Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Bericht

über die

landwirthſchaftlichen Verhältniſſe

Gemeinde Nieder⸗Eſchbach, Kr. Friedberg,

erſtattet von Landwirthſchaftslehrer Leithiger zu Alsfeld.

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Allgemeines.

Nieder⸗Eſchbach liegt in derWetterau, im unteren Flußgebiet der Nidda, circa 118 Meter über dem Meeresſpiegel, 10 Kilometer von Frankfurt, 5 Kilo⸗ meter von Homburg v. d. H. und 16 Kilometer von ſeiner Kreisſtadt Friedberg entfernt. Die nächſte Bahnſtation iſt Bonames, 4 Kilometer entfernt, an der Eiſen⸗ bahnlinie Frankfurt⸗Gießen.

Die Gemeinde zählt zur Zeit 653 Einwohner in 119 Häuſern und 129 Haus⸗ haltungen. Dem Glaubensbekenntniß nach ſind 581. evangeliſch, 58 katholiſch und 14 jüdiſch. Die Einwohnerſchaft iſt eine ziemlich ſtändige, viele Familien ſind ſeit urdenklichen Zeiten hier angeſeſſen. In den letzten 5 Jahren ſind nur 5 Perſonen ausgewandert. Die Heirathen finden noch meiſtens innerhalb der Gemeinde ſtatt. Hierbei werden die Grundſtücke unter die Erben vertheilt, die Hofraithe wird zu ihrem wahren Werth taxirt und verlooſt, oder bei Lebzeiten der Eltern einem Kinde unter Anrechnung der Leibrente zu einem geringeren Preis überlaſſen.

Das landwirthſchaftlich benutzte Areal der Gemarkung umfaßt im Ganzen 609,07 Hectar in 2963 Parzellen, wovon 557,25 Hectar Ackerland und 51,82 Hectar Wieſen ſind. Im Ganzen iſt die Gemarkung 639,65 Hectar groß. Die fehlenden 30,58 Hectar entfallen auf Wege, Bäche, Laubholzniederwald ꝛc. Das Culturland vertheilt ſich auf 105 Beſitzer, von denen 34 unter 0,5 Hectar, 19 von 0,5 bis

1 Hectar, 12 von 1 bis 2 Hectar, 13 von 2 bis 5 Hectar, 10 von 5 bis 10 Hectar, 1 ¹¹

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