Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Wieſenfläche geſtaltet ſich annähernd wie 2,5:1 und kann mit Rückſicht auf die natürliche Beſchaffenheit der Wieſen, obſchon für die Verbeſſerung derſelben bisher ſo gut wie nichts geſchehen iſt, als ein recht günſtiges bezeichnet werden.

c. Die hauptſächlichſten Bodenprodukte ſind Wieſenheu und Getreide, von letz⸗ terem namentlich Roggen und Hafer; alle übrigen Produkte, als welche Kartoffeln, Rüben, Weizen, Gerſte, Erbſen, Klee und etwas Lein zu nennen ſind, treten dagegen zurück. Heu, Hafer, Kartoffeln, Rüben, Erbſen ꝛc. werden ausſchließlich in der eigenen Wirthſchaft verbraucht; Roggen, Weizen, Gerſte gelangen dagegen bisweilen auch in geringen Mengen zum Verkauf.

Der Obſtbau hat mit Rückſicht auf die Bodenverhältniſſe, beſonders aber auf die bisweilen extremen Witterungsverhältniſſe des Frühjahrs keinerlei nennenswerthe Bedeutung.

Der Schwerpunkt der landwirthſchaftlichen Production Hartershauſens liegt in der Rindviehhaltung. Innerhalb derſelben finden recht anſehnliche Productionen durch Aufzucht und Maſtung ſtatt. Nur untergeordnete Bedeutung zeigen dagegen Schaf⸗ und Schweinehaltung. Einige Aufmerkſamkeit wendet man auch der Gänſe⸗ zucht zu. Die Milch wird großentheils zu Butter verarbeitet; die Rückſtände der⸗ ſelben werden zur Käſebereitung, in geringerem Umfange auch im Schweineſtalle verwendet.

Als wichtigſte Productionszweige ſind hiernach zu bezeichnen: Wieſenheu, Roggen und Hafer Rindvieh(Jung⸗, Zug⸗ und Maſtvieh), in zweiter Linie Kar⸗ toffeln, Rüben, Lein Hammel, Schweinefleiſch und Gänſe.

Die Fruchtfolge iſt eine etwas verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft mit bebauter Brache:

1. ehemalige Brache mit Kartoffeln Rüben Erbſen(und Grünfutter) Klee Lein(reine Brache wird nur noch in ſehr geringem Umfange und meiſt nur in dringlichen Fällen gehalten).

2. Roggen Weizen.

3. Hafer Gerſte.

d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt im Allgemeinen kein rationeller zu nennen. Als weſentlichſte Mängel heben wir folgende hervor: Obſchon in Folge Zugänglichkeit der meiſten Parcellen(mittelſt vorhandener Feldwege) kein eigentlicher Flurzwang beſteht, hat die Gemeinde bisher dennoch durchgängig an dem nur durch Benutzung der Brache etwas verbeſſerten Dreifelderſyſteme feſtgehalten. Kann nun auch mit Rückſicht auf das ſehr günſtige Wieſenverhältniß, wie auf den Strohbedarf des anſehnlichen Viehſtandes keineswegs behauptet werden, daß unter den gegebenen Verhältniſſen der Getreidebau dem Futterbau gegenüber in unrationeller Weiſe prävalire(auch bei Einführung einer anderen Fruchtfolge wäre der Halmfruchtbau aus Zweckmäßigkeitsgründen kaum weſentlich einzuſchränken), ſo bringt doch die durch die wirthſchaftlichen Verhältniſſe der Neuzeit gebotene Benutzung der Brache ſehr weſentliche Nachtheile mit ſich, deren Tragweite allem Anſcheine nach bisher auch in weiteren Kreiſen kaum genügend gewürdigt wird. Bekanntlich war es einer der vor⸗