Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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zelnen Parcellen. Viel mehr als das ſteht der höheren Cultur der einestheils flach⸗ gründige Boden entgegen, der durch unterliegenden Fels nicht drainirbar iſt, wozu denn freilich die durch die Parcellirung erſchwerte Möglichkeit der Drainage hin⸗ zukommt.

Wenn ſchon das Verhältniß der Wieſen zum Ackerland ein günſtiges zu nennen iſt, ſo wird doch der Futterbau jährlich noch durch Anbau von ſchwediſchem Klee und Gras erweitert. Der Anbau von Getreide, Hackfrüchten ꝛc. ſteht in einem rich⸗ tigen Verhältniß. Heu kommt wohl auch zum Verkauf, doch iſt der Viehſtand immer noch ein geringer, da nur etwa 0,5 Stück Rindvieh à 1000 Pfd. auf 1 Hectar Acker und Wieſe entfallen. Der Rindviehſtand iſt aber guter Qualität, leider aber ohne beſtimmte Race, meiſtentheils Vogelsberger und Simmenthaler Kreuzung. Die drei Gemeindebullen ſind zur Zeit Vogelsberger Race, doch wäre im Intereſſe der Rind⸗ viehzucht die Anſchaffung eines weiteren Bullen dringend wünſchenswerth.

Da die Kühe meiſtens gefahren werden,(Zugochſen ſind gar nicht vorhanden), ſo iſt die Milchproduction ſelbſtverſtändlich eine ziemlich geringe. Das Molkereiweſen liegt überhaupt noch ſehr im Argen, ohne Anwendung neuer Methoden oder genoſſen⸗ ſchaftlicher Verwerthung der Producte.

Der Viehhandel iſt ziemlich bedeutend. Es wird viel Vieh angekauft und ſpäter wieder verkauft. Ziemlich umfangreich wird auch die Schweinezucht betrieben. In neuerer Zeit macht ſich ein bedeutender Umſchwung zu Gunſten engliſcher Racen, reſp. engliſch⸗deutſcher Kreuzungen geltend, während man noch vor kurzer Zeit von den engliſchen Racen nichts wiſſen wollte.

Künſtliche Düngemittel werden nicht angewendet. Eine Abnahme der Körner⸗ erträge ſoll ſich übrigens auch in Nieder⸗Ohmen bemerkbar machen. Doch wird zu Klee, reſp. der Vorfrucht, wie ſchon oben bemerkt, viel gekalkt. Auf den Wieſen findet hier und da Compoſtdüngung ſtatt. Kraftfuttermittel, wenige Oelkuchen und die Kleien des eigenen Mahlguts ausgenommen, kommen nicht zur Verwendung.

Der größere Beſitz wird anſcheinend beſſer bewirthſchaftet, als der kleine, da die Beſitzer des letzteren ihren Unterhalt zu viel auswärts ſuchen müſſen.

Frage II.

a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung?

b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten?

c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B.

b