Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Stellen periodiſch unbenutzt dem Bache zuläuft oder auf kleinen Stellen im Uebermaß verſchleudert wird. Das Verhältniß der Ackerfläche zur Wieſe iſt ungefähr 3 ½: 1, deshalb würde es der ganzen Wirthſchaft zu gute kommen, wenn die Erträge der Wieſen ſich erhöhten.

Die hauptſächlichſten Producte ſind Getreide und Viehzucht, alle übrigen Pro⸗ ducte werden faſt ausſchließlich in der Wirthſchaft verbraucht. Die Fruchtfolge iſt annähernd folgende: auf dem beſſeren Boden 1. Kohl, 2. Korn, 3. Gerſte oder Hafer, 4. Klee, 5. Weizen oder Spelz, erſteren nur ausnahmsweiſe, 6. Hafer, 7. Kartoffel oder Dickwurz; auf dem weniger guten Boden: 1. Korn, 2. Hafer, 3. Kartoffel auch Haidekorn, dann ohngefähr alle 6 Jahre Klee mit Thymotheusgras vermiſcht, was dann einige Jahre als Weide benutzt wird. Der Obſtbau iſt ſehr gering und könnte beſſer gepflegt werden; allerdings ſind in dem Winter von 1879 auf 80 viele Obſt⸗ bäume zu Grunde gegangen, es ſcheint aber auch die rechte Liebe zur Obſtbaum⸗ zucht zu fehlen, da junge Obſtbäume nur in geringer Menge, und theilweiſe mit wenig Sorgfalt gepflegt vorkommen. Das Obſt wird größtentheils verkauft und nur wenig zu Haustrunk verwendet. Der Viehzucht hängen noch viele Mängel an. Ein der Gemeinde gehörender Faſſel iſt gar nicht vorhanden und wird, ohne Controle der Race, der nächſte Privatfaſſel benutzt. Es ſind mitunter gute Exemplare Simmen⸗ thaler Kreuzung vorhanden, die große Mehrzahl iſt aber gering. Bei der Schweine⸗ zucht herrſcht die alte Race(geſtreckte Karpfenſau) noch vor, die beſſeren engliſchen Racen fehlen faſt noch ganz und wurde mir bemerkt, das Fleiſch von letzteren ſei nicht ſo gut. Milch wird verbuttert und die Rückſtände theils zu Käſe, die meiſten aber für die Schweine verwendet.

Korn, Spelz, Hafer, Haidekorn, Wieſenheu und Klee ſind die hauptſächlichſten Producte, in zweiter Linie Schweinefleiſch, Kartoffel und Dickwurz. Der Viehſtand iſt, im Verhältniß der Größe des Culturlandes, ſehr gering und ließe ſich bei Hebung des Futterbaus aus demſelben gewiß mit verbeſſerter Milchwirthſchaft ein weſentlich höherer Reinertrag erzielen. Es wird wohl durch Nachzucht manche Geldeinnahme herbeigeführt, allein wenn, wie hier, auf 3 Hectar Acker⸗ und Wieſenland erſt 1 Stück Groß⸗ ¾ Stück Kleinvieh, periodiſch noch 3 Stück Schaafe kommen, ſo ließe ſich, nach meiner unmaßgeblichen Anſicht in dieſem Punkte noch Manches beſſern.

Der Handel mit Vieh iſt nicht bedeutend, da das Meiſte gezogen wird. Auf die Schweinezucht wird Werth gelegt und betreibt eine jede Wirthſchaft dieſelbe für ſich ohne gemeinſchaftlichen Hirt. Zur Fütterung und Mäſtung der Schweine werden hauptſächlich die Milchabfälle, Kartoffeln und Haidekorn benutzt. Der Verbrauch an künſtlichem Dünger iſt ſehr gering; ebenſo iſt es mit dem Gründünger. Einzelne Land⸗ wirthe verwenden etwas Knochenmehl. Bei dem geringen Durchſchnittsertrag an Körnern und Stroh würde die Anwendung von Kali und Stickſtoff, ſowie mehr Phos⸗ phorſäure gewiß ſehr vortheilhaft ſein. An Kraftfuttermitteln werden nur ganz unbe⸗ deutend Kleie und Rapskuchen zugekauft. Die aus dem Wald, der in der Regel zum Gut gehört, gewonnene Streu kommt der Wirthſchaft ſehr zu ſtatten.