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7. Zu hohe Grundſteuern, insbeſondere Communalſteuern, 8. Zu hohe Durchſchnittsverſchuldung und damit fühlbarer Mangel an baaren Betriebsmitteln.
Dieſe hier angeführten Gründe für eine mangelnde Rentabilität des landwirth⸗ ſchaftlichen Betriebs ſind mehr oder minder diejenigen, welche ſich für unſere ärmeren Landestheile überhaupt anführen laſſen.
Der an und für ſich nicht ſonderlich fruchtbare Acker⸗ und Wieſenboden ent⸗ behrt günſtiger klimatiſcher Verhältniſſe, welche ausgleichend wirken könnten, entbehrt der höchſt nothwendigen Melioration, der Drainage⸗ und geeigneten Bewäſſerungs⸗ anlagen. Zu dieſen natürlichen Hinderniſſen eines erfolgreichen Betriebes kommen die künſtlichen Schranken, welche mangelhafte und mangelnde Feldwege, ſowie die Parcellirung der freien Bewirthſchaftung entgegenſtellen. Der Flurzwang lähmt das Können, das aus ihm folgende, veraltete, ſtarrbegränzte Feldbauſyſtem das Wollen.
Die natürliche Abgeſchloſſenheit von dem Verkehr und der Reibung, welche dieſer mit ſich bringt, hindert die zeitgemäße rationelle Umgeſtaltung des landwirthſchaft⸗ lichen Betriebs, der gar nicht oder langſam, immer aber zu ſpät den Anforderungen der jeweiligen Zeit in Syſtem und Technik folgt. Sie hindert weiter die Ausbildung und Beſeitigung der geiſtigen Regſamkeit und wirthſchaftlichen Elaſtizität, welche die Neuzeit an Stelle der Zähigkeit und des ſtarren Feſthaltens mehr erfordert.
Der naturgemäß geringere Allgemeinwohlſtand erſchwert den lohnenden Abſatz anderweitiger, an Stelle der durch die Weltconcurrenz im Preiſe geſunkenen Getreide⸗ arten, zu bevorzugenden Wirthſchaftsproducte. Es fehlen für dieſelben eine dichte kaufkräftige Bevölkerung oder die Nähe großer Städte, es fehlen die erleichternden Verkehrsverbindungen. Fehlt ſomit der Anreiz zu erhöhter Production überhaupt, ſo hindert die geringere oder mangelnde Capitalkraft direct die energiſche Führung des Wirthſchaftsbetriebs. Daß der Einfluß des Capitals auf Intenſität und ſeine Ver⸗ wendung auf Rentabilität des Betriebs immer ſteigend influirt, und hier, wie in den Anſprüchen an die Leitung die handwerksmäßigen Begriffe gegen die kaufmänniſchen Geſichtspunkte immer mehr zurücktreten, dürfte nicht zu beſtreiten ſein.
Die verſchiedenen Urſachen zuſammengehalten, bewirken direct und indirect, daß der Landwirthſchaftsbetrieb ein mangelhafter iſt und daß er, da jene natürliche oder ſchwer zu beſeitigende Umſtände ſind, mehr oder minder mangelhaft bleibt.
Dieſer beſchränkten Leiſtungsfähigkeit eines mangelhaften Betriebs ſtehen die An⸗ ſprüche des Staats, der Gemeinde und des Lebens gegenüber. Die Anforderungen, welche der Staat ſtellt, bleiben an der Hand unſeres Beiſpiels gleich, die der Gemeinde erhöhen ſich unangemeſſen, die perſönlichen und die Bedürfniſſe des Hausſtandes ſind trotz aller Sparſamkeit zeitgemäß höhere geworden, der zurückbleibende landwirthſchaft⸗ liche Betrieb deckt dieſe erhöhten Anforderungen nicht, der rentenbringende Faktor, das umlaufende, lebende und todte Betriebscapital iſt zu niedrig, der belaſtende Faktor, das Gebäudecapital, iſt zu hoch, die Schulden wachſen, der Grundwerth ſinkt.
So bietet die Landwirthſchaft der ärmeren und abgelegeneren Gegenden aus allgemeinen Geſichtspunkten das entmuthigende Bild vielſeitiger Inferiorität im Kampf


