärten, 183,4 Hectar Wieſen, 194,5 Hectar Wald und 48,4 Hectar unbeſteuerbare Flächen ſind.
Die 1400,23 Hectar Acker und Wieſen liegen in 28,703 Parzellen. Der Wald iſt Gemeindeeigenthum. Das übrige Land vertheilt ſich auf 300 Beſitzer von den
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