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780 Ctr. Birnen, 100 Ctr. Zwetſchen, zuſammen im Werthe von ca. 5000 Mk., ein Ertrag, der wohl in guten Jahren bedeutend überſchritten wird. Das Obſt wird meiſt verkauft und Obſtmoſt und etwas Latwerge bereitet für die Haushaltung.
Die thieriſche Production beſchränkt ſich auf Nachzucht und den Verkauf von jungen fetten Rindern und friſchmelkenden Kühen; die erzeugte Milch wird verbuttert und deren Rückſtände theils im Schweineſtall und Kuhſtall, theils in der Haushaltung durch Käſe verwerthet.
d. Im Allgemeinen iſt der Betrieb kein ganz rationeller, trotzdem der Geſammt⸗ Eindruck der Wirthſchaften ein günſtiger zu nennen iſt. Flurzwang herrſcht nicht, aber die Parcellirung iſt ziemlich groß, pro Hectar 6,5 Parcellen, und die Entfernung oft ſehr weit. Auch der undurchlaſſende Untergrund und in Folge deſſen Näſſe iſt einer intenſiveren Cultur hinderlich. Es möchte wohl ein ſtärkerer Grasbau auf dieſem Theile der Gemarkung angezeigt erſcheinen. Der Getreidebau iſt etwas zu ſtark, worauf auch der zurückgegangene Ertrag der Fruchterndten hindeutet, indem bei jetziger geringerer reiner Brachhaltung die Düngung nicht entſprechend vermehrt worden iſt. Eine ſtärkere Nachhülfe durch künſtlichen Dünger, beſonders auf den beſſeren Feldern, wäre wohl im Stande, den Ertrag zu ſteigern und dadurch auch das leb⸗ hafte Bedürfniß nach Streu zu befriedigen. Die Haltung des Viehes iſt im Allge⸗ meinen eine gute, ebenſo die Qualität, meiſt Kreuzung mit Simmenthaler, wie auch die beiden Gemeindebullen in guter Haltung und Pflege ſind.
Die Molkerei Langen⸗Brombach äußert ihren günſtigen Einfluß auf die Milch⸗ production, da den Lieferanten derſelben eine Fütterung von 2 Pfund Oelkuchen pro Kuh und Tag vorgeſchrieben iſt.
Es kommen auf einen Hectar Acker und Wieſe im Durchſchnitt 0,45 Stück Rindvieh von ca. 1000 Pfund Lebendgewicht. Viehhandel nicht bedeutend bei Nach⸗ zucht. Auch die Schweinehaltung iſt nicht von Bedeutung, da ein ausgedehnter Kar⸗ toffelbau nicht am Platze iſt, doch iſt reines engliſches Blut und ziemlich viel Kreu⸗ zung in demſelben vertreten.
Frage II.
a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäſſigen Landbau treibenden Bevölkerung?
b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung einge⸗ treten?
c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗


