Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Frage I.

a. Welche Bodenverhältniſſe zeigt die Gemarkung, welchen Character hat das Klima und wie iſt hiernach im Allgemeinen die Fruchtbarkeit der Ländereien; iſt letztere ſehr günſtig, mittel oder gering?

b. In welchem Verhältniß ſtehen die verſchiedenen Arten des Kulturlandes Acker, Wieſen, Weiden, Rebland ꝛc. zu einander und iſt dieſes Verhältniß im Allgemeinen als ein wirthſchaftlich günſtiges zu bezeichnen?

c. Welches ſind die hauptſächlichſten Producte der Landwirthſchaft, bezw. welche Productionsrichtungen machen ſich im landwirthſchaftlichen Betriebe der Gemeinde vorzugsweiſe geltend?

d. Iſt der landwirthſchaftliche Betrieb im Allgemeinen ein rationeller zu nennen, oder haften ihm weſentliche Mängel an und welche?

Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang?

a. Der Boden der Gemarkung Hartershauſen iſt ein Verwitterungsboden des oberen Bundſandſteins. Seinem Muttergeſteine entſprechend zeigt derſelbe vor⸗ wiegend ſchwach lehmigſandigen Character. Loſere Sande treten nur vereinzelt(auf Kuppen) auf. Wie in den meiſten derartigen Fällen(Verwitterungsböden in coupirtem Terrain) zeigt die vorhandene Verwitterungsrinde in den Thalgründen, ſowie an ſanfteren Abhängen recht anſehnliche(1 bis mehrere Meter) Mächtigkeit, nimmt aber auf der Höhe, ſowie an ſteileren Gehängen(in Folge von Denudation) ſehr weſentlich ab, ſo daß hier das Geſtein ſtellenweiſe faſt zu Tage tritt. Der Boden iſt hiernach als ein großentheils tiefgründiger, milder, mäßig gebundener Sandboden zu bezeich⸗ nen, der aber in den Thalgründen vielfach an Näſſe, auf den Höhen dagegen (namentlich in trockenen Jahrgängen) auch an Dürre leidet. In tieferen Lagen er⸗ weiſt ſich derſelbe als noch kleefähig; Luzerne dürfte jedoch kaum mehr mit Erfolg darauf zu bauen ſein.

Das Terrain iſt theils ſanft, theils ziemlich ſtark coupirt. Das Fuldathal, ſowie auch einige kleinere Feldgründe werden als Wieſen benutzt. Die Lage iſt eine nach Norden und Oſten hin geſchützte, das Klima das der mitteldeutſchen Thalebene, ſomit ein günſtiges.

Die Fruchtbarkeit iſt hiernach als eine ſchwach mittlere zu bezeichnen, die auf den Höhen jedoch in eine geringe übergeht.

b. Es giebt nur zwei Arten Culturland in Hartershauſen und zwar Acker und Wieſen; Gartenland iſt nur in ſehr geringem Umfange vorhanden. Die Wieſen ſind größeren Theiles mittelwerthige Flußwieſen(Fuldathal), kleineren Theiles auch Feldwieſen zumeiſt nur geringeren Werthes. Das Verhältniß der Ackerfläche zur