Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen? Die Taglöhne berechnen ſich: für den Mann mit Koſt 0,70 Mk. pro Tag ohne 1,40 1,70 Mk. für die Frau mit 0,70 Mk. pro Tag. Knechte kommen ſelten vor: Jahreslohn mit Verpflegung 180 220 Mk. Mägde: Jahreslohn 100 120 Mk. 1 2 Paar Schuhe, 2 Pfd. Wolle.

Bei Waldculturen, vorzugsweiſe nur im Gemeindewald, werden ca. 20 Frauen jährlich ca. 14 Tage beſchäftigt, Lohn ohne Koſt pro Tag 70 80 Pf.

Beim Holzhauen im Gemeindewald und auch in den Freiherr von Rabenau'ſchen Waldungen werden vom November bis März 30 40 Mann beſchäftigt, Lohn durchſchnittlich ca. 1 Mk. pro Tag.

In den Baſalt⸗(Lungſtein) Brüchen werden Fenſtergeſimſe, Treppenſtufen aus den rohen Steinen durch Steinhauer gefertigt. Damit ſind 10 15 Mann das Jahr hindurch beſchäftigt; der Lohn für Steinhauer berechnet ſich auf 1,70 bis 2 Mk. pro Tag.

Erdarbeiter und Steinbrecher in den Steinbrüchen verdienen 1,20 1,40 Mk. je nach der Jahreszeit pro Tag.

Frage VIII.

a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt?

b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen?

c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt?

d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗