Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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vor Ende der ſiebziger Jahre vollzogen wurden, ſomit alſo zu einer Zeit, in welcher in Folge günſtigerer Geſchäftslage noch größere Unternehmungsluſt unter den Land⸗ wirthen herrſchte, die bei den nicht rechnenden Bauern vielfach ſogar(wie eben im vorliegenden Falle) zu Preisübertreibungen führen konnte. Bei eventuell erneuter Pachtauflage dürften denn auch die Pachtpreiſe ſehr bald auf ein(wenigſtens an⸗ nähernd) normales Niveau zurückgehen.

b. Die gräflichen Güter werden in 12jährigen Terminen, die Pfarrländereien in Zielen zu je 3 und 6 Jahren verpachtet.

Die auf den Grundſtücken haftenden Steuern und Abgaben tragen die betreffenden Beſitzer ſelbſt; eventuelle Verſicherungsprämien ꝛc. hat dagegen der Pächter zu zahlen.

Pachtnachläſſe werden ſelbſt bei eintretenden elementaren Unglücksfällen nicht bewilligt und heißt es hierüber im gräflich Schlitz'ſchen Pachtvertrage ganz ausdrück⸗ lich(Artikel 10):Ein Nachlaß an Pachtgeld findet in keinem Falle, namentlich nicht wegen eintretender Unglücksfälle, z. B. wegen Hagelſchlages, ſtatt.

c. Anderweite erſchwerende Bedingungen liegen nicht vor.

Frage V.

a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern?

b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange?

a. Obſchon Brände von Bedeutung ſeit langem in der Gemeinde nicht vorge⸗ kommen ſind, haben dennoch faſt alle Ortsbürger das Mobiliar und die Producte bei einer der größeren deutſchen Feuerverſicherungs⸗Geſellſchaften(Providentia zu Mainz und Colonia zu Cöln a. Rh.) verſichert. Ebendaſelbſt ſind auch die Schafe, die Schweine und das Federvieh verſichert.

Die Pferde werden überhaupt nicht verſichert.

Zwecks Verſicherung des Rindviehs gegen Unfälle beſteht ſeit 1871 eine ent⸗ ſprechende Ortsverſicherungskaſſe auf Gegenſeitigkeit, welche ¾ der eventuell entſtehen⸗ den Schäden erſetzt. Sämmtliche Rindviehbeſitzer ſind an derſelben betheiligt. Die Beiträge des letzten Geſchäftsjahres beliefen ſich auf 0,80 Mk. pro 100 Mk. des Verſicherungscapitals.

b. Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung haben noch keinen Eingang ge⸗ funden.

Frage VI.

In welcher Weiſe befriedigen die Landwirthe in der Regel ihre Creditbedürfniſſe hinſichtlich des Real⸗ und des Perſonalcredits und welches ſind bei beiden Arten des Credites die gewöhnlichſten Darlehens⸗

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