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nehmlichſten Zwecke der(vollen) Brache, dem Boden durch wiederholentliche Bearbeitung denjenigen phyſikaliſchen Zuſtand zu verleihen, welcher für das Gedeihen der Kultur⸗ gewächſe als der zweckmäßigſte bezeichnet werden kann(ſogen. Ackergahre), daneben weiter aber auch die Verwitterungs⸗ und Zerſetzungsproceſſe zu fördern und ſchließ⸗ lich das Unkraut mit Erfolg zu beſeitigen. Durch den faſt gänzlichen Wegfall der Brache und bei ausſchließlicher Anwendung ſehr primitiver Ackergeräthe(wie ſolche im nördlichen Oberheſſen faſt durchgängig noch im Gebrauche ſtehen) werden dieſe Zwecke ſelbſtredend nicht mehr im Entfernteſten erreicht und die natürliche Folge hier⸗ von iſt 1. eine höchſt bedenkliche Verſchlechterung des phyſikaliſchen Zuſtandes nament⸗ lich gebundenerer Bodenarten, wie 2. eine gradezu an's Erſtaunliche grenzende Ver⸗ unkrautung der Aecker. Die einzige— aber gleichzeitig auch durchgreifende— Ab⸗ hülfe wäre hier durch energiſche Einführung verbeſſerter, diesſeits jedoch noch faſt ganz unbekannter Ackergeräthe zu ſchaffen, worin übrigens eine der dankenswertheſten Auf⸗ gaben der landwirthſchaftlichen Bezirksvereine liegen würde, von deren Seite aber meines Wiſſens in dieſer Richtung bisher noch nichts Nennenswerthes geſchehen iſt!!
Ein weiterer und nicht unbedenklicher Nachtheil liegt in der Verſpätung der Winterſaaten, wodurch einerſeits der Erfolg derſelben vielfach beeinträchtigt, anderer⸗ ſeits aber auch ein Aufwand an Saatgut erforderlich wird, welchen man ſchwerlich wohl als wirthſchaftlich bezeichnen könnte. Eine durchſchlagende Abhülfe wäre hier lediglich nur durch Aenderung der bisher innegehaltenen Fruchtfolge zu ſchaffen.
Als unrationell ſind ferner auch alle diejenigen Momente zu bezeichnen, welche auf die Ausführung der Saat ꝛc. Bezug haben. Zwar wäre Reihenſaat(Drilleultur) für Hartershäuſer Bodenverhältniſſe nur ſehr bedingungsweiſe zu empfehlen, doch könnte ſie ſtreckenweiſe gewiß mit beſtem Erfolge zur Anwendung kommen. Wichtiger erſcheint indeſſen die Vernachläſſigung des Saatgutes ſelbſt. Eine Erneuerung der Saaten(Saatwechſel) findet nur ausnahmsweiſe ſtatt; das ſelbſterzeugte Saatgut aber wird mit einer Sorgloſigkeit behandelt, daß— abgeſehen von anderweiten Nach⸗ theilen— auch hierdurch wiederum die Verunkrautung der Aecker(Trespe, Radel, Vicia hirsuta Koch. 2c.) in der denkbar ergiebigſten Weiſe gefördert wird.
Kunſtdünger(Knochenmehl und Düngekalk) finden zwar regelmäßig, jedoch nur in geringem Umfange Verwendung. Sie würden meines Erachtens auch durch ent⸗ ſprechende Anwendung von Kraftfuttermitteln bei der Viehmaſtung mehr oder weniger entbehrlich ſein.
Der Viehſtand kann als ein vollkommen zureichender bezeichnet werden, da auf ein Hectar Acker und Wieſen circa 0,75 Stück Großvieh kommen. Auch die Qualität des Rindviehbeſtandes erweiſt ſich als eine im Allgemeinen gute. Das vorhandene Rindvieh iſt zumeiſt Vogelsberger und Simmenthaler Kreuzung mit vorwiegend Vogelsberger Habitus. Die Fütterungsmethoden ſind dagegen wiederum(beſonders mit Bezug auf die Maſtung) keineswegs rationelle zu nennen. Bezeichnend genug dürfte allein ſchon der Umſtand ſein, daß Kraftfuttermittel ſo gut wie niemals zur Anwendung kommen.


