Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Die Fruchtbarkeit der Gemarkung iſt wohl eine mittlere, in einigen Lagen auch eine geringe. Grundſtücke von beſonders hervorragender Fruchtbarkeit ſind nicht vor⸗ handen.

b. Da etwa des landwirthſchaftlich benutzten Areals Wieſen ſind, ſo iſt das Verhältniß der Wieſen zum Ackerland ein günſtiges zu nennen. Die Wieſen ſind meiſtentheils ſog. Feldwieſen ohne Bewäſſerung, nur ein kleiner Theil und zwar gerade der ſchlechtere, liegt in dem ziemlich engen Thal der Ohm. Die Wieſen ließen ſich durch entſprechende Be⸗ reſp. Entwäſſerung und geeignete Düngung wohl recht ſehr verbeſſern; ſind übrigens meiſtentheils zweiſchurig mit zum Theil ſehr gutem Futter.

c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte der Gemarkung ſind Korn und Hafer, weniger Weizen und Gerſte, dann Heu; Kartoffeln müſſen für den menſchlichen Conſum noch in ungünſtigen naſſen Jahren zugekauft werden, da ſie dann auf dem nicht tiefgründigen Theil der Gemarkung abſolut mißrathen. Rüben genügen für den Be⸗ darf der Thiere, wenn auch ihr Ertrag ſelten 100 Centner pro Morgen überſteigt. Winterſamen wird als Nachfrucht von Gerſte gebaut. Klee kann alle 69 Jahre auf dem ſelben Felde wiederkommen. Sein Gerathen iſt ſicherer geworden, da zu ihm, reſp. der Vorfrucht faſt regelmäßig gekalkt wird. Das Beiſpiel des Kalkens geht von der Domäne aus, die dasſelbe in ausgedehnteſtem Maße übt.

Der Obſtbau iſt nicht zu rechnen.

Die Rindviehzucht iſt in gutem Zuſtand. Die Milch wird bei dem Mangel einer Stadt in näherer Umgebung verbuttert. Was in eigener Haushaltung nicht verbraucht wird, nehmen die Händler. Die Rückſtände dienen zur Aufzucht der Kälber und Schweine. Letztere werden größtentheils ſelbſt gezogen und im Alter von 1 1 ½ Jahr gemäſtet.

Die Hauptproducte der Gemarkung ſind demnach in erſter Linie Roggen(Korn), Hafer, Wieſenheu, in zweiter Linie Weizen und Gerſte, ſowie Kartoffeln, ferner Schweinefleiſch.

Das Felderſyſtem iſt die verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft, alſo

1. Kartoffeln, Rüben, Klee, Winterſamen, Erbſen; 2. Roggen, Weizen; 3. Gerſte, Hafer; Kartoffeln auch im Sommerfeld.

d. Der Betrieb der Landwirthſchaft iſt nicht rationell zu nennen. Zukauf von Kraftfuttermitteln, wenige Oelkuchen etwa ausgenommen, findet nicht ſtatt, doch werden die etwa ſelbſtgezogenen Oelfrüchte in der Haushaltung geſchlagen und die Kuchen verfüttert. Körner dagegen kommen, zum Schaden der Bewirthſchafter, weil immer noch zu theuer, viel zur Verfütterung. Auch die Kleien des ſelbſtge⸗ mahlenen Getreides kommen beim eigenen Viehſtand zur Verfütterung. Die Grund⸗ ſtücke ſind, wenn auch eine Gewannregulirung oder Conſolidirung noch nicht ſtattge⸗ funden hat, doch durch viele Feldwege ziemlich zu jeder Zeit zugänglich, doch iſt der

Grundbeſitz ſo parcellirt, daß etwa 7 Parcellen auf den Hectar Ackerland und Wieſen entfallen. Letztere beiden, 902 Hectar umfaſſend, beſtehen nämlich aus 6470 ein⸗ b